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Thierry Henry

Französischer Fußballspieler

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Thierry Daniel Henry (* 17. August 1977 in Les Ulis, Metropolregion Paris) ist ein ehemaliger französischer Fußballspieler und -trainer.

Im Alter von 16 Jahren wechselte der Stürmer zur AS Monaco, bei der er zum Profispieler wurde und 1997 die französische Meisterschaft gewann. Nach seinem Wechsel zum FC Arsenal im Jahr 1999 entwickelte sich Henry zu einem Weltklassespieler, gewann u. a. zwei englische Meistertitel und wurde viermal Torschützenkönig der Premier League. Mit 228 Treffern ist der Franzose Rekordtorschütze der Gunners. 2007 folgte der Transfer zum FC Barcelona, mit dem er zwei weitere Meisterschaften und je einmal die Champions League sowie die Klub-Weltmeisterschaft gewann. Von 2010 bis 2014 ließ Henry seine Karriere bei den New York Red Bulls ausklingen.

Für die französische Nationalmannschaft absolvierte der Angreifer zwischen 1997 und 2010 insgesamt 123 Länderspiele (51 Tore). Dabei wurde Henry 1998 Weltmeister sowie 2000 Europameister. Henry wurde mehrfach als Englands und Frankreichs Fußballer des Jahres ausgezeichnet und ist Mitglied der Premier League Hall of Fame. Im Jahre 2004 wurde er von Pelé in die Liste der 125 besten noch lebenden Fußballer aufgenommen.

Bis 2023 war Henry Co-Trainer der belgischen Nationalmannschaft, von 2023 bis 2024 war er Trainer der französischen U21-Auswahl. 2024 betreute er zudem die französische Olympiaauswahl und gewann mit ihr Silber.

Thierry Daniel Henry wurde am 17. August 1977 geboren. Seine Eltern waren von den französischen Antillen (Karibik) nach Frankreich eingewandert: Vater Antoine stammt aus Guadeloupe, Mutter Maryse aus Martinique. Die Familie lebte in Les Ulis, einer der typischen sozial benachteiligten Banlieues im Südwesten von Paris. Als Henry acht Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden und er lebte ab diesem Zeitpunkt mit seinem älteren Bruder bei der Mutter. Fußball spielte Henry zunächst für die lokalen Jugendmannschaften der Klubs OC Les Ulis und US Palaiseau. Schon früh galt „Titi“ als herausragendes Talent und der ambitionierte Vater vermittelte ihm die Freude am Fußballspiel, machte seinem Sohn aber auch deutlich, dass er durch den Sport einen sozialen Aufstieg schaffen könnte, und impfte ihm großen Ehrgeiz ein. Von 1990 bis 1992 gehörte er zu den ausgewählten Jugendspielern, die im nationalen Trainingszentrum INF Clairefontaine gezielt auf eine Profikarriere vorbereitet wurden. Zu seinen Mitspielern gehörten unter anderen die späteren Nationalspieler Nicolas Anelka, William Gallas und Jérôme Rothen. Anschließend spielte Henry kurzzeitig für den Amateurklub FC Versailles.

Mittlerweile waren Talentscouts der AS Monaco auf ihn aufmerksam geworden und im Juli 1993 wechselte der 15-jährige Henry in die Nachwuchsabteilung der Monegassen. Der Klub aus Monte Carlo war für seine hervorragende Jugendarbeit bekannt und hatte bereits zahlreiche Nationalspieler hervorgebracht.

Bei seinem neuen Klub spielte Henry zunächst für die U17-Junioren und die Reservemannschaft in der Championnat de France Amateur, bevor ihn Trainer Arsène Wenger in den Profikader berief. Wenger war für seine Talentförderung bekannt und ermöglichte dem 17-jährigen Neuling am 31. August 1994 sein Debüt in Frankreichs Division 1 (0:2 gegen OGC Nizza). Kurz darauf wurde Wenger entlassen, Henry konnte sich nicht durchsetzen. Er verfügte zwar über enorme Sprinterqualitäten, seine Spielweise war jedoch wenig effektiv. Die ersten beiden Profitore gelangen Henry am 29. April 1995 beim 6:0-Sieg über den RC Lens. Es dauerte bis zur Saison 1996/97, ehe Henry der sportliche Durchbruch gelang. Trainer Jean Tigana machte ihn in seiner Sturmreihe neben Sonny Anderson und Victor Ikpeba zum etatmäßigen Linksaußen und in diesem Spielsystem übernahm der schnelle Spieler weniger die Rolle des Torjägers denn als Vorbereiter und Flankenläufer (35 Spiele/9 Tore). Die AS Monaco gewann am Saisonende souverän die französische Meisterschaft und Henry erhielt die Auszeichnung des besten Nachwuchsspielers. Im Folgejahr erreichten die Monegassen das Halbfinale der UEFA-Champions League, wobei Henry mit sieben Treffern zweitbester Torschütze der Königsklasse war. Durch seine Leistungen und das hervorragende Zusammenspiel mit David Trezeguet hatte Henry auch international auf sich aufmerksam gemacht. Nach der erfolgreichen WM 1998 zerschlug sich der sicher geglaubte Transfer zu Real Madrid, da diese einen nicht zugelassenen Berater in den Vertragsverhandlungen eingesetzt hatten. Vorerst blieb Henry in Monaco, und obwohl er 1998/99 eine wenig auffällige Hinrunde absolvierte, deutete sich in der Winterpause ein Wechsel zu Juventus Turin an. Letztmals kam er am 16. Januar 1999 als Einwechselspieler beim 1:1 gegen die RC Lens zum Einsatz.

Mit 21 Jahren wagte Henry den Sprung ins Ausland und wechselte im Januar 1999 für umgerechnet 12,5 Millionen Euro zu Juventus Turin in die italienische Serie A. Trotz eines prominent besetzten Kaders, darunter Zinédine Zidane, Alessandro Del Piero, Didier Deschamps, hinkte die Alte Dame den eigenen Ansprüchen hinterher und Erfolgstrainer Marcello Lippi wurde im Februar durch Carlo Ancelotti ersetzt. Henry kämpfte mit Anpassungsproblemen an den taktisch geprägten italienischen Fußball und der anfänglichen Euphorie über die Verpflichtung folgte die rasche Ernüchterung. In Ancelottis 3-5-2-Spielsystem fehlten klassische Außenstürmer, weshalb Henry teilweise auf der für ihn ungewohnten Position als linker Außenverteidiger spielen musste. Von seinen 16 Ligaspielen absolvierte er lediglich vier über die volle Distanz und erzielte dabei drei Tore. Später räumte Henry in einem Interview ein:

Nach nur acht Monaten war Henrys Gastspiel in Turin wieder beendet und er wechselte im August 1999 zum FC Arsenal.

Am 3. August 1999 wurde Thierry Henry offiziell als Neuverpflichtung des englischen Traditionsklubs FC Arsenal vorgestellt. Die Ablösesumme betrug umgerechnet etwa 30 Millionen D-Mark (ca. 15 Millionen Euro).

Trainer der Gunners war Arsène Wenger, der Henry zum Profidebüt verholfen und seinen ehemaligen Schützling nicht aus den Augen verloren hatte. Henry sollte den abgewanderten Nicolas Anelka ersetzen, der für eine Rekordsumme zu Real Madrid gewechselt war. Bei Arsenal fand er ein funktionierendes Spielsystem vor, jedoch hatte Wenger ihm eine neue Position zugedacht und setzte den Flügelspieler von Beginn an konsequent als Mittelstürmer ein. Dieser Positionswechsel leitete die Entwicklung zu einem der beeindruckendsten Torjäger seiner Generation ein. Allerdings musste Henry seine Spielweise zunächst komplett neu ausrichten und sich an den kraftvollen, schnellen Fußball der Premier League anpassen. Nach einer durchwachsenen Anfangsphase gelang ihm erst am 18. September 1999 (8. Spieltag) beim 1:0-Auswärtssieg über den FC Southampton der erlösende Premierentreffer. Allmählich fand Henry zu alter Form und war am Saisonende mit 17 Treffern in 31 Einsätzen bester Torschütze seiner Mannschaft. Allerdings holte Arsenal keinen Titel: Sie verloren das Endspiel des UEFA-Pokals gegen Galatasaray Istanbul (1:4 nach Elfmeterschießen) und wurden 1999/2000 Zweiter der Premier League.

Für Arsenal schoss er seit seiner ersten Saison immer mindestens 17 Tore pro Spielzeit und ist damit bis heute der erfolgreichste Stürmer der Vereinsgeschichte. Den Durchbruch bei Arsenal schaffte Thierry Henry in der Saison 2001/02, als er mit 24 Toren erstmals in seiner Karriere Torschützenkönig wurde. Drei weitere Auszeichnungen dieser Art folgten. 2003 wurde er als bester Torschütze Europas erstmals mit dem Goldenen Schuh ausgezeichnet und im selben Jahr Zweiter bei der Wahl zum FIFA-Weltfußballer des Jahres, hinter seinem französischen Landsmann Zinédine Zidane. 2004 wurde er bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres Vierter und wieder Zweiter bei der Wahl zum FIFA-Weltfußballer des Jahres, diesmal hinter Ronaldinho. Er wurde jedoch in den Jahren 2003, 2004 und 2006 sowohl Englands als auch Frankreichs Fußballer des Jahres.

Am 18. Oktober 2005 stellte er mit einem Doppelpack in der Champions League gegen Sparta Prag einen neuen Torrekord auf: Sein zweites Tor gegen Prag war zugleich das 186. Tor in seinem 302. Spiel für Arsenal, damit brach er den langjährigen Rekord der Arsenal-Legende Ian Wright, der für die Gunners in seiner Karriere insgesamt 185 Treffer erzielte. Zur Saison 2005/06 wurde er der Nachfolger von Patrick Vieira als Kapitän bei Arsenal.

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