Theodor Fürchtegott Kirchner (* 10. Dezember 1823 in Neukirchen/Erzgeb.; † 18. September 1903 in Hamburg) war ein deutscher Komponist, Dirigent, Organist und Pianist.
Kirchner erhielt bereits frühzeitig Unterricht in Klavier und Orgel. Ab 1838 setzte er seine musikalische Ausbildung in Leipzig fort, wo er die Bekanntschaft mit Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy machte.
Nach Beendigung seines Studiums trat Kirchner 1843 als erster Schüler in das neu gegründete Leipziger Konservatorium ein. Noch im selben Jahr ging er auf Empfehlung Mendelssohns nach Winterthur in die Schweiz, wo er die Stelle des Organisten an der dortigen Stadtkirche antrat. Parallel dazu gab er Konzerte und wirkte als Musiklehrer. Ab 1862 war er als Dirigent in Zürich tätig, wo er die Abonnementskonzerte der Allgemeinen Musik-Gesellschaft (AMG) leitete. Hier machte er die Bekanntschaft mit Johannes Brahms, mit dem ihn daraufhin eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte, sowie mit Friedrich Hegar. 1868 heiratete er in Zürich die Sängerin Maria Schmidt. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Emmy (1870–1942), Blanka (* 1871, starb drei Monate nach der Geburt an Cholera) und Theodor (1872–1927). Im Jahre 1872 verließ er die Schweiz und ging zurück nach Deutschland. Stationen seines Wirkens sind ab 1872 Meiningen, wo er als Musiklehrer wirkte, sowie ein Jahr später Würzburg; hier hatte er die Stellung des Direktors der dortigen Musikschule inne. Ab 1876 war er einige Jahre als Musiklehrer in Leipzig tätig und wechselte im Jahre 1883 an das Dresdner Konservatorium. Dort gehörte zu seinen Schülern Georg Pittrich. Im Jahre 1890 ging Kirchner nach Hamburg, wo er fast erblindet und durch mehrere Schlaganfälle gelähmt 1903 starb.
Seine finanziellen Verhältnisse waren zeitlebens sehr schlecht. Im Jahre 1884 wurde daher für ihn eine Spendenaktion initiiert, an der sich unter anderem Edvard Grieg, Hans von Bülow sowie Carl Reinecke beteiligten. Der Erlös wurde angelegt und der Zins wurde Kirchner zum Lebensunterhalt zur Verfügung gestellt. Sein Freund Johannes Brahms unterstützte ihn jedoch, wie schon in den Jahren zuvor, weiterhin finanziell.
Theodor Kirchner wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg, Planquadrat Z 8 (südlich Kapelle 8), beigesetzt.
Theodor Kirchner war ein sehr produktiver Komponist. Sein Schaffen ist sehr vielfältig und komplex. Als Komponist verzichtete er zeitlebens auf große Formtypen und gab sein Bestes in ausdrucksvollen Charakterstücken. Allein das Klavierwerk umfasst über 1.000 Kompositionen. Daneben bearbeitete er eine Vielzahl der Werke Schumanns und Brahms’ für das Klavier. Des Weiteren schrieb er Arrangements zu Stücken von Ludwig van Beethoven, Edvard Grieg, Joseph Haydn, Franz Schubert und vielen anderen. Er gilt als der Hauptvertreter der Klavierminiaturistik der Romantik.
Grüsse an meine Freunde. Fünf Clavierstücke op. 5
Albumblätter. Neun Clavierstücke op. 7
Skizzen. Kleine Clavierstücke op. 11
Lieder ohne Worte. 7 Klavierstücke op. 13
Kleine Lust- und Trauerspiele. Zwölf Clavierstücke op. 16
Neue Davidsbündlertänze. Zwölf Charakterstücke op. 17
Legenden. Neun Dichtungen op. 18
Zehn Clavierstücke nach eigenen Liedern op. 19
Aquarellen. 12 Klavierstücke op. 21
Still und bewegt. 8 Klavierstücke op. 24
Nachtbilder. 10 Charakterstücke op. 25
Album für Klavier. 12 kleine Stücke op. 26