An diesem Tag

Theodor Blank

Deutscher Politiker (CDU), MdB, Bundesminister

Anúncio

Theodor Anton Blank (* 19. September 1905 in Elz; † 14. Mai 1972 in Bonn) war ein deutscher Politiker der CDU, der das nach ihm benannte Amt Blank, eine Vorgängerinstitution des Bundesministeriums für Verteidigung (ab 1961 der Verteidigung), aufbaute und leitete. Von 1955 bis 1956 war er im Anschluss der erste Bundesminister für Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland und von 1957 bis 1965 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.

Theodor Blank wurde am 19. September 1905 als drittes von zehn Kindern in Elz im Westerwald geboren. Sein Vater war Schreiner. Seine Mutter war Margarete Blank, geborene Eufinger. Theodor Blank wurde katholisch getauft und auch in diesem Glauben erzogen. Seine Eltern zogen 1913 nach Dahlhausen bei Bochum. Beeinflusst durch seinen Vater, stand Blank in diesen Jahren den Zielen der Zentrumspartei nahe. Nach dem Volksschulabschluss 1919 absolvierte er bis 1923 eine Lehre als Modellschreiner und einen Lehrgang für Metallarbeiter. Bereits während der Lehrzeit trat er den christlichen Gewerkschaften bei. Nach seinem Berufsabschluss war er bis 1929 als Arbeiter in der Steinfabrik Dr. C. Otto & Comp. in Dahlhausen/Ruhr beschäftigt.

Blank war ab 1929 hauptamtlich beim Zentralverband christlicher Fabrik- und Transportarbeiter tätig und als Gewerkschaftssekretär für das nördliche und nordwestliche Ruhrgebiet zuständig. Sein Wirkungskreis in Dortmund bestand darin, hier als Agitations- und Verwaltungsstellenleiter wirksam zu werden. Dabei sammelte er seine ersten Erfahrungen in der gewerkschaftlichen Arbeit, vor allem aus der Sicht der Arbeiterschaft. In dieser Zeit erwarb er an einer Abendschule die Oberschulreife.

Durch das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 wurden die freien Gewerkschaften verboten. Das betraf auch die christlichen Gewerkschaften. Somit wurde Theodor Blank bis 1935 arbeitslos und nutzte diese Zeit, um sich beruflich zu qualifizieren. Unterstützung fand er dabei im Bischöflichen Konvikt in Braunsberg und bereitete sich hier auf seine Abiturprüfung vor, die er 1936 dann als Externer am Carl-Humann-Gymnasium in Essen-Steele ablegte. Im Anschluss daran nahm er ein Studium der Mathematik und Physik an der Universität Münster auf, das er aber aus finanziellen Gründen abbrechen musste.

Daraufhin arbeitete Blank ab 1937 für rund ein Jahr, außerhalb des Ruhrgebietes, in den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken in Dessau. 1938 kehrte er nach Dortmund zurück und wurde Konstrukteur für Grubenventilatoren bei einer Grubenbaufirma. Im Frühjahr 1939 begann er, neben dieser Beschäftigung, ein Studium der Ingenieurwissenschaften an der Technischen Hochschule Hannover. 1939 heiratete er die Dortmunderin Paula Baumgart.

Er wurde Mitte August 1939 zwei Wochen vor dem Beginn des Überfalls auf Polen zur Wehrmacht einberufen und musste deshalb erneut sein Studium abbrechen. Er war bei der Wehrmacht als technischer Inspektor des Nachrichtenregiments einer Panzerdivision eingesetzt und erreichte den Dienstgrad eines Oberleutnants der Reserve. Kurz vor Kriegsende wurde Blank 1945 nördlich von Dachau von Soldaten der 7. US-Armee gefangen genommen. Er wurde Anfang Juli 1945 aus der Gefangenschaft entlassen, kehrte nach Dortmund zurück und setzte seine Arbeit in der Gewerkschaftsbewegung fort.

Dort gehörte er zu den aktiven Organisatoren und späteren Mitbegründern des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). An der Seite von Hans Böckler (1875–1951) setzte er sich, aus seinen Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus, für die Gründung weltanschaulich und parteipolitisch unabhängiger Einheitsgewerkschaften ein.

Blank gehörte von 1945 bis 1950 dem Vorstand der IG Bergbau an und war ab 1948 deren dritter Vorsitzender.

Auf Empfehlung Konrad Adenauers wurde Theodor Blank 1947 als Sprecher der Arbeitnehmer in den Frankfurter Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes delegiert. In Dortmund gründete er den Verband der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft mit. In diesen Gremien setzte er sich entschieden für die von Ludwig Erhard (1897–1977) vertretene neue Wirtschaftspolitik ein, zur Schaffung der Grundlagen für die soziale Marktwirtschaft.

Sein Bruder Joseph Blank war von 1954 bis 1958 CDU-Landtagsabgeordneter im Landtag NRW, danach bis 1963 Staatssekretär und Minister für Landesplanung, Wohnungsbau und öffentliche Arbeiten.

Sein Neffe Joseph-Theodor Blank zog nach der Bundestagswahl 1983 erstmals in den Bundestag ein, dem er bis 2002 angehörte.

Nach seiner Freilassung beteiligte sich Blank am Aufbau einer überkonfessionellen christlichen Volkspartei und gehörte mit zu den Gründern der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) in Westfalen. Bereits ein Jahr später war er Vorsitzender der CDU-Fraktion im Dortmunder Stadtrat und wirkte hier vor allem als Sprecher der jungen Generation. Mit der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen 1946 war er Mitglied der CDU-Fraktion im Landtag, deren Vorsitzender Konrad Adenauer (1876–1967) war. Von 1958 bis 1969 war er Mitglied im Bundesvorstand der CDU, außerdem von 1958 bis 1966 stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender und damit Mitglied im Präsidium der CDU.

Als junger Aktivist auf der politischen Bühne wurde Theodor Blank am 14. Dezember 1945 in die Dortmunder Stadtvertretung berufen. Im Oktober 1946 wurde er Mitglied des von der britischen Besatzungsmacht ernannten Landtags Nordrhein-Westfalens. Von 1947 bis 1949 gehörte er außerdem dem Wirtschaftsrat der Bizone an. Dort war er ein entschiedener Verfechter der sozialen Marktwirtschaft nach dem Modell des Ahlener Programms der nordrhein-westfälischen CDU, das am 3. Februar 1947 bei einer Tagung im St.-Michael-Gymnasium der Stadt Ahlen angenommen worden war. „Überwindet Kapitalismus und Marxismus“ war die dominierende Zielstellung aus den Erfahrungen der letzten zwei Jahrzehnte in Deutschland.

Seit der ersten Bundestagswahl 1949 war Theodor Blank Mitglied des Deutschen Bundestages. Als Direktkandidat des Wahlkreises Borken – Bocholt – Ahaus zog er als Mitglied in den Bundestag ein. Damit begann eine lange, über viele Jahre anhaltende erfolgreiche Tradition. Theodor Blank ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Borken – Bocholt – Ahaus beziehungsweise Ahaus-Bocholt in den Bundestag eingezogen. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung fungierte er 1965 bis 1969 als stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nachdem er schon 1956/1957 dem Fraktionsvorstand als Beisitzer angehört hatte. 1957 arbeitete er im Rahmen seines Bundestagsmandats mit an dem Gesetzentwurf der Unionsfraktion zur Privatisierung des Volkswagenwerks.

1952 gehörte Blank zu einer Gruppe von 34 Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion, die einen Gesetzentwurf zur Einführung des relativen Mehrheitswahlrechts in den Bundestag einbrachten und damit auch die Stabilität der Koalition gefährdeten, da dies für die anderen Parteien in der Regierung eine Bedrohung ihrer parlamentarischen Existenz bedeutete.

Theodor Blank legte aus gesundheitlichen Gründen am 21. April 1972, bereits schwerkrank, sein Abgeordnetenmandat nieder.

Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Der Aufbau der Bundesorgane begann am 14. August 1949 mit den ersten Wahlen zum Bundestag. Als Wahlsieger gingen CDU/CSU hervor. Von Konrad Adenauer wurde Theodor Blank angetragen, in der ersten Regierung der Bundesrepublik das Amt des Bundesministers für Arbeit zu übernehmen. Zugunsten von Anton Storch (1892–1975), der auch aus den Reihen der christlichen Gewerkschaften kam und ebenfalls für diese Position im Gespräch war, verzichtete Blank auf dieses Amt. Am 20. September 1949 wurde Storch als erster Bundesminister für Arbeit bestätigt.

Mitte des Jahres 1950 war das Thema der Sicherheit des noch jungen Staates stärker in den Fokus der politischen Überlegungen von Bundeskanzler Adenauer gerückt. Deshalb berief er als seinen Sicherheitsberater am 24. Mai 1950 den ehemaligen General der Panzertruppe Gerhard Graf von Schwerin (1899–1980). Theodor Blank und weitere Unionsparlamentarier wurden am 13. Juli 1950 vom amerikanischen Hochkommissar John Jay McCloy (1895–1989) vor die Frage der Wiederaufrüstung der Bundesrepublik gestellt. Die Antwort war, wie sich später Franz Josef Strauß (1915–1988) erinnerte, „Ja“, aber nur bei voller Gleichberechtigung. Nach Unstimmigkeiten bereits nach einigen Monaten mit Graf von Schwerin wurde am 17. Oktober 1950 Theodor Blank dem Kabinett als neuer Sicherheitsbeauftragter vorgestellt und von Schwerin von dieser Tätigkeit entbunden.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Theodor Blank | World in Stories