An diesem Tag

Topographie des Terrors

Projekt in Berlin zur Dokumentation und Aufarbeitung des Terrors in der Zeit des Nationalsozialismus

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Die Topographie des Terrors ist ein seit 1987 bestehendes Projekt in Berlin-Kreuzberg zur Dokumentation und Aufarbeitung des Terrors im nationalsozialistischen Deutschland. Dazu gehören eine Dauerausstellung und Sonderausstellungen im Dokumentationszentrum, das im Jahr 2010 eröffnet wurde, sowie eine schon zuvor eingerichtete Freiluftausstellung und ein Geländerundgang mit Erläuterungen zur Geschichte des historischen Orts.

Die Einrichtung wird von der 1992 gegründeten Stiftung Topographie des Terrors betreut, einer seit 1995 selbständigen Stiftung, die vom Land Berlin und der Bundesrepublik Deutschland gemeinsam getragen wird.

Die Topographie des Terrors zählt zu den Museen in Berlin. Nach dem Verständnis der Betreiber soll sie jedoch kein Museum und auch keine Gedenkstätte sein, sondern ein Ort der Information und der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des NS-Staates.

Das Gelände der Topographie des Terrors befindet sich im Berliner Ortsteil Kreuzberg in zentraler Lage zwischen Anhalter Bahnhof, Potsdamer Platz und der historischen Stadtmitte. Das Brandenburger Tor ist rund einen Kilometer Richtung Norden entfernt.

Das Gelände wird im Norden von der Niederkirchnerstraße und im Osten von der Wilhelmstraße begrenzt. Ein 200 Meter langer Rest der Berliner Mauer markiert die Grundstücksgrenze zwischen dem Gelände der Gedenkstätte und der Niederkirchnerstraße. Direkt unterhalb dieses Mauerstücks wird im sogenannten Ausstellungsgraben die Freiluftausstellung Berlin 1933–1945. Zwischen Propaganda und Terror präsentiert.

Der Gropius-Bau (Niederkirchnerstraße 7) ist das westliche Nachbargebäude des Dokumentationszentrums (Niederkirchnerstraße 8). Auf der anderen Straßenseite, gegenüber dem Gropius-Bau, steht das Abgeordnetenhaus von Berlin (Niederkirchnerstraße 5). Dessen Nachbargebäude, das Detlev-Rohwedder-Haus (Wilhelmstraße 97, Dienstsitz des Bundesfinanzministeriums), liegt gegenüber der großen Freifläche im Osten des Geländes.

Topographie (oder Topografie) bedeutet wörtlich „Ortsbeschreibung“; der Begriff wird insbesondere in der Kartografie verwendet. Der Name Topographie des Terrors bezieht sich darauf, dass in der Zeit des Nationalsozialismus die wichtigsten Institutionen des Verfolgungs- und Terrorapparats des NS-Staates sich an diesem Ort befanden:

In der damaligen Prinz-Albrecht-Straße 8 (heute: Niederkirchnerstraße 8, Adresse der Topographie des Terrors) befand sich die Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in einer ehemaligen Kunstgewerbeschule.

Das vormalige Hotel Prinz Albrecht, das östliche Nachbargebäude in der Prinz-Albrecht-Straße 9, war ab 1934 der Sitz des Reichsführers SS Heinrich Himmler.

Das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102, das südliche Nachbargebäude des Hotels Prinz Albrecht, wurde 1934 zur Zentrale des Sicherheitsdienstes (SD) der SS und ab 1939 auch des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA).

Für das Gelände wurde 1983 von IBA-Leiter Josef Paul Kleihues und der Berliner CDU die Bezeichnung „Prinz-Albrecht-Gelände“ verwendet. Seit 1987 hat sich die heutige Bezeichnung durchgesetzt.

Topographie des Terrors ist zugleich der Name der Dauerausstellung im Dokumentationszentrum (vollständiger Titel: Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße).

Nach dem Abriss der schwer beschädigten Gebäude in den 1950er Jahren wurde das Gelände unter anderem anderthalb Jahrzehnte als Auto-Fahrübungsgelände (Betreiber: „Straps-Harry“) und als Schutthalde der Kreuzberger Flächensanierung genutzt.

Die Pläne, auf dem Gelände des ehemaligen Sitzes der Gestapo eine Gedenkstätte zu errichten, reichen zurück bis ins Jahr 1978. Der Berliner Architekturkritiker Dieter Hoffmann-Axthelm wies in diesem Jahr in Aufsätzen und Gutachten als einer der Ersten auf die Bedeutung des ehemaligen Geländes der Gestapo-, SD- und RSHA-Zentralen hin.

Die erste Ausstellung zur Topographie des Terrors entstand zur 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 und wurde anschließend fortgeführt. Die Vorarbeiten zur Ausrichtung der Ausstellung mündeten in die Forderung, ein Dokumentationszentrum zu schaffen, das den Terror der Nationalsozialisten in Deutschland weiter erforschen und dokumentieren sollte.

In der Folge wurde 1992 die Stiftung Topographie des Terrors gegründet. Von 1994 bis 2019 wurde die Stiftung von dem Historiker und Rabbiner Andreas Nachama geleitet, der schon die Ausstellung im Jahr 1987 betreut hatte. Das wichtigste Projekt der Stiftung war zu Beginn der Bau des Dokumentationszentrums mit angegliederter Dauerausstellung im Freien.

Die Ausschreibung im Jahr 1993 für den Museumskomplex an der Niederkirchnerstraße gewann der Schweizer Architekt Peter Zumthor. Der Wunsch der Ausschreibung nach einfacher Form, die nur den Platz umhüllt, der für sich sprechen solle, wurde von ihm dadurch gelöst, die Formensprache der Baracke der provisorischen Ausstellung zu übernehmen. Das Konzept erinnerte mit seinem Betonbalken-Tragwerk an eine skelettierte Baracke, die jedoch durch die verglasten Lücken viel Licht einließe, wobei regelmäßige Schatten sich durch den Raum zögen.

Bei der Umsetzung wurde das architektonische Kunstwerk deutlich teurer als erwartet. Schon das ungewöhnliche Tragwerk bewirkte technische Mehrkosten. Die beauftragte Baufirma für das Tragwerk wurde insolvent, und es fand sich keine andere Firma, die es für einen gedeckelten Preis realisieren mochte. Die Stadt Berlin konnte keine Mehrkosten tragen, auch nicht für eine reduzierte Version „Zumthor II“ mit drei bis fünf Millionen Euro mehr, und die volle Übernahme der Kostenträgerschaft durch den Bund wurde von diesem jahrelang hinausgezögert.

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