An diesem Tag

Tim Curry

Britischer Schauspieler (1946–2026)

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Timothy James „Tim“ Curry (* 19. April 1946 in Grappenhall; † 25. August 2026 in Los Angeles) war ein britischer Schauspieler, Synchronsprecher, Sänger und Songschreiber. Er wurde 1975 in der Rolle des Dr. Frank N. Furter in The Rocky Horror Picture Show bekannt. 1979 konnte er sich als Sänger mit I Do the Rock in Europa und den USA in den Charts platzieren. 1990 spielte er in Stephen Kings Es den dämonischen Clown Pennywise.

Tim Curry wurde 1946 in der englischen Grafschaft Cheshire geboren. Der Sohn eines Methodisten-Kaplans studierte Anglistik und Drama an der Universität Birmingham.

Seinen ersten Erfolg feierte Curry 1968 mit dem Musical Hair, bei dem er Richard O’Brien kennenlernte und das seine erste professionelle Theaterrolle war. Dem Engagement folgten Anstellungen bei der Royal Shakespeare Company, der Glasgow Civic Repertory Company und dem Royal Court Theatre. In letzterem spielte er erstmals die Rolle des von Richard O’Brien kreierten exzentrischen Wissenschaftlers Dr. Frank N. Furter in The Rocky Horror Show, mit der er 1975 durch die Verfilmung von Jim Sharman als The Rocky Horror Picture Show berühmt wurde.

Es folgten zahlreiche Filme, beispielsweise Stephen Kings Es (1990), in dem er als dämonischer Clown Pennywise zu sehen ist. Daneben arbeitete er auch als Sänger und Komponist und veröffentlichte vier Alben; das erste Read My Lips (1978) enthielt den Song Sloe Gin. Die beiden Singleauskopplungen I Do the Rock und Paradise Garage aus dem Album Fearless konnten sich im Folgejahr in den US-Charts platzieren.

Seine prägnante Stimme war auch bei Produzenten von Trickfilmen und Hörbüchern gefragt. So sprach er 2012 in dem mit einem Audie Award ausgezeichneten Audible-Hörbuch Dracula die Partie des Prof. van Helsing. Zudem wirkte er als Sprecher in Computerspielen wie etwa Toonstruck oder Gabriel Knight mit. 2004 spielte er eine Gastrolle in der amerikanischen Krimiserie Monk; 2005 trat er am Broadway in dem Musical Spamalot, das auf dem Monty-Python-Film Die Ritter der Kokosnuß basiert, als König Artus auf. Von Oktober 2006 bis Januar 2007 spielte er diese Rolle im Palace Theater in Londons West End.

2008 übernahm er die Rolle des fiktiven sowjetischen Premierministers Cherdenko für die Realfilm-Zwischensequenzen in dem Computerspiel Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3. Ein Jahr später sprach Curry den Imperator Doviculus, den Erzfeind der Hauptfigur Eddie Riggs (gesprochen von Jack Black) im Videospiel Brütal Legend. Für das Rollenspiel Dragon Age: Origins (2009) war er ebenfalls als Synchronsprecher tätig. Auch lieh er seine Stimme – nach dem Tod seines Vorgängers Ian Abercrombie – dem Sith-Lord und Kanzler Palpatine in der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars. Sein Schaffen umfasst die Beteiligung an mehr als 240 Produktionen.

Im Juli 2012 erlitt Curry einen Schlaganfall. Von da an nutzte er einen Rollstuhl. Curry blieb vor allem als Synchronsprecher tätig, nur noch wenige Male trat er in persona in Erscheinung. Tim Curry starb im August 2026 in Los Angeles im Alter von 80 Jahren an den Folgen einer koronaren Herzkrankheit.

Nach Currys Tod hob die New York Times seine „Begabung für grelle Exzentrik“ hervor und schrieb zugleich, dass er eine bevorzugte Besetzung für Rollen gewesen sei, die „ausdrucksstarke Boshaftigkeit oder allgemeine Überzeichnung“ verlangten. CNN bezeichnete Curry aufgrund seiner Auftritte in The Rocky Horror Picture Show, Alle Mörder sind schon da und Es als „äußerst populären Schauspieler mit Kultstatus“.

Auch der Rolling Stone bezeichnete Curry als „echte Ikone der Popkultur“, die sich einen Platz in den Geschichtsbüchern des Kinos gesichert habe; ähnliche Nachrufe gab es auch in der Times of India und der Los Angeles Times. Marius Nobach vom Filmdienst charakterisierte Curry als Schauspieler, der „in allem, was vom allzu Normalen abwich“, quer durch alle Medien gern besetzt worden sei.

Bereits Ende der 1960er-Jahre hatte Curry laut Nobach sowohl in Shakespeare- und Brecht-Stücken als auch im Musicalbereich Aufmerksamkeit erweckt; als Mozart in der Broadway-Inszenierung von Amadeus (1980) habe er geglänzt. Seine Darstellung in Amadeus ist auch durch Playbill belegt; Curry gehörte zur Originalbesetzung und erhielt 1981 den Drama Desk Award als bester Darsteller in einem Schauspiel. Nach seinem Tod würdigten Fans mit roten Luftballons an Straßenabläufen und Gullygittern Currys Darstellung des Pennywise in Es.

Tim Curry hatte keinen festen Stammsprecher; am häufigsten wurde er von Thomas Fritsch (ab 1988 zehnmal) und Lutz Mackensy (ab 1991 viermal) synchronisiert.

1974: Sweet Transvestite (The Rocky Horror Picture Show)

1975: Far As We Felt Like Goin’

Tim Curry: Vagabond. A Memoir. Grand Central Publishing, New York 2025, ISBN 978-0-306-83584-1.

Tim Curry in der Internet Broadway Database (englisch)

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