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Tony Banks (Musiker)

Britischer Musiker und Keyboarder der Band Genesis (geboren 1950)

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Anthony George „Tony“ Banks (* 27. März 1950 in East Hoathly, Sussex, England) ist ein britischer Musiker, Keyboarder und Mitgründer der Band Genesis.

Banks wurde als erstes Kind von John und Nora Banks geboren. Er hat vier Geschwister. Zuerst spielte er Geige, dann lernte er Klavier und brachte sich selbst das Gitarrespielen bei.

Im September 1963 kam er auf die Charterhouse School in Godalming, wo er sich schnell mit dem ebenfalls künstlerisch veranlagten Peter Gabriel anfreundete, was den Grundstein für die spätere Band Genesis legte. Zusammen mit Schlagzeuger Chris Stewart gründeten sie zunächst die Schülerband The Garden Wall, Anfang 1967 taten sie sich mit der konkurrierenden Schulband Anon rund um Mike Rutherford und Anthony Phillips zusammen.

Ab 1968 studierte er Chemie an der University of Sussex in Brighton, wechselte aber schnell zu Philosophie (Logik) und Physik. Seit Sommer 1969 widmete er sich dem gemeinsamen Bandprojekt und ist professioneller Musiker.

Banks’ kunstvolle Keyboardsoli – wie das Klavierintro von Firth of Fifth und der Instrumentalteil bei The Cinema Show – prägten den Sound von Genesis maßgeblich. Außerdem spielte Banks 12-saitige Gitarre (gemeinsam mit Steve Hackett und Mike Rutherford) zu akustischen Passagen in Songs wie The Musical Box und dem Beginn von Supper’s Ready. Banks übernahm gelegentlich auch Begleitgesang; so sang er 1970 gemeinsam mit Peter Gabriel das Lied The Shepherd, das erst 1998 in der Anthologie Archive I – 1967–1975 auf einem Genesis-Album erschienen ist.

Bemerkenswerte von Banks komponierte Genesis-Stücke sind Mad Man Moon, die komplexe Suite One for the Vine und die hymnische Ballade Afterglow, mit der die Band bei Live-Auftritten meist ihre Medleys (Potpourris beliebter älterer Genesis-Stücke) abschloss.

Banks nutzt am Keyboard in mehreren Songs eine „Hand-über-Hand“-Spieltechnik, um schnelle Wechsel zwischen den häufig arpeggierten Akkorden zu bewerkstelligen – beispielsweise bei den Stücken The Lamb Lies Down on Broadway, Carpet Crawlers und später bei No Reply at All, auf dessen Musikvideo diese Technik kurz zu sehen ist.

Nach dem Ausstieg Gabriels und Hacketts bei Genesis war Banks das erste der drei verbliebenen Mitglieder mit einem Solo-Album. Anders als bei seinen Bandkollegen Phil Collins und Mike Rutherford, die bedeutende Solo-Erfolge verbuchen konnten, hatte Banks wenig Erfolg.

1978 verfasste er mit Mike Rutherford die Filmmusik zu Der Todesschrei (The Shout). 1979 brachte er dann das erste Soloalbum A Curious Feeling heraus, auf dem er alle Parts – außer Drums (Chester Thompson) und Gesang (Kim Beacon) – selbst einspielte. Das Konzeptalbum basiert zum Teil auf der utopischen Kurzgeschichte Flowers for Algernon.

1983 erschien der von ihm geschriebene Soundtrack zu The Wicked Lady (deutscher Titel: Die verruchte Lady), welcher erst 2013 auf CD erschien. Auf der einen Seite der LP sind Banks' Synthesizer-Demos zu hören, die er im Heimstudio eingespielt hatte, die andere Seite enthält die Orchestereinspielungen. Ebenfalls 1983 kam sein zweites Soloalbum The Fugitive heraus, auf dem er nun auch sang. Es basiert – ähnlich wie Collins' Face Value-Album – auf Synthesizer-Demos, die er zu Hause aufgenommen hatte, welche dann im Genesis-Studio von Daryl Stuermer und anderen Gastmusikern erweitert wurden.

Einen Rückschlag erlitt er, als er 1984 für Hollywood den Soundtrack zu 2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen komponieren sollte, jedoch keiner seiner Vorschläge akzeptiert wurde und der Auftrag an David Shire ging. 1985 schrieb er die Musik zum Science-Fiction-Film Starship (deutscher Titel: Redwing – Flucht vor den schwarzen Droiden). 1986 wirkte er an der Filmmusik zu Quicksilver (mit Kevin Bacon) mit. Die Musik zu beiden Filmen wurde auf der LP/CD Soundtracks veröffentlicht. Auf dem Titel Shortcut to Somewhere (aus Quicksilver) arbeitete er zur Freude seiner Fans erstmals mit Fish von Marillion zusammen. Der Titel erschien auch als Single.

Ein weiterer Flop war 1989 das Album Bankstatement, mit dem Banks zusammen mit Produzent Steve Hillage und den Sängern Alistair Gordon und Jayney Klimek einspielte.

1991 brachte er das mit den Sängern Nik Kershaw, Fish, Andy Taylor und wieder Jayney Klimek zum Teil prominent besetzte Album Still heraus. Der von Nik Kershaw gesungene und mitgeschriebene Song I Wanna Change the Score wurde im Radio oft gespielt. Ein weiteres Highlight für Fans war der zusammen mit Fish entstandene komplexe Song Another Murder of a Day. Das Album blieb dennoch weit hinter den Erfolgserwartungen zurück.

1995 folgte das bislang letzte Rock-Album unter dem Pseudonym Strictly Inc. Banks’ Partner war Jack Hues, Ex-Sänger der Pop-Band Wang Chung. Das Album gilt zwar unter Fans – vor allem wegen des epischen 17-Minuten-Songs An Island in the Darkness – als Banks' reifstes Werk, verkaufte sich allerdings ähnlich schlecht wie die Vorgänger-Alben.

2004 kam das Orchesterwerk Seven heraus, dessen Fertigstellung mehrere Jahre dauerte. Das Album verkaufte sich nach Maßstäben für Klassik-Alben außerordentlich gut, führte einige Wochen lang die Klassik-Charts an und war oft auch in Deutschland bei Klassik Radio zu hören.

Banks ist seit 1972 mit Margaret verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder. Er wohnt in der ländlichen Gegend nahe Guildford in der Nähe von Mike Rutherford und dem Genesis-Tonstudio The Farm.

Nachfolgend eine Liste der von ihm hauptsächlich eingesetzten Keyboards und Synthesizer:

Hammond L-122-Tonradorgel mit Leslie; ab 1974: Hammond T-102; ab 1977 wurde das Leslie durch eine Kombination aus Boss CE-1 Chorus und MXR Phase 100 ersetzt

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