An diesem Tag

Tony Curtis

US-amerikanischer Schauspieler (1925–2010)

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Tony Curtis (* 3. Juni 1925 als Bernard Schwartz in New York City; † 29. September 2010 in Henderson, Nevada) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler, Maler, Autor und Künstler. Er zählte in den 1950er- und 1960er-Jahren zu den großen Hollywood-Stars. An der Seite von Marilyn Monroe und Jack Lemmon schrieb er Filmgeschichte mit dem Komödienklassiker Manche mögen’s heiß von Billy Wilder.

1925 bis 1948: Kindheit und Jugend

Tony Curtis wurde 1925 in New York als Bernard Schwartz geboren. Er wuchs mit zwei Brüdern zunächst in Manhattan, dann in der Bronx auf. Seine Eltern – Emanuel (Manuel) Schwartz (1901–1958) und Helen Klein (1902–1974) – kamen als in Ungarn geborene jüdische Einwanderer aus der Kleinstadt Mátészalka und betrieben eine Schneiderei, in der die Familie zeitweise auch lebte. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr sprach Curtis nur Ungarisch und Jiddisch. Während seiner Zeit an der Highschool hielt er sich lieber im Kino und am Broadway als in der Schule auf. Daher hätte er beinahe die Schule verlassen müssen.

1943 trat Curtis in die US Navy ein und diente auf einem U-Boot-Begleitschiff. Gegen Ende des Krieges verletzte er sich bei einem Unfall im Dienst.

Ab 1947 nahm er bei Erwin Piscator Schauspielunterricht, der auch spätere Stars wie Marlon Brando, Walter Matthau und Harry Belafonte unterrichtete. Abends trat er in Statisten- und Nebenrollen in kleinen New Yorker Theatern auf, so im Frühjahr 1948 in Golden Boy; hier wurde Bob Goldstein, Talentsucher der Universal Studios, auf den gutaussehenden jungen Mann aufmerksam: Bernie Schwartz, wie Tony Curtis sich zu diesem Zeitpunkt noch nannte, erhielt ein Flugticket nach Los Angeles und einen Vertrag bei den Universal Studios.

1949 bis 1969: Filmstar in Hollywood

Nach weiterem Sprech- und Schauspielunterricht erhielt Curtis 1949 seine erste Statistenrolle. In Gewagtes Alibi von Robert Siodmak tanzte er mit Yvonne De Carlo. Obwohl seine Rolle unbedeutend war und sein Name nicht im Vor- oder Abspann genannt wurde, erhielt das Studio zehntausende von Fan-Briefen „an den schönen Jungen, der mit Yvonne De Carlo tanzte“. Daraufhin wählte er – nach eigenen Angaben in Anlehnung an den Namen eines Verwandten namens Kurtz – den Künstlernamen „Curtis“; kurze Zeit später nahm er diesen Namen auch amtlich an. Curtis sagte später in einem Interview, den deutschen Namen Schwartz habe er gehasst.

In der Folgezeit übernahm Curtis – zunächst noch als „Anthony Curtis“, dann als „Tony Curtis“ – größer werdende Nebenrollen, so 1949 in Winchester ’73 an der Seite von James Stewart. Am 4. Juni 1951 heiratete er seine Schauspielkollegin Janet Leigh. Aus dieser Ehe stammen die Töchter Kelly Lee Curtis und Jamie Lee Curtis, beide ebenfalls Schauspielerinnen.

1951 erhielt Curtis seine erste Hauptrolle in Die Diebe von Marschan; der Film wurde ein kommerzieller Erfolg. Es folgten weitere Hauptrollen, so 1954 in Der eiserne Ritter von Falworth, 1955 in Die purpurrote Maske, 1956 in Trapez, 1957 in Dein Schicksal in meiner Hand (in beiden Filmen an der Seite von Burt Lancaster), 1958 neben Kirk Douglas in Die Wikinger. Für seine Rolle eines entflohenen Sträflings 1958 in Flucht in Ketten (mit Sidney Poitier) war Curtis für den Oscar in der Kategorie Bester Hauptdarsteller nominiert.

1959 folgten unter der Regie von Billy Wilder Manche mögen’s heiß mit Jack Lemmon und Marilyn Monroe sowie unter der Regie von Blake Edwards Unternehmen Petticoat mit Cary Grant. 1960 wurde unter der Regie von Stanley Kubrick der Monumental- und Historienfilm Spartacus mit Kirk Douglas, Laurence Olivier, Jean Simmons, Charles Laughton und Peter Ustinov gedreht. Auch finanziell war Curtis erfolgreich. Ab den frühen 1950er Jahren vereinbarte er als einer der ersten Schauspieler zusätzlich zu seinen Gagen stets prozentuale Beteiligungen an den Einspielergebnissen seiner Filme.

Mit Hilfe seines Managers Lew Wasserman von MCA war es Curtis die 1950er Jahre hindurch gelungen, die Festlegung auf ein bestimmtes Filmgenre zu vermeiden. Er spielte in leichten Komödien, Western und Krimis ebenso wie in Charakterrollen und war Mitglied eines Musical-Ensembles. Als Wasserman 1962 durch die Übernahme der Universal Studios deren Präsident wurde, gab er seine Managertätigkeit auf und Swifty Lazar wurde Curtis’ Agent. Dieser konzentrierte sich bei seiner Rollenwahl – Ausnahme: Der Außenseiter (1962), die Biografie über den Indianer Ira Hayes, in dem Curtis die Titelrolle spielte – ausschließlich auf Abenteuerfilme und leichte Komödien.

Bei den Dreharbeiten zu Taras Bulba lernte Curtis 1961 die damals 16-jährige Schauspielerin Christine Kaufmann kennen. Wenig später trennte er sich von Janet Leigh; die Scheidung erfolgte im Juni 1962, die Kinder Kelly und Jamie Lee blieben bei ihrer Mutter. Am 8. Februar 1963 heirateten Tony Curtis und Christine Kaufmann in Las Vegas; aus dieser Ehe gingen die Töchter Alexandra Curtis (* 19. Juli 1964) und Allegra Curtis hervor.

1965 übernahm Curtis die Hauptrolle in Das große Rennen rund um die Welt; der Film belegte zwar Platz 6 der erfolgreichsten Filme 1965, war jedoch aufgrund der hohen Produktionskosten ein kommerzieller Misserfolg. Anschließend spielte Curtis hauptsächlich in Komödien, darunter auch in einigen europäischen Produktionen, wobei der Zuspruch von Publikum und Kritik abnahm. Ende 1967 folgte nach gut vier Jahren Ehe die Trennung von Christine Kaufmann, die mit den gemeinsamen Kindern aus Curtis’ Haus auszog.

Anfang 1968 setzte ihn die renommierte Zeitschrift Variety an die Spitze einer Liste der weltweit bestbezahlten Schauspieler, die im Hinblick auf ihre Filme der letzten Jahre „ihr Geld nicht wert waren“. Hinzu kam, dass sich die Filmindustrie zu diesem Zeitpunkt völlig veränderte: Das US-Kino durchlebte eine Krise, das „Studiosystem“ war am Ende. Tony Curtis wurde als „Yesterdays’ Leading Man“ beschrieben, obwohl der damals 43-Jährige nach wie vor von Presse und Publikum für sein jugendliches Aussehen bewundert wurde.

Zur gleichen Zeit suchte 20th Century Fox einen Hauptdarsteller für die Verfilmung einer wahren Begebenheit, der Geschichte des schizophrenen Albert Henry DeSalvo, der einige Jahre zuvor in Boston 13 Frauen ermordet hatte. Tony Curtis, der sich seines Karrieretiefs durchaus bewusst war, wollte diese Rolle unbedingt übernehmen. Der Präsident der 20th Century Fox, Richard D. Zanuck, hielt ihn jedoch für ungeeignet und wollte außerdem „keinen Tony-Curtis-Film machen“. Curtis griff zu einem Trick; mit Make-up, braunen Kontaktlinsen und Dauerwelle modellierte er sein Äußeres so, wie er sich den Würger vorstellte, machte von sich selbst einige Fotos auf grobkörnigem Papier und schickte sie Zanuck. Der soll – ohne Curtis erkannt zu haben – ausgerufen haben: „Das ist unser Würger!“ Curtis bekam die Rolle – und lieferte 1968 in Der Frauenmörder von Boston eine von der Kritik und dem Publikum gefeierte schauspielerische Leistung.

Bei den Dreharbeiten zu Der Frauenmörder von Boston lernte er im Januar 1968 das aus Boston stammende Fotomodell Leslie Allen kennen; die Hochzeit fand am 20. April 1968 in Las Vegas statt, nur vier Tage nach der Scheidung von Christine Kaufmann. Rückblickend wird Der Frauenmörder von Boston heute zuweilen „als Curtis’ letzter wirklich großer Film“ bezeichnet. In den folgenden Jahren konnte er an diesen Erfolg nicht anknüpfen, bis 1970 spielte er mit mäßiger Resonanz wieder in amerikanischen und europäischen Komödien und Abenteuerfilmen.

1970 bis 1975: Vom Film- zum Fernsehstar

Anfang 1970 ließ sich Curtis vom britischen Medienmogul Lord Lew Grade überreden, für die Incorporated Television Company eine der beiden Hauptrollen in der britischen Fernsehserie Die 2 zu übernehmen. Curtis verkörperte den amerikanischen Playboy Danny Wilde, der gemeinsam mit dem britischen Lord Brett Sinclair, gespielt von Roger Moore, ebenso spannende wie lustige Kriminalfälle zu lösen hatte.

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