Terrence Martin „Terry“ Griffiths, OBE (* 16. Oktober 1947 in Llanelli; † 1. Dezember 2024 ebenda), war ein walisischer Snookerspieler. Griffiths startete nach mehreren Amateurerfolgen 1978 seine Profikarriere und gewann mit der Snookerweltmeisterschaft sein zweites Profiturnier. Mit dem Gewinn des Masters 1980 und der UK Championship 1982 wurde er Mitglied der Triple Crown und war vor allem in den 1980er-Jahren in der Weltspitze vertreten, bevor er nach zahlreichen Turniersiegen im Rahmen der Snookerweltmeisterschaft 1997 seine Profikarriere beendete.
Griffiths war zudem einer der führenden Snookertrainer und war eine Zeit lang WPBSA Director of Coaching. Des Weiteren war er Besitzer eines Snookerclubs in seiner Heimatstadt Llanelli und Snookerkommentator für die BBC.
Griffiths begann als Jugendlicher mit dem Snookerspiel und gewann im Alter von 16 Jahren mehrere lokale Meisterschaften. Vor seiner professionellen Snookerkarriere arbeitete Griffiths ab dem Alter von 15 Jahren für drei Jahre als Bergarbeiter und in den folgenden sechs Jahren als Busschaffner, Postbote und Versicherungsmakler, ehe er 1978 trotz des finanziellen Risikos Profispieler wurde.
Erstmals konnte Griffiths auf sich aufmerksam machen, als er 1972 im Finale der walisischen Snooker-Meisterschaft gegen Geoff Thomas verlor. 1974 unterlag er in der Runde der letzten 32 Des May, bevor er im selben Jahr erstmals an der English Amateur Championship teilnahm, an der auch nicht-englische Spieler teilnehmen durften. Jedoch schied er durch eine Niederlage gegen Vic Harris im Achtelfinale des südlichen Ausscheidungswettbewerbs aus. Nur ein Jahr später holte er sich durch einen 8:7-Sieg über Geoff Thomas im Finale der walisischen Snooker-Meisterschaft seinen ersten Titel, ehe er beim Südwettbewerb der englischen Snooker-Meisterschaft nach Siegen über Mick Fisher und Patsy Fagan im Halbfinale gegen Willie Thorne verlor. Des Weiteren nahm er erstmals an dem Pro/Am-Event Pontins Spring Open teil, bei denen sowohl Profispieler als auch Amateure im Starterfeld vertreten waren, wobei er sein Auftaktspiel gegen den walisischen Profispieler und Weltmeister Ray Reardon verlor.
1976 folgte ein größtenteils schlechteres Jahr, als er im Achtelfinale der walisischen Snooker-Meisterschaft Dai Thomas und beim südenglischen Ausscheidungsturnier in ebenjener Runde Geoff Foulds unterlag. Des Weiteren verlor er bei den Pontins Spring Open sein Auftaktspiel gegen John Hargreaves. Die Wende kam mit seiner ersten Teilnahme an einer Amateurweltmeisterschaft, als er mit fünf Siegen und zwei Niederlagen – gegen Silvino Francisco und Paul Mifsud – die Gruppenphase überstand. Anschließend zog er mit einem Sieg über seinen Landsmann Roy Andrewartha in den Play-offs ins Viertelfinale ein, wo er sich dem Südafrikaner Jimmy van Rensberg geschlagen geben musste. Im neuen Jahr zog er mit nur einem verlorenen Frame in drei Spielen ins Finale des südenglischen Ausscheidungswettbewerbes, wo er sich mit einem 8:1-Sieg über Clive Everton für das Finale der englischen Snooker-Meisterschaft qualifizierte. Dort gelang ihm durch einen 13:3-Sieg über den nordenglischen Meister Sid Hood der Titelgewinn. Anschließend besiegte er bei den Pontins Spring Open die Profispieler Cliff Thorburn, Eddie Charlton, Perrie Mans und Dennis Taylor und zog dadurch ins Finale ein, in dem er mit 4:7 gegen Alex Higgins verlor.
Im folgenden Jahr verteidigte er erst mit einem 8:2-Sieg über Cliff Wilson seinen Titel bei der südenglischen Meisterschaft, bevor ihm im Finale der gesamtenglischen Meisterschaft mit einem 13:5-Sieg über den Engländer Joe Johnson seinen Triumph aus dem Vorjahr wiederholte. Im Anschluss daran wurde Griffiths zur Saison 1978/79 Profispieler.
Erste Profijahre mit dem Weltmeistertitel 1979
Im Rahmen der UK Championship 1978 bestritt Griffiths kurz danach sein erstes Profispiel, welches er mit 8:9 gegen Rex Williams verlor. Da in der ein Großteil der Profispieler Saison 1978/79 lediglich an zwei Turnieren teilnehmen konnten, nahm Griffiths in dieser Saison anschließend nur noch an der Snookerweltmeisterschaft teil, wo er sich mit Siegen über die Engländer Bernard Bennett und Jim Meadowcroft für das Achtelfinale qualifizierte. Mit weiteren Siegen über den Südafrikaner Perrie Mans, den Ex-Weltmeister Alex Higgins aus Nordirland sowie gegen den Australier Eddie Charlton erreichte Griffiths zur allgemeinen Überraschung das Endspiel der Weltmeisterschaft, in dem er mit Dennis Taylor auf einen weiteren Erstteilnehmer an einem WM-Endspiel traf. Über weite Teile des Endspiels standen sich die Finalgegner in nichts nach, sodass es vor der letzten Session 15:15 stand. Allerdings dominierte Griffiths diese so sehr, dass er am Ende des Tages mit 24:16 das Endspiel und zugleich sein einziges Ranglistenturnier gewann. Dabei handelte es sich laut Griffiths um seinen Karrierehöhepunkt, der allerdings mit der Verherrlichung seiner Person und durch die zahlreichen Reisen durch Exhibitions und die dadurch mangelnde Zeit mit seiner Familie auch seine Schattenseiten hatte. Durch den Gewinn der Weltmeisterschaft platzierte sich Griffiths auf dem achten Rang der Snookerweltrangliste, die als Setzliste für die kommende Saison fungierte.
In der Saison 1979/80 konnte Griffiths vor allem durch seinen Weltmeistertitel an deutlich mehr Turnieren teilnehmen und dabei seine Erfolgsserie fortsetzen. Zum Saisonauftakt erreichte er nach Siegen über drei kanadische Spieler, darunter Jim Wych und Kirk Stevens, das Finale der Canadian Open und verlor dieses mit 16:17 gegen Lokalmatador Cliff Thorburn, der ihn am Ende der Saison als Weltmeister ablöste. Auch bei der folgenden UK Championship besiegte er mit Cliff Wilson, Alex Higgins und Bill Werbeniuk mehrere führende Spieler, bevor er im Endspiel mit 13:14 an John Virgo und damit im zweiten Finale in Folge im Decider unterlag. Jedoch erreichte Griffiths nicht bei jedem Turnier das Finale: Sowohl beim Pot Black Cup als auch beim British Gold Cup schied er in der Gruppenphase aus, bei der Welsh Professional Championship und beim Pontins Professional verlor er jeweils seine Auftaktspiele. Mit mäßigem Erfolg nahm er des Weiteren am Classic und am Tolly Cobbold Classic teil, wo er im Halbfinale ausschied beziehungsweise das Spiel um Platz drei gewann. Zudem nahm er erstmals als Profi an den Pontins Spring Open teil, wo er unter anderem Mike Hallett besiegte und gegen Dave Gilbert im Viertelfinale verlor. Abgesehen davon gelangen Griffiths aber auch zwei Turniersiege: Er besiegte im Finale des Masters Alex Higgins mit 9:5 und gewann somit nach der WM 1979 sein zweites Triple-Crown-Turnier, kurz danach rang er im Finale des Irish Masters den Waliser Doug Mountjoy mit 10:9 nieder, nachdem er nach überstandener Gruppenphase im Halbfinale Fred Davis besiegt hatte. Auch auf Team-Ebene hatte er zusammen mit seinen walisischen Teamkollegen Ray Reardon und Doug Mountjoy Erfolg, als er beim World Cup mit 14:3 das englische Team um Fred Davis, John Spencer und Graham Miles besiegte. Zum Ende der Saison wurde Griffiths der erste Spieler, der dem sogenannten Fluch des Crucible erlag, als er bei der Snookerweltmeisterschaft sein Auftaktspiel gegen den Engländer Steve Davis und damit auch seinen WM-Titel verlor. Auf der Weltrangliste verbesserte er sich dennoch auf den fünften Platz.
Während der Saison 1980/81 konnte Griffiths erneut mehrere Endspiele erreichen. Direkt zum Start erreichte er mit Siegen über Steve Davis und Alex Higgins das Finale der Canadian Open und verlor mit 10:17 gegen Cliff Thorburn, zu Beginn des neuen Jahres verlor er dann im Endspiel des Masters mit 6:9 gegen Alex Higgins. Es folgte ein 9:7-Sieg über Ray Reardon im Endspiel des Irish Masters, bevor er zum Saisonende Willie Thorne im Finale des Pontins Professional mit 9:8 besiegte. Zusätzlich konnte er mit dem walisischen Team den Titel beim World Cup gegen das kanadische Team um Cliff Thorburn, Kirk Stevens und Bill Werbeniuk verteidigen. Fernab dieser Finalteilnahmen musste Griffiths jedoch auch mehrere mittelmäßige Turnierergebnisse sowie mehrere Auftaktniederlagen hinnehmen. Er verlor im Halbfinale der UK Championship mit 0:9 und im Viertelfinale der Snookerweltmeisterschaft gegen Steve Davis und schied mit jeweils nur einer Niederlage in der Gruppenphase des Champion of Champions und der Yamaha Organs Trophy aus. Des Weiteren verlor er sowohl beim Classic als auch bei der Welsh Professional Championship sowie auf Amateur-Ebene bei den Pontins Spring Open seine Auftaktspiele. Auf der Weltrangliste wurde er in der kommenden Saison auf dem dritten Platz geführt, welcher für ihn die beste Platzierung der auf der Weltrangliste seiner Karriere darstellte.