Thomas Daniel Schlee (* 26. Oktober 1957 in Wien; † 10. November 2025 ebenda) war ein österreichischer Organist, Komponist und Intendant.
Thomas Daniel Schlee war der ältere von zwei Söhnen des österreichisch-deutschen Musikwissenschaftlers, Theaterwissenschaftlers und Musikverlegers Alfred Schlee (1901–1999). Nach erstem privatem Orgelunterricht bei Friedrich Lessky studierte Thomas Daniel Schlee in den Jahren von 1976 bis 1983 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Orgel bei Michael Radulescu sowie Harmonielehre und Kontrapunkt bei Erich Romanovsky. Von 1982 bis 1985 lernte er dort Komposition unter Francis Burt. Parallel dazu erfolgte sein Studium der Musikwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien, das er im Jahr 1984 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss. Von 1977 bis 1978 war er Hörer in der Kompositionsklasse von Olivier Messiaen am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris; zudem war er auch Privatschüler von Jean Langlais.
Von 1986 bis 1989 wirkte Thomas Daniel Schlee als Musikdramaturg am Salzburger Landestheater, parallel dazu nahm er von 1988 bis 1990 Lehraufträge an der Musikhochschule Wien und an der Universität Salzburg wahr. Seine Laufbahn als Musikmanager begann er von 1990 bis 1998 in der Funktion als Musikdirektor des Brucknerhauses Linz und künstlerischer Leiter des Internationalen Bruckner Festes. In den Jahren von 1999 bis 2003 war er Stellvertreter des Intendanten der Internationalen Beethovenfeste in Bonn und von 2004 bis 2015 Intendant des Festivals Carinthischer Sommer. Schlee wirkte zusätzlich in der Guardini Stiftung Berlin als musikwissenschaftlicher Projektleiter (1995–1998) sowie deren Präsident (1998–2001) bzw. Präsidiumsmitglied (2001–2013) und Vorsitzender des Musikbeirats (2004–2011). 2008–2013 war er auch Mitglied im Universitätsrat des Mozarteums Salzburg.
Als Organist gestaltete Thomas Daniel Schlee eine Vielzahl an Konzerten und Rundfunkaufnahmen in Österreich und im Ausland, wobei er auch bei wichtigen internationalen Festivals mitwirkte.
1982: Förderungspreis für Musik der Stadt Wien
1983: Erster Preis beim Kompositionswettbewerb der Berliner Liedertafel
1985: Preisträger beim Kompositionswettbewerb der Stadt Erding
1989: Preisträger beim Orgelkompositionswettbewerb „Olivier Messiaen“ Bologna
1990: Chevalier des Arts et Lettres
1997: Joaquin-Rodrigo-Medaille
1998: Kulturpreis für Musik des Landes Oberösterreich
2002: Kirchenmusikpreis der Stadt Neuss
2003: Förderungspreis für Musik des Österreichischen Bundeskanzleramtes
2005: Officier des Arts et Lettres
2007: Kulturmedaille des Landes Oberösterreich
2010: Österreichischer Kunstpreis für Musik
2012: Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich
2015: Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten