An diesem Tag

The New York Times

Englischsprachige Tageszeitung aus New York

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The New York Times (NYT) ist eine einflussreiche überregionale US-amerikanische Tageszeitung, die im Verlag der New York Times Company erscheint. Herausgeber ist seit 2018 Arthur Gregg „A. G.“ Sulzberger; Chefredakteur ist seit Juni 2022 Joseph F. Kahn. Die NYT hat die höchste Abonnentenzahl aller US-Zeitungen.

Bedeutung, Kennzahlen und Management

Ende 2016 lag die Druckauflage der New York Times wochentags bei 571.500, am Wochenende bei 1.085.700 Exemplaren. 2019 war die wochentägliche Auflage auf 483.701 Exemplare gesunken. Im Jahr 2021 verfügte das Unternehmen mit 1.700 redaktionellen Mitarbeitern über die größte Zeitungsredaktion der USA. 2024 beschäftigte die Zeitung etwa 7 Prozent aller Zeitungsjournalisten der USA. Mit 126 Millionen unterschiedlichen Besuchern (Juni 2016) hat die NYT die größte Online-Reichweite unter den Nachrichtenseiten und lag 2020 auf Platz 25 der Alexa-Rangliste aller Webseiten.

Sie ist als Leitmedium die mit den meisten Pulitzer-Preisen (132) ausgezeichnete Zeitung und hat mit 9,6 Millionen Abonnenten (Februar 2023) auch die meisten Abonnenten.

Herausgeber der Zeitung ist seit 1. Januar 2018 Arthur Gregg „A. G.“ Sulzberger; Chefredakteur ist seit Juni 2022 Joseph F. Kahn. Kaufmännische Leiterin ist seit September 2020 Meredith Kopit Levien als CEO und President der Verlagsgesellschaft.

Die New York Times wurde als The New-York Daily Times 1851 von Henry J. Raymond und George Jones gegründet; die erste Ausgabe erschien am 18. September 1851. Davor war Raymond jahrelang enger Mitarbeiter von Horace Greeley, der die New York Tribune herausgab. Die Absicht der Gründer war es, eine weitere seriöse Alternative zu den damals in New York vorherrschenden reißerischen Zeitungen anzubieten. Bekannt wurde die New York Times zwischen 1860 und 1870 durch ihren damaligen Redaktionschef John Swinton. Adolph Ochs (1858–1935) übernahm die Zeitung 1896. Unter ihm erreichte die Zeitung internationale Reichweite und Beachtung. Die heutige Eigentümerin der New York Times, die New York Times Company, wird bis heute (2016) von einigen Nachfahren Ochs’ dominiert.

Ochs änderte den Titel der Zeitung in New York Times und schuf ihren Slogan All the news that’s fit to print (etwa: „Alle Nachrichten, die es wert sind, gedruckt zu werden“). Damit einher geht das Selbstverständnis der NYT als Newspaper of record – als Zeitung mit gründlicher und umfassender Berichterstattung. Allgemein gilt die NYT als zuverlässige Quelle für Nachrichten. Ihre redaktionelle Ausrichtung bei der Interpretation von Ereignissen gilt als liberal; die New York Times beschäftigt jedoch Kommentatoren aller in den USA wichtigen politischen Richtungen.

Seit September 1896 erscheint als sonntägliche Zeitungsbeilage das The New York Times Magazine. Im Oktober 1896 begann die New York Times darüber hinaus mit der Herausgabe einer wöchentlichen Beilage, die Buchbesprechungen veröffentlichte und heute den Titel The New York Times Book Review trägt.

Während der Herausgeberschaft unter A. M. Rosenthal von 1969 bis 1988 modernisierte sich die New York Times grundlegend in redaktioneller Hinsicht. Rosenthal erweiterte sie durch neue Tagesrubriken, die sections, nämlich Sports Monday, Science Times am Dienstag, die Living Section am Mittwoch, die Home Section am Donnerstag und Weekend am Freitag. Weiterhin erfreute sich das Lesepublikum am Wochenende an vielen Sonntagsbeilagen zu den Themen Wirtschaft, Reisen, Unterhaltungsspiele, Freizeitaktivitäten, Erziehung, Mode, Gesundheit und anderen. In dieser Zeit florierte das Anzeigengeschäft; der Gesamtumsatz der NYT versiebenfachte sich nominell in den siebzehn Jahren von 1969 (238 Mio. US-Dollar) bis 1986 (1,6 Milliarden US-Dollar). Rosenthal achtete in der Regel auf eine Trennung von Kommentar und Berichterstattung, wodurch die NYT „straight“ werden sollte. Die themenbezogene Diversifizierung wurde zum Vorbild US-amerikanischer und ausländischer Tageszeitungen. Im Jahr 1997 fand ein Redesign statt, bei dem die vielfach als Gray Lady bezeichnete New York Times lange nach den meisten anderen Zeitungen erstmals Farbfotos auf der Titelseite bekam.

Im Juni 1971 wurden in der New York Times ein erster Teil der Pentagon-Papiere veröffentlicht, die Daniel Ellsberg der Zeitung zugespielt hatte. Die Bundesregierung erwirkte vor einem Bezirksgericht eine einstweilige Anordnung, die eine weitere Veröffentlichung untersagte. Der Prozess ging vor das Oberste Bundesgericht der USA, das eine Grundsatzentscheidung über die Pressefreiheit im Kontext des 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten fällte. Das Gericht entschied, dass die Pressefreiheit es der Regierung verbietet, nach dem Espionage Act ein vorheriges Veröffentlichungsverbot zu erlassen, es sei denn, dass die Regierung nachweist, dass die Veröffentlichung „schweren und irreparablen“ (grave and irreparable) Schaden für die Interessen der Öffentlichkeit bedeuten würde.

Die Veröffentlichung sorgte für weltweites Aufsehen und trug zur verstärkten Ablehnung des Vietnamkriegs in der amerikanischen Öffentlichkeit bei.

Mit der Washington Post zusammen gab die NYT die weltweit erscheinende International Herald Tribune heraus. Am 30. Dezember 2002 übernahm die NYT den Aktienanteil der Washington Post und gibt die Tribune seitdem allein heraus.

Das Image der NYT als vertrauenswürdige Nachrichtenquelle wurde im März 2003 beschädigt, als bekannt wurde, dass ihr Reporter Jayson Blair zahlreiche Artikel nicht vor Ort recherchiert und zum Teil auch einfach erfunden hatte. Chefredakteur Howell Raines und der leitende Redakteur Gerald Boyd traten zurück. Die NYT kündigte an, ihre Veröffentlichungspraxis zu überprüfen. Nachfolger Raines als Chefredakteur wurde der langjährige NYT-Redakteur und Manager Bill Keller.

Machtkampf mit Morgan Stanley (2006–2008)

Im April 2006 kündigte Hassan Elmasry, der Portfolio-Manager der Investmentbank Morgan Stanley an, den Einfluss der Unternehmerfamilie Sulzberger zu brechen. Dazu verbündete er sich mit dem Medieninvestor Bruce Sherman, dessen „Fonds Private Capital Management“ mit 15 Prozent den damals größten Aktien-Anteil an der Times Company hielt. 7,15 Prozent Anteile von Morgan Stanley kamen hinzu. Dieser Kampfansage vorausgegangen war eine wütende Kritik des Weißen Hauses und der US-Republikaner am vorsichtigen Abrücken der NYT-Unterstützung für den immer umstritteneren Irak-Krieg. Elmasry kritisierte, dass es bei der NYT zwei Klassen von Aktien gebe, nämlich Class-B-Aktien mit vollem Stimmrecht für die acht Treuhänder der Familie und weniger stimmberechtigte Class-A-Aktien für institutionelle Anleger. Nach Ansicht von Fondsmanager Elmasry wäre bei der NYT ein Wechsel im Aufsichtsrat notwendig, da es die NYT an ökonomischer Vernunft fehlen lasse. Dieser Behauptung standen drastische Einsparungsmaßnahmen im Druckbereich und eine inhaltlich größere Ausgabe gegenüber. Weiterhin wandten bzw. wenden die Verlegerfamilien des Wall Street Journal und der Washington Post dasselbe Verfahren an, um die Kontrolle über ihre Gründungen aufrechtzuerhalten und es ist die gesamte Zeitungsbranche, die seit Jahren mit sinkender Auflage und fallenden Werbeeinnahmen kämpft. Im Februar 2007 zog die Familie Sulzberger ihr Geld bei Morgan Stanley ab.

Der Druck der Hauptaktionäre verfehlte seine Wirkung nicht: die New York Times Company erhöhte die Dividende, verkaufte unprofitable TV-Lokalsender und kürzte die Managementgehälter. So verkaufte die NYT Co. im Mai 2007 ihre Fernsehstationen für 575 Millionen US-Dollar, um ihre Verbindlichkeiten abzahlen zu können. Weiterhin sollten 250 Stellen bis April 2008 wegfallen und das Papierformat der NYT verkleinert werden; dies wiederum hatte eine Kürzung von fünf Prozent aller Nachrichten zur Folge.

Am 17. Oktober 2007 wurde bekannt, dass Morgan Stanley sein gesamtes Aktienpaket an der New York Times Company an bis dahin unbekannte Investoren veräußert hatte. Damit wurde der Machtkampf um die Gesellschaft zugunsten der Familie Sulzberger beendet. Ein Investmentberater von Mediatech Capital Partners LLC bestätigte, dass Elmasry auch im Namen weiterer einflussreicher Interessenten handelte.

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