An diesem Tag

Tex Avery

US-amerikanischer Regisseur und Zeichner von Zeichentrickfilmen

Anúncio

Tex Avery (eigentlich Frederick Bean Avery; * 26. Februar 1908 in Taylor, Williamson County, Texas; † 26. August 1980 in Burbank, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Regisseur und Zeichner von Zeichentrickfilmen. Avery war wesentlich an der Entstehung der Figuren Schweinchen Dick, Elmer Fudd, Daffy Duck, Bugs Bunny, Screwy Squirrel, George und Junior, und Droopy Dog beteiligt.

Mit seinen rasanten Verfolgungsjagden, absurden Gags und aberwitzigen Übertreibungen hat er das Genre bis an seine Grenzen ausgeschöpft und maßgeblich geprägt. Sein Leitspruch lautete: „In einem Cartoon ist alles möglich.“

Frederick Bean Avery war der Sohn von George Walton Avery (1867–1935) und dessen Ehefrau Mary Augusta Bean (1886–1931). Mütterlicherseits ist er ein direkter Nachfahre des selbsternannten Friedensrichters Roy Bean. Seine Großmutter verschwieg ihm weitere Details, da sie sich für diesen exzentrischen Verwandten schämte: “Don't ever mention you are a kin to Roy Bean. He's a no good skunk!! – Sage niemandem, dass du mit Roy Bean verwandt bist. Er war ein Tunichtgut!!”

Aufgrund seiner Herkunft und seines texanischen Dialekts bekam Fred Avery seinen Spitznamen „Tex“.

Bereits auf der Highschool war Tex Avery als Zeichner aktiv. Er zeichnete für eine Schülerzeitung und veröffentlichte außerdem einen wöchentlichen Onepager, den er an die Wandzeitung pinnte. Darüber hinaus belegte er einen dreimonatigen Sommerkurs am Chicago Art Institute; als Lehrer wurden Karikaturisten der führenden Tageszeitungen eingeladen. Nach Abschluss der North Dallas High School im Juni 1927 arbeitete Avery an einem Comicstrip, den er verschiedenen Zeitungen anbot. Allerdings erntete er nur Absagen. Durch die Freundin eines Freundes kam Tex Avery in die Tusch- und Zeichenabteilung von Walter Lantz Productions, einem etablierten Studio für Zeichentrickfilme.

Ab 1930 war Tex Avery für Walter Lantz als Trickfilmzeichner tätig. Er tuschte und zeichnete u. a. für die Reihe Oswald the Lucky Rabbit, einem Vorläufer von Micky Maus. Auch war er an der Entstehung der Kurztrickfilme Elmer, the Great Dane und Towne Hall Follies (beide 1935) beteiligt.

Durch einen fahrlässigen Streich seiner Kollegen verlor Tex Avery in den Zeichenstudios ein Auge. So war es bei den jungen Zeichnern untereinander üblich, mit einer Schleuder hin und wieder auf den Hinterkopf eines Anwesenden zu zielen. Bei einem dieser Angriffe wurde Avery, da er sich just in jenem Moment umdrehte, von einer Büroklammer ins Auge getroffen. Seitdem war Tex Avery auf dem linken Auge blind.

Tex Avery verließ Walter Lantz nach fünf Jahren Zusammenarbeit aus finanziellen Gründen und wechselte in die Trickfilmabteilung von Warner Bros.

Tatsächlich arbeitete Tex Avery für Leon Schlesinger, der die Zeichentrickfilme auf eigene Rechnung produzierte und sie via Warner Brothers Pictures in den Reihen Looney Tunes und Merrie Melodies veröffentlichte. Im Vorstellungsgespräch behauptete Avery gegenüber Schlesinger, er hätte bereits bei zwei Cartoons die Regie übernommen – was so nicht stimmte.

Leon Schlesinger, dessen Zeichenstudio durch den Weggang von Hugh Harman und Rudolf Ising empfindlich geschwächt war, wagte das Risiko mit seinem Neuzugang. Schlesinger stellte Avery eine abgelegene Baracke sowie eine Gruppe Zeichner zur Verfügung, die ohnehin etwas Neues probieren wollten. Zu diesen Zeichnern gehörten Chuck Jones, Bob Clampett und Bob Cannon; die alte Zeichenbaracke erhielt die Scherzadresse Termite Terrace („Termiten-Terrasse“).

Für das erste Trickfilm-Projekt Gold Diggers of '49 (1935) bediente sich das Team an dem Trickfilm I Haven't Got a Hat (1935), für den Bob Clampett ein stotterndes Schweinchen kreiert hatte. Dieses namenlose Schweinchen wurde nun zu Schweinchen Dick und sollte sich rasch zum Maskottchen der Looney Tunes entwickeln. Das Team um Fred Avery erfand sukzessive die Charaktere Egghead alias Elmer Fudd, Bugs Bunny und Daffy Duck, bei deren Filmdebüts „Fred Avery“ jeweils die Regie übernahm.

Da vorrangig Tiere als Zeichentrickfiguren fungierten, kam Avery 1941 auf die Idee, reale Tiere dank Rotoskopie zum Sprechen zu bringen. Avery stellte Schlesinger die Idee vor, doch der lehnte mit der Begründung ab, dass er ihn für Cartoons bezahle und nicht für „echte“ Filme; das sei der Aufgabenbereich von Warner.

Die Zusammenarbeit mit Leon Schlesinger gestaltete sich zunehmend problematisch. So wollte der Studio-Chef nicht, dass Tex Avery namentlich als Regisseur auftauchte. Lediglich der Hinweis „Supervision: Fred Avery“ war gestattet. Auch mussten alle Mitarbeiter einen Teil ihres Lohns (25 Dollar wöchentlich) in eine Art Zwangslotterie („cutthroat poker“) einzahlen, deren Gewinne Leon Schlesinger einkassierte.

Bei Paramount gab Tex Avery nur ein kurzes Zwischenspiel mit der Reihe Speaking of Animals. Die Reihe beruhte auf Averys Idee, Tierfilme zu synchronisieren und die Tiere „zum Sprechen“ zu bringen. Die Idee hatte Leon Schlesinger nicht behagt, darum wurde sie von Paramount Pictures umgesetzt. Nach nur drei Folgen verließ Avery die Paramount Studios und wechselte zu MGM. Die Reihe Speaking of Animals wurde ohne ihn weitergeführt und 1943 (für Speaking of Animals and Their Families) und 1945 (für Who’s Who in Animal Land) mit einem Oscar in der Kategorie „Bester Kurzfilm (eine Filmrolle)“ ausgezeichnet. Tex Avery war nur an den ersten drei Folgen beteiligt:

Speaking of Animals Down on the Farm (18. August 1941)

Speaking of Animals in a Pet Shop (5. September 1941)

Speaking of Animals in the Zoo (31. Oktober 1941)

Metro-Goldwyn-Mayer (1942–1955)

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Tex Avery | World in Stories