Theodor Mügge, eigentlich Friedrich Theodor Leberecht Mücke (* 8. November 1802 in Berlin; † 18. Februar 1861 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller und Verfasser von Abenteuerromanen.
Er war der Sohn des Kaufmanns Johann Leberecht Mücke (* 1754; † 1814) und von Sophia Mücke, geb. Schultz (* 1767; † 1832). Theodor Mügge war zunächst Lehrling in einem Materialwarengeschäft, danach für kurze Zeit Soldat. 1826 begann er an der Berliner Universität in Naturwissenschaften, Geschichte und der Philosophie zu hospitieren. Er reichte schließlich 1832 eine Promotion an der Universität Jena ein, die jedoch abschlägig beschieden wurde. 1832 heiratete er die Operntänzerin Wilhelmine Reiff (* 1797; † 1842). Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod seiner ersten Frau ehelichte er am 3. Oktober 1846 in Neuwied Pauline Kalisch (1823–1904), die Mügge im Haus ihres Onkels Prof. Ernst Kalisch kennengelernt hatte. Aus dieser zweiten Ehe gingen drei Töchter hervor: Hedwig, Jenny und Alma Mügge.
Seit Anfang der 1830er Jahre widmete sich Mügge ganz der Literatur und Publizistik, wurde Mitarbeiter zahlreicher belletristischer und politischer Journale sowie großer Tageszeitungen. Er war eng mit Theodor Mundt befreundet und wurde als engagierter liberaler Schriftsteller dem Umfeld der jungdeutschen Bewegung zugerechnet. 1848 war er an der Gründung der Berliner Nationalzeitung beteiligt, deren Feuilleton er eine Zeit lang redigierte. Am bekanntesten wurde er durch seine zahlreichen Romane und Novellen, die sich durchgängig durch Erfindungsreichtum, durchdachte Behandlung des Stoffes und leichte und gefällige Darstellung auszeichnen.
Wie die Romane mit dem Hintergrund des nordischen Lebens Mügges beste poetische Leistungen waren, so ragten auch unter seinen Reisebildern die Schilderungen aus dem Norden besonders hervor, und bei glücklicher Auffassung der geographischen und ethnographischen Eigentümlichkeiten der durchstreiften Länder werden darin auch die politischen Verhältnisse mit Sachkenntnis besprochen.
Er war Mitherausgeber der historisch-romantischen Taschenbuchreihe Vielliebchen (1828 bis 1861). Die Allgemeine Deutsche Biographie schreibt über ihn „Der freiheitliche Zug, der sich wie ein rother Faden durch Mügge's Leben zog, beseelte auch seine Schöpfungen“.
In für die Jugend bearbeiteter Form wurden einige seiner Werke auch später noch aufgelegt.
Theodor Mügge starb 1861 im Alter von 58 Jahren in Berlin an den Folgen einer „Kopfrose“. Er wurde auf dem Friedhof I der Jerusalems- und Neuen Kirche vor dem Halleschen Tor beigesetzt. Das Grab ist nicht erhalten. Er war der Großvater des Schriftstellers Hans Dominik.
Der Chevalier. Ein Roman. Wigand, Leipzig 1835.
Die Vendéerin. Ein Roman. Duncker, Berlin 1837 (thematisiert den Aufstand der Vendée).
Tänzerin und Gräfin. Ein Roman. Michelsen, Leipzig 1839 (2 Bde.).
Toussaint oder der Negeraufstand in Haiti. Eine historische Erzählung für die Jugend. Hoffmann, Stuttgart 1840.
König Jakobs letzte Tage. Novelle. F. Kunt, Eisleben 1850 Digitalisat
Der Vogt von Silt. Roman. 2. Aufl. Otto Janke, Berlin 1858 Digitalisat
Der Majoratsherr. Otto Janke, Berlin 1853 Digitalisat
Weihnachtsabend. Roman. Otto Janke, Berlin 1853 Digitalisat
Afraja. Roman. Meidinger Sohn & Cie., Frankfurt a. M. 1854 [Online-Version] (PDF-Datei; 17,7 MB)
Die Erbin. Roman. Otto Janke, Berlin 1855.
Erich Randal. Historischer Roman aus der Zeit der Eroberung Finnlands durch die Russen im Jahre 1808. Meidinger Sohn & Cie., Frankfurt a. M. 1856 Digitalisat