Terrence „Terry“ Richardson (* 14. August 1965 in New York City) ist ein US-amerikanischer Fotograf.
Richardson ist der Sohn des Modefotografen Bob Richardson. Terrys Mutter Norma, eine Stylistin und Tänzerin, hatte ihren Sohn bei ihrer Arbeit stets dabei. So lernte Terry Richardson früh die Modewelt in Paris und London kennen. Fünf Jahre nach seiner Geburt ließ sich sein Vater Bob Richardson von seiner Frau scheiden. Terry zog mit seiner Mutter nach Woodstock, wo sie ihren zweiten Mann kennenlernte. Als er elf Jahre alt war, lag sie nach einem schweren Autounfall einen Monat im Koma. Ein Teil ihres Gehirns blieb irreparabel geschädigt, sodass sie auf Sozialhilfe angewiesen war. In seiner Jugend spielte Richardson in einer Punkband namens Doggy Style, später Signal Street Alcoholics, jedoch kam es nie zu Plattenaufnahmen. Während der Tourneen mit seiner Band begann er zu fotografieren.
Bekannt wurde Richardson durch seine provozierenden, sexuell getönten Fotoserien für die Modemarke Sisley ab 2000. De er häufig sexuelle Motive abbildet, wird er von Medien daher mit der Stilrichtung des Porn Chic in Verbindung gebracht. Der britische Guardian bezeichnete Richardsons umstrittenen Modefotografie-Stil als „soft porn“.
Im März 2010 geriet Richardson in die Schlagzeilen, als ihm das Supermodel Rie Rasmussen, nachdem er ein Foto von ihr in seinem Buch TerryWorld veröffentlicht hatte, die sexuelle Ausnutzung junger weiblicher Models vorwarf. Rasmussen erklärte, Richardson nutze seine Macht als Skandalfotograf aus, um junge Frauen zu Nacktfotos zu bewegen. Es folgten, zum Teil anonym, weitere Vorwürfe in zum Teil feministischen Blogs. Richardson hatte schon früher zugegeben, dass er manchmal mit Models nach dem Fotografieren Sex habe, wies aber darauf hin, dass die Models zugestimmt hätten. Der Guardian zitierte ihn: „Ich glaube nicht, dass ich sexsüchtig bin, aber ich habe schon Probleme.“ Die Vorwürfe halten seitdem an und wurden im Juni 2014 zum wiederholten Mal von ihm zurückgewiesen.
Am 22. Oktober 2017 fragte die Sunday Times im Zuge des Weinstein-Skandals warum Richardson in der Modeszene eigentlich immer noch gefeiert werde, obwohl ihm viele Frauen seit Jahren sexuellen Missbrauch vorwerfen. Der Vize-Präsident des Condé Nast Verlags ordnete danach in einer internen E-Mail laut Daily Telegraph an, die Zusammenarbeit mit Richardson sofort zu beenden. Die Modelabels Valentino und Bulgari kündigten ebenfalls die Zusammenarbeit. Wegen der zahlreichen beruflichen Konsequenzen ist er seit 2018 nicht mehr als Fotograf aktiv.
Richardson arbeitete für Modemarken wie American Apparel, Sisley, Gucci, Supreme, Levi’s, Hugo Boss, Anna Molinari und Baby Phat, außerdem für die Zeitschriften Vogue, Vice, Harper’s Bazaar, The Face, Dazed & Confused und GQ. Richardsons Markenzeichen ist ein amateurhafter, sehr roher und direkter Stil.
2000: Feared by Men, Desired by Women
2011: Lady Gaga x Terry Richardson
2013: Rihanna Cover Rolling Stone Magazin
1999: Primal Scream – Swastika Eyes
2012: Lady Gaga feat. DJ White Shadow – Cake like Lady Gaga
2013: Miley Cyrus – Wrecking Ball
2013: Lady Gaga feat. R. Kelly – Do What you Want
2013: Taylor Swift – The Last Time
2017: Anitta, Mc Zaac, Maejor Feat. Tropkillaz & DJ Yuri Martins – Vai Malandra
Offizielle Website von Terry Richardson (englisch)
TerrysDiary – Fotoblog (englisch)