An diesem Tag

Tim Duncan

US-amerikanischer Basketballspieler

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Timothy Theodore Duncan (* 25. April 1976 in Christiansted, Amerikanische Jungferninseln) ist ein US-amerikanischer ehemaliger Basketballspieler und -trainer.

Der 2,11 Meter große Power Forward/Center spielte von 1997 bis 2016 für die San Antonio Spurs in der NBA und gewann fünf Meisterschaften (1999, 2003, 2005, 2007 und 2014). Bei den ersten drei Meistertiteln wurde er als Finals-MVP ausgezeichnet und darüber hinaus zweimal zum MVP der Regular Season gewählt. Duncan stand jeweils 15-mal im NBA All-Star Game, dem All-NBA Team sowie dem NBA All-Defensive Team. 2020 wurde er in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen. Duncan gilt für viele Experten als der beste Power Forward aller Zeiten und einer der besten Spieler in der Geschichte der NBA.

Wie seine Schwester Tricia, die für die Amerikanischen Jungferninseln an den Olympischen Spielen in Seoul (1988) teilnahm, strebte Duncan zunächst eine Karriere als Schwimmer an. Als der Hurrikan Hugo im September 1989 das einzige große Schwimmbecken auf Saint Croix zerstörte, wurde das Training ins offene Meer verlegt. Der talentierte Duncan, der sich vor Haien fürchtete, wandte sich daraufhin dem Basketball zu. Obwohl er außergewöhnlich gut spielte, fiel Duncan auf seiner abgeschiedenen Insel keinem College-Trainer auf. Einzig die Wake Forest University in North Carolina bot ihm ein Stipendium an, und das nur, weil der damalige NBA-Spieler Chris King Duncan zufällig spielen sah, und seinem alten College-Trainer davon berichtete.

Von Anfang an konnte Duncan bei den Demon Deacons überzeugen und gehörte zu den besten Spielern der relativ starken Atlantic Coast Conference. Duncan deklassierte Marylands Joe Smith, der im selben Jahrgang wie Duncan war und 1995 als an erster Stelle in der NBA Draft ausgewählt wurde. Duncan dagegen entschied sich, auf dem College zu bleiben. Auch 1996, als er die Chance gehabt hätte, vor Allen Iverson an erster Stelle in der Draft gewählt zu werden. Im selben Jahr wurde er zum „Spieler des Jahres“ in der ACC gewählt, und ebenso im Jahr darauf. Damit ist er einer der wenigen Spieler, die diese Auszeichnung mehrfach gewinnen konnten. Wake Forest zog zu Duncans Ehren die Trikotnummer 21 zurück. Er verließ das College als bester Rebounder der NCAA-Geschichte (dieser Rekord wurde erst 2011 von Kenneth Faried gebrochen).

Sein Abgang und Abschluss am College stand für 1997 fest, und somit auch seine Teilnahme an der NBA Draft 1997. Nach gewonnener Draft-Lottery wählten die San Antonio Spurs Duncan an erster Stelle. Da die Spurs mit David Robinson bereits einen starken Center hatten, wurde das Duo Robinson/Duncan die Twin Towers (deutsch: Zwillingstürme) genannt, in Anlehnung an die früheren Twin Towers der Houston Rockets, Hakeem Olajuwon und Ralph Sampson.

Bereits in seiner ersten NBA-Saison gelangen Duncan mehrere Rekorde. Zum einen war er der erste NBA-Spieler, der jede mögliche Auszeichnung als „Rookie des Monats“ erhielt. Zum anderen wurde er nach der Saison in das All-NBA Team, die Auswahl der fünf besten Spieler der Liga, gewählt, was ihn mit 22 Jahren zum jüngsten Gewinner dieser Auszeichnung machte (diese Marke wurde jedoch später von LeBron James unterboten). Sogar bei der Wahl zum MVP bekam er etliche Stimmen und landete am Ende auf dem fünften Platz.

In Duncans zweite Saison fiel der NBA Lockout des Jahres 1998/99. Die Saison fand aber schließlich, wenn auch auf 50 Spiele verkürzt, statt. In den Playoffs besiegten die Spurs die Los Angeles Lakers und Portland Trail Blazers, jeweils mit 4:0, bevor sie im Finale die New York Knicks mit 4:1 schlugen. Für die Spurs war es der erste Meistertitel in der Vereinsgeschichte. Als zweitjüngster Spieler nach Magic Johnson wurde Duncan zum MVP der Finalserie gewählt.

In der Saison 1999/2000 konnten die Spurs ihren Titel nicht verteidigen, sondern verloren bereits in der ersten Runde gegen die Phoenix Suns, auch da Duncan verletzungsbedingt ausfiel. Im Jahr 2000 lief auch Duncans Vertrag mit den Spurs aus, woraufhin er von zahlreichen NBA-Teams heiß umworben wurde. Auf Drängen von David Robinson blieb er jedoch bei den Spurs. In der Saison 2000/01 verloren die Spurs 0:4 gegen die Lakers, die nach einem außergewöhnlichen Lauf von 15:1-Siegen NBA-Meister 2001 wurden. 2002 verloren die Spurs mit Duncan erneut gegen die Lakers, diesmal mit 1:4. Allerdings wurde Duncan in dieser Saison zum ersten Mal als MVP der Liga ausgezeichnet, womit er ebenfalls (nach Wilt Chamberlain und Wes Unseld) zu den jüngsten Gewinnern dieser Trophäe wurde.

In den Playoffs 2003 gelang es den Spurs erstmals seit 1999 die Lakers zu schlagen. Nachdem sie die Dallas Mavericks in der Conference-Finalserie geschlagen hatten, besiegten sie die New Jersey Nets um Jason Kidd mit 4:2. Erneut wurde Duncan zum MVP der Saison und der Finalserie gekürt. Im entscheidenden sechsten Spiel der Finalserie erzielte Duncan mit 21 Punkten, 20 Rebounds, 10 Assists und 8 Blocks beinahe ein sogenanntes „Quadruple-Double“ (zweistellige Werte in vier Statistikkategorien) und stellte nebenbei eine Bestmarke für Blocks in einer Endspielserie auf. Duncans Mannschaftskollege Robinson beendete nach diesem Triumph seine Karriere, damit endete die Zeit der texanischen „Zwillingstürme“. Duncan und er wurden für den gemeinsamen Titelgewinn beide von der Zeitschrift Sports Illustrated zum Sportler des Jahres 2003 gewählt.

Als Ersatz für Robinson holten die Spurs für die nächste Saison den Slowenen Radoslav Nesterovič. 2004 gelang den Lakers, verstärkt mit Karl Malone und Gary Payton, die Revanche. Nach einem 4:2-Sieg über die Spurs zogen sie ins Finale ein.

Nach dem Wechsel von Shaquille O’Neal nach Miami fielen die Lakers während der Saison 2004/05 als Favorit im Westen aus und somit galten Duncans Spurs als Titelkandidat. Nach relativ problemlosen Siegen gegen die Seattle SuperSonics und die Phoenix Suns zogen die Spurs zum dritten Mal in sechs Jahren ins Finale ein. Nach sieben Spielen hatten sie die Detroit Pistons mit 4:3 geschlagen. Duncan wurde in jeder Finalserie zum MVP der Finalserie gekürt. Nach Rekordhalter Michael Jordan (sechsmal) und LeBron James (viermal) liegt Duncan in dieser Hinsicht mit Magic Johnson und Shaquille O’Neal (je dreimal) gleichauf.

Während der NBA-Saison 2005/06 litt Duncan während des Großteils der Saison unter einem Fersensporn, was zu einem Abfall seiner Leistung führte. Die Spurs erreichten das Western Conference Halbfinale und mussten sich Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks stellen. Duncan war seinem Gegenüber mit 32,2 zu 27,1 Punkten pro Spiel überlegen, doch als es nach sechs Spielen 3:3 stand, wurde Duncan zur tragischen Figur. Obwohl er im siebten und entscheidenden Spiel 39 Punkte verbuchen konnte, verfehlte er in der Verlängerung sechs von sieben Würfen und die Spurs mussten sich dem texanischen Widersacher geschlagen geben. In der folgenden Saison waren die Spurs erneut unter den Favoriten auf die Meisterschaft und schafften es abermals in die Playoffs. In der ersten Runde konnten sie sich bereits nach fünf Spielen gegen die Denver Nuggets, in der zweiten Runde nach sechs Spielen gegen die Phoenix Suns und in der dritten Runde nach fünf Spielen gegen die Utah Jazz durchsetzen. In der Finalserie warteten die Cleveland Cavaliers rund um Superstar LeBron James auf sie, doch die Spurs machten kurzen Prozess. Mit vier überlegenen Siegen setzten sich die Spurs deutlich durch und sicherten sich die Meisterschaft. Diesmal musste Duncan zum ersten Mal den MVP-Titel der Finalserie einem anderen Spieler, seinem Mannschaftskollegen Tony Parker, überlassen. Duncan bezeichnete diese als die beste von den vier Meisterschaften, die er gewinnen konnte. Sein ehemaliger Mitspieler, die Spurs-Legende David Robinson, nannte die vier Titel die „Tim-Duncan-Ära“ und Coach Gregg Popovich lobte Duncan ebenfalls.

In der NBA-Saison 2007/08 brachte Duncan seine gewohnte Leistung von knapp 20 Punkten und 10 Rebounds pro Spiel und führte seine Mannschaft zu 56 Siegen in 82 Spielen. In der ersten Playoff-Runde mussten sie erneut gegen die Suns antreten, die die Spurs in drei der letzten vier Spielzeiten in der Endrunde aus dem Rennen geworfen hatten. In dieser Saison hatte sich Phoenix jedoch durch die Verpflichtung von Shaquille O’Neal verstärkt, der eigens dafür geholt wurde, die Suns durch die Playoffs zu führen. Bereits im ersten Spiel der Serie wurde Duncan gefordert und konterte mit 40 Punkten sowie einem seiner seltenen Dreipunktewürfe, der das Spiel in die zweite Verlängerung schickte. Am Ende konnten die Spurs den Sieg in diesem Spiel und später auch in der Serie erringen. In der zweiten Runde hatten die Spurs gegen die New Orleans Hornets und deren Anführer Chris Paul schon größere Schwierigkeiten, konnten sich aber nach sieben Spielen durchsetzen. In den Western Conference Finals war jedoch Schluss für San Antonio: Die Los Angeles Lakers waren einfach zu stark und setzten sich gegen die Texaner nach fünf Spielen durch. In der folgenden Saison begann Duncan stark, musste sich jedoch ab der Mitte der Saison verletzungsbedingt etwas zurücknehmen. Trotz dieser Probleme und dem Ausfall von Ginobili schafften es die Spurs, sich für die Playoffs zu qualifizieren. In der ersten Runde wurden sie aber auch schon nach fünf Spielen von den Mavericks aus dem Rennen geworfen. 2009/10 holten sich die Spurs Richard Jefferson, Antonio McDyess, Theo Ratliff, DeJuan Blair und Keith Bogans. Trotz seines voranschreitenden Alters war Duncan noch immer für 20 Punkte und 10 Rebounds pro Spiel gut und wurde in die Startaufstellung des Western Conference Teams für das NBA All-Star Game 2010 gewählt. Dieses Jahr setzte sich Duncan mit seiner Mannschaft in der ersten Playoff-Runde nach sechs Spielen gegen die Mavericks durch, allerdings musste man sich hernach sang- und klanglos nach vier Spielen in der zweiten Runde den Suns geschlagen geben.

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