Thomas Hörl (* 17. Oktober 1975 in Hallein) ist ein bildender Künstler. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Golling an der Salzach und Salzburg. Hörls Lebensmittelpunkt befindet sich derzeit in Wien, wo er in den Bildhauergebäuden des Bundes (Praterateliers) ein Studio mietet.
1997–2001 Bildhauerschule Hallein
2003–2009 Kunststudium an der Akademie der Bildenden Künste, Wien, Iceland Academy of the Arts, Reykjavík, und Tokyo Zokei University, Tokio
2015–2018 Kunstuniversität Linz, Abteilung Experimentelle Gestaltung Andrea van der Straeten
Er arbeitet solo als auch in verschiedenen Kooperationen (Gin Müller, Sir Meisi, Michikazu Matsune, Jakob Lena Knebl, Sodom Vienna) und seit 2003 in der Künstlergruppe kozek hörlonski gemeinsam mit Peter Kozek. Seit 2020 erscheinen die beiden bei ihrer Zusammenarbeit allerdings unter ihren bürgerlichen Namen und verzichten auf einen Gruppennamen. Er ist Mitglied im Tennengauer Kunstkreis.
Hörls künstlerischer Schwerpunkt liegt in der Recherche von regionalen Bräuchen und Traditionen. Die folkloristischen Inhalte und Formen transferiert der Künstler in neue Kontexte. Mittels der Collagetechnik sowie des Reenactements entstehen umfangreiche Installationen. Seine künstlerische Arbeit umfasst Performance, Videoarbeiten, Installation, Objekt, Collage und inszenierte Fotografie und zuletzt tauchen auch vermehrt Filmprojekte in seinem vielfältigen Werk auf. Im Rahmen von Artist-in-Residence Programmen oder selbst organisierten Arbeitsaufenthalten war er in Berlin, Frankfurt am Main, Tokio, Paris, London, Vilnius, Tallinn, Tirana, Timișoara, Warschau und Reykjavík tätig.
2017–2019 arbeite Hörl gemeinsam mit Peter Kozek und Alexander Martinz an der Filmtrilogie Dämonische Leinwände die u. a. beim Steirischen Herbst 2018, im Reaktor Wien 2019 und der Diagonale – Festival des österreichischen Films Graz 2020 gezeigt wurde. Der neueste Film LICHTHÖHE von 2021 entstand zusammen mit Peter Kozek und Victor Jaschke für das Kunstprojekt SERPENTINE – a touch of heaven (and hell) kuratiert und organisiert von Michael Zinganel entlang der Großglockner Hochalpenstraße und wird dzt. in einem „Non-Stop Container Kino“ gezeigt und von sixpackfilm vertrieben. Seit 2021 widmet er sich intensiv einem Stummfilmprojekt (F.W.M. Symphonie) über das Verschwinden von F.W. Murnaus Kopf aus seiner Grabstätte und einer umfassenden Monografie über sein bisheriges Solokunstschaffen. Letztere erscheint mit dem Titel Curtain Walls & Rautenballett beim Verlag für moderne Kunst. Der Künstler war zuletzt für den Großen Kunstpreis des Landes Salzburg nominiert und zusammen mit Peter Kozek wurde ihm für ihr gemeinsames Werk von der Stadt Wien der Preis für Bildende Kunst 2021 verliehen.
Sein Faible für Archive und Sammlungen entsprechend entstanden, 2022 eine Arbeit zum Zwettler Tafelaufsatz in der Ausstellung The Fest im Wiener Museum für angewandte Kunst sowie 2023 die Sammlungsausstellung Golling: Eine Collage im Museum Burg Golling. 2024 erhält der Künstler eine Auftragsarbeit für den Steirischen Herbst – Ausgabe 2024. In der Hauptausstellung HORROR PATRIAE gestaltete er das Vestibül der Neuen Galerie Graz mit einer Ahnengalerie zu sieben Schönperchtenfiguren aus dem Alpenraum.
2024/25: HORROR PATRIAE, Steirischer Herbst, Neue Galerie, Graz
2023: Der Tanz um die Sorge, SOHO Studios, Wien
2023: Golling: Eine Collage, Museum Burg Golling
2023: THE REAL WEIRD MAGIC PICTURE SHOW Supernatural & Superhuman & Supercute, das weiße haus, Wien
2022/23: The Fest, MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien
2022: New Adventures in Vexillology, Kunstverein Amrum (D)
2022: La La Siloland, Museum Schloss Orth an der Donau & F-Centrum Devínska Nová Ves (SK)
2022: Curtain Walls & Rautensymphonie, Kunstraum Pro Arte, Hallein
2022: Großer Kunstpreis des Landes 2022, Kunst im Traklhaus, Salzburg
2021: The (seven year itch) Beak-Lady, 1Blick. Kunst im Vorhaus, Hallein