An diesem Tag

Tiril Eckhoff

Ehemalige norwegische Biathletin

Anúncio

Tiril Kampenhaug Eckhoff (* 21. Mai 1990 in Bærum) ist eine ehemalige norwegische Biathletin. Sie ist zehnmalige Weltmeisterin und gewann bei den Olympischen Winterspielen 2014 und 2022 die Goldmedaille in der Mixed-Staffel. In der Saison 2020/21 gewann Eckhoff den Gesamtweltcup, dazu konnte sie 29 Einzelrennen gewinnen.

Tiril Eckhoff stammt aus einer sportbegeisterten Familie. Sie ist die Tochter von Knut Eckhoff und Elin Kampenhaug und verbrachte ihre Kindheit in Bærum, einem Vorort der norwegischen Hauptstadt Oslo. Ihr Bruder ist der Olympiateilnehmer und Biathlon-Weltmeister Stian Eckhoff, der sie zeitweise als Nationaltrainer betreute. Ihre ältere Schwester Kaja war bis 2007 ebenfalls Biathletin.

Sie besuchte das private Sportgymnasium NTG Lillehammer und studierte anschließend an der NTNU Trondheim den Ingenieurstudiengang „Produktentwicklung und Produktion“, von dem Eckhoff sich später zunächst beurlauben ließ und das Studium dann zugunsten ihrer Biathlonkarriere komplett aufgab.

Im Sommer 2016 zog Tiril Eckhoff zusammen mit ihrem Lebensgefährten Ånund Lid Byggland, einem ehemaligen norwegischen Skilangläufer, von Trondheim nach Oslo. Die beiden sind bereits seit über zehn Jahren ein Paar und haben sich in der Weihnachtspause der Saison 2021/22 verlobt. Nach eigenen Angaben wurde die Verlobung aber wieder gelöst und die beiden haben sich getrennt.

Tiril Eckhoff startete für Fossum IF und bestritt 2008 bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Ruhpolding ihre ersten internationalen Meisterschaften und belegte dort die Plätze 7 im Einzel, 31 im Sprint und 32 in der Verfolgung. Zum Auftakt der Saison 2008 debütierte die Norwegerin bei den Frauen im IBU-Cup. In Idre gewann sie als 31. in ihrem ersten Sprint gleich erste Punkte. In Canmore folgte die erneute Teilnahme bei einer Junioren-WM, bei der Eckhoff Achte des Einzels wurde, 20. im Sprint, 14. der Verfolgung sowie Staffel-Fünfte. Zum dritten Mal nahm sie in Torsby an einer Junioren-WM teil, bei der sie 30. im Einzel wurde, 16. im Sprint und 14. der Verfolgung. Weitaus besser verliefen die Junioren-Wettbewerbe bei den Biathlon-Europameisterschaften 2010 in Otepää. Eckhoff gewann den Titel im Sprint, wurde hinter Synnøve Solemdal und Anastassija Kalina in der Verfolgung ebenso wie hinter Monika Hojnisz und Kaia Woeinen Nicolaisen im Einzel die Bronzemedaillen. Für das Staffelrennen wurde sie in die Frauen-Staffel Norwegens an die Seite von Nicolaisen, Fanny Horn und Solemdal berufen, mit der sie eine weitere Medaille als Viertplatzierte knapp verpasste. Zum Ende der Saison gewann Eckhoff in Brusson bei den Militär-Skiweltmeisterschaften 2010 mit Kari Henneseid Eie, Anne Ingstadbjørg und Jori Mørkve den Titel im Militärpatrouillenlauf.

Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2011 in Nové Město na Moravě erreichte Eckhoff nach Rang 16 im Sprint in der Verfolgung den fünften Platz. Mit der Staffel verpasste sie als Vierte nur knapp eine Medaille. Beim Saisonfinale des Winters 2010/11 in Oslo startete sie erstmals im Biathlon-Weltcup und verfehlte sowohl im Sprint als auch im Verfolgungsrennen die Punkteränge nur knapp.

Erste Einsätze im Weltcup (2011 bis 2013)

Ab der Saison 2011/12 wurde Tiril Eckhoff öfter im Weltcup eingesetzt. Nach einigen Starts im zweitklassigen IBU-Cup startete sie Anfang 2012 bei den Weltcuprennen in Antholz, Oslo und Kontiolahti, verfehlte jedoch auch dort die Punkteränge. Bei den IBU-Cup-Rennen in Altenberg wurde sie in drei Rennen einmal Vierte und zweimal Zweite und durfte beim Saisonfinale des Weltcups in Chanty-Mansijsk an den Start gehen. Dort erreichte sie mit einem 24. Platz im Sprint und einem 20. Platz in der Verfolgung die Punkteränge und qualifizierte sich zudem für den Massenstart, wo sie als Siebte auch zum ersten Mal eine Top-10-Platzierung im Weltcup erreichte. Die Saison beendete Eckhoff auf dem 54. Platz der Gesamtwertung.

Ab der Saison 2012/13 war Eckhoff ein fester Bestandteil der norwegischen Weltcupmannschaft. Anfangs erreichte sie jedoch nur in wenigen Rennen die Punkteränge, beim Sprint in Oberhof verfehlte sie sogar einen Platz unter den besten 60 Athletinnen, um sich für das Verfolgungsrennen zu qualifizieren. In der Folge wurde sie auch nicht für die Biathlon-Weltmeisterschaften 2013 in Nové Město na Moravě eingesetzt, die für die norwegische Damenmannschaft mit Staffel- und Mixedstaffelgold sowie jeweils zwei Gold- und Silbermedaillen in Einzelrennen durch Tora Berger sehr erfolgreich verliefen. Eckhoff musste stattdessen im IBU-Cup in Martell in Südtirol starten. Mit einem siebten Platz im Sprint und einem sechsten Platz im Verfolgungsrennen erreichte sie dort gute Platzierungen, obwohl sie im Verfolgungsrennen nach sieben Schießfehlern mehr als einen Kilometer zusätzliche Laufstrecke in der Strafrunde absolvieren musste. Den Rest des Winters startete sie wieder im Weltcup, beendete jedes Einzelrennen in den Punkterängen und erreichte drei weitere Top-10-Platzierungen. Beim Weltcup in Sotschi, der als Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele im folgenden Jahr veranstaltet wurde, ging sie zum ersten Mal mit der norwegischen Mannschaft im Weltcup bei einem Staffelrennen an den Start. Gemeinsam mit Hilde Fenne, Ann Kristin Flatland und Tora Berger erreichte sie den dritten Platz und sicherte sich damit ihre erste Podiumsplatzierung im Weltcup. Die Saison schloss sie als 29. der Gesamtwertung ab.

Olympisches Gold (2013 bis 2015)

Der Start in die neue Saison 2013/14 gestaltete sich für Tiril Eckhoff mit einem vierten Platz im Auftaktrennen – dem Einzelwettkampf über 15 km im schwedischen Östersund überaus erfolgreich. Insbesondere da dieser Wettkampf für eine eher unterdurchschnittlich gute Schützin wie Eckhoff nicht zu den Paradedisziplinen zählt. Nach einem dritten Platz im Staffelrennen in Annecy/Le Grand-Bornand erreichte sie dort im Verfolgungsrennen ebenfalls den dritten Platz und damit ihre erste Podiumsplatzierung in einem Einzelrennen im Weltcup. Es folgten mehrere Top-10-Platzierungen, die größten Erfolge feierte Eckhoff aber bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. Nach zwei 18. und einem 24. Platz im Sprint-, Einzel- und Verfolgungswettkampf gewann Eckhoff hinter Darja Domratschawa und Gabriela Soukalová die Bronzemedaille. Sie wurde daraufhin auch im Mixedstaffelrennen eingesetzt und gewann gemeinsam mit Tora Berger, Ole Einar Bjørndalen und Emil Hegle Svendsen olympisches Gold. Nachdem Synnøve Solemdal nach nur zwei Rennen ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen aus gesundheitlichen Gründen beenden musste, ging Eckhoff mit Fanny Welle-Strand Horn, Ann Kristin Flatland und Tora Berger beim Staffelrennen an den Start und gewann eine weitere Bronzemedaille. Beim folgenden Weltcup auf der Pokljuka-Hochebene erreichte Eckhoff in allen drei Rennen gute Top-10-Platzierungen, beim Saisonfinale in Oslo verfehlte sie als 61. des Sprints die Qualifikation für das anschließende Verfolgungsrennen. In der Gesamtwertung des Weltcups erreichte sie als Siebte zum ersten Mal einen Platz unter den besten zehn Athletinnen und auch in allen Disziplinwertungen des Winters konnte sie sich in den Top 10 platzieren.

Bei den ersten Rennen der Saison 2014/2015 in Östersund feierte Eckhoff im Sprint ihren ersten Weltcupsieg. Im Laufe der Saison folgten mehrere Podiums- und Top-10-Platzierungen. Im März 2015 nahm sie zum ersten Mal an Weltmeisterschaften in Biathlon teil. Bei den Wettkämpfen in Kontiolahti gewann sie mit Bronze im Mixedstaffelrennen gemeinsam mit Fanny Welle-Strand Horn sowie den Brüdern Johannes Thingnes und Tarjei Bø ihre erste WM-Medaille. In den Einzelrennen verfehlte sie Top-10-Platzierungen und damit auch deutlich die Medaillenränge. Die norwegische Damenstaffel mit Marte Olsbu, Synnøve Solemdal, Fanny Welle-Strand Horn und Eckhoff erreichte nur den vierten Rang, etwa 20 Sekunden hinter der drittplatzierten Staffel aus Italien.

Erster Weltmeistertitel (2015 bis 2017)

Nach einem perfekten Start in den Winter 2015/16 mit einem Sieg im Mixedstaffelrennen in Östersund mit Fanny Horn Birkeland sowie den Brüdern Johannes Thingnes Bø und Tarjei Bø platzierte sie sich überwiegend in den Top 10, beim Massenstart in Ruhpolding erreichte sie als Dritte das Ziel. Sie reiste nicht nach Übersee zu den Wettkämpfen in Canmore und Presque Isle, sondern nutzte gemeinsam mit Birkeland ein Wochenende im zweitklassigen IBU-Cup als Vorbereitung auf die Heim-WM in Oslo. Nachdem sich beide im Einzelrennen über 15 km nach jeweils vier Schießfehlern lediglich Top-10-Ergebnisse erreichten, dominierten sie den Sprintwettkampf. Eckhoff gewann das Rennen mit zwei vor Birkeland mit einem Fehler, auf Rang drei folgte mit deutlichem Abstand die fehlerfreie Nadine Horchler. Bei den Weltmeisterschaften folgte auf eine Bronzemedaille im Mixedstaffelrennen gemeinsam mit Marte Olsbu, Johannes Thingnes Bø und Tarjei Bø überraschend der Sieg im Sprint über 7,5 km. Dies war ihr erster Weltmeistertitel und auch die einzige Einzelmedaille für die norwegische Damenmannschaft bei der Heim-WM. Die norwegische Damenstaffel gewann in der Besetzung Synnøve Solemdal, Birkeland, Eckhoff und Marte Olsbu ebenfalls Gold. Am Saisonfinale des Weltcups in Chanty-Mansijsk nahm Eckhoff nicht mehr teil.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Tiril Eckhoff | World in Stories