Eldrick Tont „Tiger“ Woods (* 30. Dezember 1975 in Cypress, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Profigolfer und einer der erfolgreichsten Golfspieler der Sportgeschichte. In seiner Karriere gewann er bisher 15 Major-Turniere und liegt damit in der Bestenliste auf Rang zwei hinter Jack Nicklaus (18). Neben Sam Snead hält er mit 82 Turniersiegen den Rekord auf der PGA-Tour, dazu führte er die Weltrangliste insgesamt für 683 Wochen an.
Woods ist Sohn der gebürtigen Thailänderin Kultida Woods (1944–2025) und von Earl Woods (1932–2006), einem Oberstleutnant der United States Army. Woods hat zwei Halbbrüder und eine Halbschwester aus der 18-jährigen Ehe von Earl Woods mit Barbara Woods Gary. Er kam in Cypress, Kalifornien, auf die Welt und wuchs etwas weiter nördlich an der US-amerikanischen Westküste im Großraum von Los Angeles auf. Den Spitznamen „Tiger“ gab ihm sein Vater bereits bei seiner Geburt zu Ehren von dessen Freund Vuong Dang Phong, der mit ihm im Vietnamkrieg gekämpft hatte. Woods besuchte die Western High School in Anaheim und studierte zwei Jahre lang Volkswirtschaftslehre an der Stanford University, bevor er Profigolfer wurde.
1996 gründete er zusammen mit seinem Vater die Tiger Woods Foundation, die sich um die Förderung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in den USA kümmert. Von Oktober 2004 bis August 2010 war Tiger Woods mit dem ehemaligen schwedischen Model Elin Nordegren verheiratet. Das Paar hat eine Tochter (* 2007) und einen Sohn (* 2009). Seit der Scheidung am 23. August 2010 liegt das Sorgerecht für die Kinder bei beiden Elternteilen. Mitte März 2013 gab Woods auf seinem Facebookaccount bekannt, dass er mit der Skirennläuferin Lindsey Vonn (* 1984) in einer Beziehung war. Am 3. Mai 2015 ließ Vonn auf ihrer Facebookseite verlauten, dass sie und Woods sich getrennt haben. Im März 2025 bestätigte er, dass er in einer Beziehung mit Vanessa Trump ist. Er ist Förderer von Vanessas Tochter Kai Trump, die ebenfalls Profi-Golferin ist.
Woods hat Vorfahren thailändischer, afroamerikanischer, indianischer, chinesischer und niederländischer Herkunft. Woods’ Beliebtheit wird zugeschrieben, auch bei den nicht-weißen Amerikanern das Interesse für den Golfsport verstärkt zu haben. Tiger Woods ist praktizierender Buddhist.
Im Alter von sechs Monaten ahmte Woods schon Golfschwünge seines Vaters nach. Kurz vor seinem zweiten Geburtstag bestaunte ihn Amerika in der Mike Douglas Show als eine Art Windeln tragendes Wunderkind. Begleitet von seinem Vater Earl zeigte er volle Schwünge und puttete gemeinsam mit dem Komiker Bob Hope. Als Woods fünf Jahre alt war, erschien er in der Sendung That's incredible. The Today Show und Good Morning America berichteten ebenfalls. Als Woods 13 war, hatten mit NBC, CBS, ESPN und ABC alle großen Fernsehsender der USA über ihn berichtet.
Unbeschadet von der frühen Aufmerksamkeit um seine Person, entwickelte Woods seine Spielfähigkeit Stück für Stück weiter. Sein erstes bedeutendes Amateurturnier, die Junior World Golf Championship, gewann er 1984 im Alter von acht Jahren in der damals jüngsten Altersgruppe. In den folgenden Jahren gewann er in diesem Wettbewerb noch weitere Male, davon viermal in Folge zwischen 1988 und 1991. Den U.S. Junior Amateur Titel gewann er 1991, 1992 und 1993 und ist damit bis heute der jüngste und einzige Mehrfachgewinner. In den darauffolgenden Jahren gewann er auch den U.S.-Amateurtitel der Herren dreimal in Folge, was vor ihm noch niemandem gelang; auch hier ist er ebenfalls der bislang jüngste Sieger. Ab 1994 spielte er zwei Jahre für seine Universität, die Stanford University, und gewann dort den NCAA-Titel, bevor er Profi wurde.
1996–1998: Frühe Jahre und erster Major-Sieg
Im August 1996 begann Woods seine Karriere als Profi-Golfer und unterzeichnete die bis dato höchstdotierten Werbeverträge der Golfgeschichte, unter anderem einen Vertrag über 40 Mio. US-Dollar mit dem Sportartikelhersteller Nike. Sein erstes Golf-Turnier als Profi waren die Greater Milwaukee Open, die er auf dem geteilten 60. Rang abschloss. In den folgenden drei Monaten gewann er zwei Turniere und qualifizierte sich somit für das Saisonfinale, die Tour Championship. Aufgrund seiner Erfolge wurde er von der Sports Illustrated als Sportler des Jahres 1996 sowie von der PGA-Tour als Rookie des Jahres ausgezeichnet. Zudem begann er damit, in Finalrunden grundsätzlich ein rotes Shirt zu tragen; eine Farbe, die er zum einen mit seiner Zeit als Student an der Stanford University verbindet und zum anderen als Symbol für aggressives Spielen und Selbstbewusstsein sieht.
Bereits im folgenden April gewann Woods mit dem Masters mit einem Rekord-Ergebnis von 18 unter Par (270 Schläge) und dem Rekord-Vorsprung von 12 Schlägen sein erstes Major-Turnier. Er war nicht nur der jüngste Masters-Sieger aller Zeiten, sondern zugleich der erste afroamerikanische Sieger. Insgesamt hat er bei diesem Sieg 20 Turnierrekorde auf- sowie weitere sechs eingestellt. 1996 kamen drei weitere Siege hinzu und am 15. Juni 1997 wurde er, lediglich 42 Wochen nach dem Start seiner Profikarriere, erstmals Weltranglistenerster. Schneller hat dies nie zuvor ein Golfer erreicht. Zudem wurde er zum Spieler des Jahres auf der US PGA Tour gewählt; erstmals gelang dies einem Spieler bereits in seinem zweiten Jahr als Profi.
Im zweiten Halbjahr der Saison 1997 und vor allem in der Saison 1998, in der er lediglich ein Turnier gewann, wurde Woods den stark gestiegenen Erwartungen nicht gerecht. Er führte diese Leistungen auf tiefgreifende Schwungänderungen, die er mit seinem Trainer Butch Harmon vollzog, zurück.
1999–2002: Dominanz und Tiger Slam
Mit dem Sieg des Memorial Tournaments im Juni 1999 begann eine Zeit der Dominanz, wie es sie zuvor im Golfsport wohl noch nie gegeben hatte. So beendete er die Saison mit vier Turniersiegen in Folge – darunter die PGA Championship – und insgesamt acht Siegen, dem besten Wert seit 1974. Er wurde erneut PGA-Spieler des Jahres und zudem zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren zum Associated Press Athlete of the Year ernannt.
Die Saison 2000 begann er dort, wo er aufgehört hatte: mit dem fünften Sieg in Folge, welcher gleichzeitig eine Saison voller Rekorde starten sollte. Der sechste Sieg kam beim AT&T Pebble Beach National Pro-Am auf denkwürdige Weise hinzu. Trotz sieben Schlägen Rückstand bei noch sieben zu spielenden Löchern erreichte er mit einer Serie von Eagle-Birdie-Par-Birdie noch die 64 und damit eine 2-Schläge-Führung. Seit Byron Nelson im Jahr 1948 war keinem Spieler eine derartige Siegesserie gelungen. Beim Sieg der US Open 2000 brach bzw. teilte er neun Turnier-Rekorde, unter anderem mit 15 Schlägen Vorsprung den Rekord des größten Vorsprungs der Major-Geschichte aus dem Jahr 1862 von Old Tom Morris. Gleichzeitig übernahm er die Führung in der Rangliste der Karriere-Preisgelder. Bei der Open Championship 2000, die er mit einem Vorsprung von acht Schlägen gewann, stellte er mit einem Endergebnis von 19 Schlägen unter Par einen neuen Major-Rekord auf. Zudem hatte er nun bei allen Major-Turnieren den Rekord des niedrigsten Ergebnisses aufgestellt bzw. geteilt und wurde im Alter von 24 Jahren zum jüngsten Golfer aller Zeiten, der den Karriere-Grand-Slam, also den Sieg sämtlicher Major-Turniere, erreichte.
Der dritte Major-Sieg in Folge bei der PGA Championship war lange Zeit ungewiss. So setzte er sich erst nach einem Drei-Loch-Playoff gegen Bob May durch und wurde der einzige Spieler neben Ben Hogan 1953, der innerhalb einer Saison drei Major-Turniere gewinnen konnte. Bei der Bell Canadian Open gewann er das dritte Turnier in Folge und neben Lee Trevino 1971 als erst zweiter Golfer die US Open, British Open und Canadian Open innerhalb einer Saison. Zum Abschluss der Saison 2000 standen drei Major-Siege in Folge, neun PGA-Turnier-Siege und 27 neue oder geteilte Rekorde. Bei 20 Turnierstarts erreichte er 14-mal die Top 3. Seine durchschnittlich benötigte Schlagzahl von 67,79 war die niedrigste der PGA-Tour-Geschichte.