Sir Charles Antony Richard Hoare (* 11. Januar 1934 in Colombo, Britisch-Ceylon (heute Sri Lanka); † 5. März 2026), besser bekannt als Tony Hoare oder C.A.R. Hoare, war ein britischer Informatiker.
Hoare erlangte hohes Ansehen durch die Entwicklung des Quicksort-Algorithmus sowie des Hoare-Kalküls, durch den sich die Korrektheit von Algorithmen beweisen lässt. Außerdem entwickelte Hoare die Prozessalgebra Communicating Sequential Processes (CSP), die zum Beispiel die Entwicklung der Programmiersprachen Ada, Occam und Go beeinflusst hat.
Hoare wurde in Colombo als Sohn britischer Eltern geboren. 1956 beendete er sein humanistisches Studium (Classics) an der Universität Oxford mit Bachelor-Abschluss.
Es folgte ein Jahr Graduiertenstudium in Statistik in Oxford, bevor er an der Moskauer Staatsuniversität computergestützte Übersetzung menschlicher Sprache weiterstudierte. 1960 begann er seine Tätigkeit bei dem kleinen Computerhersteller Elliott Brothers mit der Implementierung von Algol 60 und ersten Algorithmenstudien. 1968 wurde er an der Queen’s University Belfast habilitiert und kehrte 1977 als Professor der Informatik an die University of Oxford zurück.
Als Experte für Programmiersprachen und deren Zuverlässigkeit wandte sich Hoare 1981 öffentlich gegen den Einsatz von Ada in sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Steuerung von Atomraketen, weil er Ada für grundsätzlich unzuverlässig hielt. Wenn eine Programmiersprache in solchem Kontext unzuverlässige Programme erzeugt, sei dies für eine Gesellschaft gefährlicher als unsichere Autos, giftige Pestizide oder zufällige Lecks in Kernkraftwerken.
Sir Antony Hoare war Professor der Universität Oxford, England.
1980 erhielt er den Turing Award für seine grundlegenden Errungenschaften bei der Definition und Entwicklung von Programmiersprachen.
1988 Auswärtiges Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei
1989 Ordentliches Mitglied der Academia Europaea
1997 Korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
2000 wurde er als Knight Bachelor („Sir“) geadelt.
2000 wurde ihm der Kyoto-Preis verliehen.
2011 John-von-Neumann-Medaille
2012 Ehrendoktor der Universität Warschau
2013 Ehrendoktor der Universität Complutense Madrid
2017 Auswärtiges Mitglied der National Academy of Sciences
Assertions, A Personal Perspective. In: Manfred Broy, Ernst Denert (Hrsg.): Software Pioneers – Contributions to Software Engineering. Springer, 2002, ISBN 3-540-43081-4 (Abstracts und mehr – Die beiliegenden DVDs enthalten ein Video des Vortrags von Tony Hoare).
An Axiomatic Basis for Computer Programming. In: Communications of the ACM. Vol. 14, Nr. 1, 1971, ISSN 0001-0782, S. 39–45, doi:10.1145/363235.363259.