An diesem Tag

Tomáš Baťa

Mährisch-tschechischer Unternehmer

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Tomáš Baťa (* 3. April 1876 in Zlín; † 12. Juli 1932 in Baťov) war ein tschechischer Unternehmer. Er gründete 1894 mit seinen Geschwistern den Schuhhersteller Baťa und baute diesen in der Zwischenkriegszeit zum globalen Konzern und Weltmarktführer aus.

Tomáš Baťa stammte aus einer Familie, die eine über dreihundert Jahre alte Tradition im Schuhmacherhandwerk besaß und gehörte bereits der achten Generation an, die diesen Beruf ausübte. Er war das dritte Kind von Anna und Antonín Baťa, welcher eine Schusterwerkstatt in der kleinen mährischen Zlín betrieb. Die Mutter starb, als Tomáš acht Jahre alt war. Die Familie übersiedelte daraufhin ins nahe gelegene Städtchen Uherské Hradiště und der Vater heiratete erneut.

1894 gründete Baťa zusammen mit seinen Geschwistern Antonín (1874–1908) und Anna (1872–1936) mit einem Startkapital von 600 Gulden eine Schuhfabrik. 1896 begann Baťa mit der Herstellung von neuartigen Schuhen aus Leinen und Leder, die leicht und günstig in der Herstellung waren. 1904 reiste Tomáš Baťa zum ersten Mal in die Vereinigten Staaten, wo er die Fließbandproduktion, moderne Architektur und Unternehmensführung kennenlernte. Mit der Einführung der Massenfertigung und der erstmaligen Belieferung des Einzelhandels modernisierte Baťa die Schuhindustrie.

Er heiratete in Wien am 15. April 1912 Marie Menčíková (1893–1954), Tochter des Wiener Hofbibliothekars Ferdinand Menčík. 1914 kam ihr einziger Sohn Tomáš Jan Baťa zur Welt.

Im Ersten Weltkrieg produzierte Baťa im großen Stil für die österreichisch-ungarische Armee. Er wurde auch zum Vorsitzenden der am 23. Oktober 1915 in Wien gegründeten Kriegs-Schuhzentrale gewählt, deren Aufgabe es war, „alle Maßnahmen zu beraten und durchzuführen, welche notwendig und geeignet sind, die Produktion von Militärschuhen zu heben und insbesondere bei der Beschaffung und Verteilung von Rohmaterialien mitzuwirken“.

Auf Absatzschwierigkeiten in den Krisenjahren nach dem Krieg reagierte Baťa 1922 mit radikalen Preissenkungen und Lohnkürzungen. Mit der wirtschaftlichen Stabilisierung der neu gegründeten Tschechoslowakei konnte der Konzern rasch weiter wachsen.

Bürgermeister von Zlín und Expansion

1923 wurde Tomáš Baťa zum Bürgermeister von Zlín gewählt. Fortan waren die Stadtentwicklung und Architektur, Ausbildung, Gesundheitswesens, Konsum und Kultur in Zlín eng miteinander verknüpft und von Baťa dominiert. Er wirkte als Mäzen seiner Heimatstadt und setzte dort große städtebauliche Veränderungen in Gang. Unter seiner Anleitung wurde Zlín von namhaften Architekten im Stil des Funktionalismus gestaltet, wobei besonders die für die Fabrikarbeiter angelegten Wohnsiedlungen bedeutsam sind. Zlín gilt heute als erste funktionalistische Stadt der Welt.

Tomáš Baťa war vom Flugsport begeistert und unterstützte die 1923 vom Staatspräsidenten Tomáš Garrigue Masaryk gegründete Masaryk-Flugliga (Masarykova letecká liga). Ab 1924 wurde in vom Baťa-Konzern zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten die Konstruktion von Segelflugzeugen vorangetrieben. 1935 entstand daraus das heute noch existierende Flugzeugbauunternehmen Zlín.

Der Baťa-Konzern stieg bis 1930 zum Weltmarktführer auf und es begann die internationale Expansion des Konzerns. Das streng kapitalistische System Baťa, das alle Arbeits- und Lebensbereiche durchdrang (Fordismus), rief auch Kritik hervor. 1931 veröffentlichte der russische Schriftsteller Ilja Ehrenburg eine kritische Reportage aus Zlín, die ihm eine Klage seitens des „Schuhkönigs“ und eine Sperrung der mit diesem Text erzielten Buch- und Filmhonorare einbrachte. Svatopluk Turek veröffentlichte 1933 den Roman Botostroj („Die Schuhmaschine“), in dem er Baťas Unternehmen als einen unmenschlichen Mechanismus und seinen Chef Tomáš Baťa als Diktator darstellte, der das Leben von Menschen zerstöre. Die Familie Baťa klagte gegen Turek wegen Verleumdung und erwirkte 1938 ein gerichtliches Verbot des Buchs.

Am Morgen des 12. Juli 1932 wollte Baťa gegen 5 Uhr vom Flugplatz Baťov mit seinem Privatflugzeug in das schweizerische Basel fliegen, nachdem er seinem 18-jährigen Sohn die Bauleitung für eine neue Fabrik in Möhlin übertragen hatte. Obwohl sein Privatpilot Jindřich Brouček wegen des starken Nebels den Start nicht riskieren wollte, ordnete Baťa den Abflug an. Die Junkers F 13 mit dem Kennzeichen D–1608 zerschellte acht Minuten nach dem Start um 05:58 Uhr an einer „Na bahňáku“ genannten Stelle unweit der Papiermühle, dabei starben Baťa und sein Pilot. Sie wurden am 14. Juli 1932 nebeneinander auf dem neuen Waldfriedhof Zlín beigesetzt.

Das Unternehmen ging an seinen Halbbruder Jan Antonín Baťa, der die internationale Expansion des Konzerns erfolgreich weiterführte.

die im Jahr 2001 gegründete Tomáš-Baťa-Universität in Zlín (Univerzita Tomáše Bati ve Zlíně)

ein Kanal in der Region Südmähren (Baťův kanál)

Tomáš Baťa, bearbeitet von Anton Cekota, Deutsch von Karl Klaudy: Wort und Tat. Tisk, Zlín 1936 (in Prag (Praha) Souček).

Tomáš Bat'a: Reorganisation des Schumachergewerbes. Firma Bat'a, Zlín 1930.

Tomáš Baťa. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 53.

Eugen Erdély: Thomas Bata – Ein Schuster erobert die Welt. Interna, Bonn 2004, ISBN 3-934662-84-6 (Nachdruck der Ausgabe: Kahler, Leipzig 1932).

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