An diesem Tag

Terroranschlag in London am 3. Juni 2017

Islamistischer Terroranschlag auf der London Bridge mit 7 zivilen Opfern

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Beim Terroranschlag in London am 3. Juni 2017 töteten drei islamistische Terroristen mit einem Lieferwagen drei Fußgänger auf der London Bridge über die Themse. Anschließend erstachen sie in einem nahe gelegenen Marktviertel mit langen Messern fünf Menschen und verletzten insgesamt 48 Personen (Borough Market). Das Tatgeschehen wurde durch Polizisten beendet, die die Täter erschossen. In der englischen Presse wird die Tat nach dem Tatort auch London Bridge Attack genannt.

Der Fahrer eines Lieferwagens fuhr um 21:58 Britischer Sommerzeit auf der London Bridge auf den Gehweg und erfasste dort fünf oder sechs Fußgänger. Danach fuhren die Insassen des Lieferwagens, drei Männer, zum nahegelegenen Borough Market, stiegen aus und stachen wahllos mit Messern auf Menschen ein. Drei Opfern wurde laut Augenzeugenberichten die Kehle durchgeschnitten. Die Angreifer töteten insgesamt acht und verletzten mindestens 48 Menschen teilweise schwer, darunter einen Polizisten. Die Attentäter sollen „Dies ist für Allah“ und „Islam, Islam“ gerufen haben.

Die Metropolitan Police löste einen Großeinsatz mit bewaffneten Polizisten und Rettungsdiensten aus. SAS-Soldaten wurden mit einem Militär-Hubschrauber auf die London Bridge eingeflogen. Die Brücke wurde komplett abgeriegelt. Die Polizei forderte per Twitter die Menschen in den betroffenen Gebieten auf, sich an einen sicheren Ort zu begeben, ihre Handys auf lautlos zu stellen und sich zu verstecken.

Der 47-jährige Roy Larner, ein Fan des Londoner Fußballvereins FC Millwall, stellte sich in einem Pub am Borough Market den Angreifern entgegen und vertrieb sie gewaltsam aus der Kneipe. Den „Islam, Islam“-Rufen der Attentäter entgegnete er: „Fuck you, I’m Millwall!“ (deutsch: „Fickt euch, ich bin Millwall!“). Während er anderen Gästen so die Flucht ermöglichte, wurde er selbst durch acht Machetenhiebe verletzt. Schließlich ließen die Angreifer von ihm ab und rannten aus dem Pub. Larner musste später im Krankenhaus operiert werden und wurde im ganzen Land für seinen Mut gefeiert.

Acht Minuten nach der Alarmierung erschoss die Polizei die drei Attentäter, wenige Augenblicke nachdem sie den Pub verlassen hatten. Die Täter trugen Attrappen von Sprengstoffwesten.

Zahlreiche Bewohner und Geschäfte boten Einwohnern und Touristen, die aufgrund der Sperrung nicht nach Hause oder zurück in ihr Hotel konnten, eine Möglichkeit zur Übernachtung an. Mit dem Hashtag #SofaForLondon wurde auf Twitter über Schlafplätze am Südufer der Themse informiert.

Drei Tage nach dem Anschlag wurde die Leiche eines seit dem Anschlag vermissten achten Opfers aus der Themse geborgen.

Die Metropolitan Police ging wenige Stunden nach den Vorfällen von Terroranschlägen aus. Ein weiterer Vorfall am selben Abend, eine Messerstecherei im Londoner Stadtteil Vauxhall, stand nach Polizeiangaben damit nicht in Zusammenhang.

Am 4. Juni nahm die Polizei nach einer Razzia zwölf Personen fest, darunter vier Frauen. Alle Festgenommenen wurden am nächsten Tag wieder freigelassen.

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich über die IS-nahe Propagandaplattform Amaq am 4. Juni 2017 zu dem Anschlag.

Am 5. Juni 2017 veröffentlichte die Polizei Namen und Fotos von zwei der drei Attentäter. Demnach handelte es sich um den in Pakistan geborenen 27-jährigen Briten Khuram Shazad Butt und den 30-jährigen Rachid Redouane. Beide wohnten im Ostlondoner Bezirk London Borough of Barking and Dagenham. Am 6. Juni wurde der Name des dritten Attentäters bekannt gemacht. Der 22-jährige Youssef Zaghba besaß die italienische und die marokkanische Staatsbürgerschaft.

Khuram Shazad Butt sei dem Inlandsgeheimdienst MI5 und der Polizei bekannt gewesen, es habe aber keine Geheimdienst-Informationen gegeben, dass er einen Anschlag geplant habe. Scotland Yard sagte, im Jahr 2015 sei eine Ermittlung gegen Butt eingeleitet worden; da es keine Hinweise auf einen Anschlag gegeben habe, sei die Ermittlung herabgestuft worden. Butt erschien in dem Fernsehdokumentarfilm Der Dschihad wohnt nebenan des Senders Channel 4 aus dem Jahr 2016 über britische Extremisten. Im Film wurde seine Teilnahme an Veranstaltungen mit zwei berüchtigten islamischen Predigern dokumentiert. Khuram Butt äußerte, er habe „versucht, nach Syrien zu gehen“. Als Teil eines jahrelangen Undercover-Dokumentarfilms, der im Januar 2017 ausgestrahlt wurde, wurde Butt bei einer Veranstaltung gezeigt, in der gewarnt wurde, dass die „Scharia nach Großbritannien kommt“ und dass die schwarze Flagge des Islam über der Downing Street wehen wird.

Rachid Redouane (* 31. Juli 1986 in Marokko) gab sich wahlweise als Marokkaner oder Libyer aus. Der Sohn des Libyers Lahcen Redouane und dessen Frau Kabboura Waraq benutzte auch den Namen „Rachid Elkhdar“ (mit einem anderen Geburtsdatum – * 31. Juli 1991) oder auch den Namen „Rachid al-Magrabi“.

Er arbeitete als Konditor und lebte bis kurz vor der Tat in Dublin. Er war rund fünf Jahre davor in die irische Hauptstadt gezogen und war den Behörden vor dem Anschlag nicht bekannt. Der 30-Jährige wurde durch eine Karte der irischen Einwanderungsbehörde identifiziert, die bei seiner Leiche gefunden wurde. Redouane lebte zeitweise in einem Hochhaus in Dagenham im Osten von London – nicht weit von der Wohnung seines Mitattentäters Khuram Butt in Barking.

Der dritte Attentäter war Youssef Zaghba (* 26. Januar 1995 in Fès, Marokko), Sohn des Marokkaners Mohammed Zaghba und der Italienerin Valeria Collina, die bei ihrer Heirat in den 1990er Jahren zum Islam konvertiert war.

Zaghbas Eltern lebten in Marokko, bis sich das Paar 2015 trennte, scheiden ließ

und die Mutter wieder nach Italien (Bologna) zurückkehrte.

Youssef Zaghba blieb bis Januar 2016 bei seinem Vater Mohammed in Marokko, besuchte aber in regelmäßigen Abständen seine Mutter in Italien.

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