An diesem Tag

Thomas Strobl

Deutscher Politiker (CDU), Landtagspräsident von Baden-Württemberg

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Thomas Strobl (* 17. März 1960 in Heilbronn) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 2016 bis 2026 Innenminister des Landes Baden-Württemberg sowie stellvertretender Ministerpräsident. Seit 2026 ist er Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg und Landtagspräsident.

Er war von 2011 bis 2023 Vorsitzender der CDU Baden-Württemberg. Von 2012 bis 2022 war er einer von fünf stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Deutschlands. Ab 2014 war Strobl einer der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, bis er 2016 aus dem Bundestag, dem er seit 1998 angehörte, ausschied.

Thomas Strobl wurde als Sohn des Sportredakteurs der Heilbronner Stimme Lothar F. Strobl und dessen Ehefrau Irene in Heilbronn geboren. Nach dem Besuch der Wartbergschule und dem Abitur 1979 am Robert-Mayer-Gymnasium in Heilbronn leistete Strobl weder Wehr- noch Zivildienst, er begann ein Studium der Rechtswissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, das er 1985 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat legte er 1988 das zweite Staatsexamen ab und war anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Heidelberg und danach als parlamentarischer Berater beim Landtag von Baden-Württemberg tätig. Seit 1996 ist er selbständiger Rechtsanwalt in Heilbronn und gründete dort 2001 zusammen mit Alexander Throm, Dietrich Hauser und Rosel Götz Hermann eine bis heute bestehende Anwaltskanzlei.

Strobl ist seit 1996 mit Christine Strobl, ARD-Programmdirektorin und älteste Tochter des CDU-Politikers Wolfgang Schäuble, verheiratet. Er ist evangelisch.

Als 16-jähriger Schüler begann Strobl, sich politisch zu engagieren: er und einige Gleichgesinnte gründeten den Arbeitskreis demokratischer Schüler als Gegengewicht zu den an seiner Schule sehr aktiven Jungsozialisten. 1976 trat er in die Junge Union und 1977 auch in die CDU ein.

Von 1995 bis 2005 war Strobl Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Heilbronn. Von 2001 bis 2011 war er stellvertretender Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Nordwürttemberg.

Am 29. April 2005 wurde er zum Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg gewählt. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Herausgabe des Liederbuchs der CDU Lied.Gut. Als sich herausstellte, dass in diesem Büchlein, das schon seit 20 Jahren von der CDU Baden-Württemberg herausgegeben wurde, auch das Panzerlied aus der Zeit des Nationalsozialismus enthalten war, distanzierten sich Strobl und der damalige Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende Günther Oettinger von diesem Lied, das sie nicht kannten. Strobl wollte das Lied bei der nächsten Auflage nicht mehr abdrucken lassen. Sein Vorgesetzter Oettinger entschied, das Büchlein sofort einstampfen zu lassen.

Von 2008 bis 2010 war Strobl Vorsitzender des Bundesfachausschusses Wirtschafts-, Haushalts- und Finanzpolitik der CDU Deutschlands.

Am 21. April 2011 erklärte Strobl, auf dem Landesparteitag der CDU Baden-Württemberg am 23. Juli 2011 für die Nachfolge von Stefan Mappus im Amt des Landesvorsitzenden zu kandidieren. Mappus hatte nach dem Verlust der Regierungsbeteiligung infolge der Landtagswahl 2011 sein Amt zur Verfügung gestellt. Als Strobls Kandidatur innerhalb der CDU keine ungeteilte Zustimmung fand, erklärte am 27. Juni 2011 der Aalener Landtagsabgeordnete Winfried Mack, sich ebenfalls um den Landesvorsitz zu bewerben. Bei der Wahl erhielt Strobl 63,6 Prozent der Stimmen und wurde damit zum Landesvorsitzenden gewählt, Mack erhielt 36,4 Prozent. Strobl bewarb sich 2014 als Spitzenkandidat der CDU Baden-Württemberg für die Landtagswahl 2016. Er unterlag in der Mitgliederbefragung Guido Wolf mit 44,1 % gegen 55,9 % der Stimmen. Beim CDU-Landesparteitag am 13. November 2021 wurde er ohne Gegenkandidat mit 66,5 % erneut zum Landesvorsitzenden gewählt. Es war das zweitschlechteste Ergebnis seit seiner ersten Wahl; damals hatte er einen Gegenkandidaten. Strobl wurde wegen der schwachen CDU-Ergebnisse bei den beiden Wahlen 2021 parteiintern kritisiert. Am 18. November 2023 wurde Manuel Hagel zu seinem Nachfolger als Landesvorsitzender gewählt.

Von 2012 bis 2022 war er einer der fünf stellvertretenden CDU-Vorsitzenden.

Von 1989 bis 2016 gehörte Strobl dem Gemeinderat seiner Heimatstadt Heilbronn an und war von 1997 bis 2003 Vorsitzender der CDU-Fraktion. 1994 bis 2012 war er Mitglied im Regionalverband Heilbronn-Franken und Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Von Herbst 1998 bis Juni 2016 war Strobl Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 2002 bis 2005 Stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung; im 16. und 17. Deutschen Bundestag war er dessen Vorsitzender. Ab 2009 war er zudem Mitglied des Ältestenrates und Vorsitzender der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe, außerdem wechselte er sich von 2010 bis 2013 im Vorsitz des Vermittlungsausschusses vierteljährlich mit Jens Böhrnsen, dem Vertreter des Bundesrates, ab.

Strobl zog stets als direkt gewählter Abgeordneter des Bundestagswahlkreises Heilbronn in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2013 erhielt er hier 51,4 % (2009: 44,2 %, 2005: 50,3 %) der Erststimmen. Am 3. Juni 2016 legte er, nachdem er zum Landesminister ernannt worden war, sein Mandat nieder; für ihn rückte Iris Ripsam in den Bundestag nach. Er war bis dahin Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag.

Am 12. Mai 2016 wurde er im Kabinett Kretschmann II zum Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, stellvertretenden Ministerpräsidenten und Landesbeauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler in Baden-Württemberg ernannt. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021 kandidierte er im Landtagswahlkreis Heilbronn erfolglos für ein Mandat. Er war von 2021 bis 2026 im Kabinett Kretschmann III weiterhin stellvertretender Ministerpräsident und Minister des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen. Bei der Landtagswahl 2026 kandidierte er erneut im Wahlkreis Heilbronn sowie auf Platz 4 der CDU-Landesliste. Er zog über das Direktmandat erstmals in den Landtag ein. Bei der konstituierenden Sitzung des Landtags am 12. Mai 2026 – exakt 10 Jahre nach seiner Ernennung zum Innenminister – wurde er, obwohl neu im Landtag, zum Landtagspräsidenten gewählt. Tags darauf wurde er im Amt des Innenministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten von Manuel Hagel abgelöst.

Auf Vorschlag der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg war Strobl Mitglied der 17. Bundesversammlung.

Strobl ist Mitglied der pflichtschlagenden Heidelberger Studentenverbindung Alte Leipziger Landsmannschaft Afrania. Seit September 2014 ist er Botschafter des Vereins miteinander e. V., der sich für Projekte für Kinder und Jugendliche engagiert. Strobl ist Mitglied des Heilbronner Vereins Württemberger Gesellschaft e. V. Er ist langjähriges Mitglied der Europa-Union Deutschland.

Strobl unterstützte den Versuch von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, Internetseiten zur Bekämpfung der Kinderpornografie zu sperren (vgl. Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen).

Im Juni 2009 äußerte Strobl gegenüber abgeordnetenwatch.de, dass er die von von der Leyen initiierte Infrastruktur zur Sperrung von Webinhalten, die eigentlich nur für kinderpornografische Inhalte angewendet werden soll, auch zur Sperrung von sogenannten Killerspielen zu verwenden gedenkt.

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