Unter Teletext, in Deutschland auch Videotext genannt, versteht man eine Kommunikationsform zur Verbreitung von Nachrichten, Texten und bildhaften Darstellungen, die bei analoger Übertragung in der Austastlücke des Fernsehsignals eines Fernsehsenders ausgestrahlt werden und aus denen der Benutzer gewünschte Angaben zur Darstellung auf dem Bildschirm eines Fernsehgerätes auswählen kann. Bei heutiger digitaler (DVB) Übertragung wird das digitale Teletextsignal direkt als zusätzlicher Stream in den MPEG-TS-Container eingebettet. DVB-Receiver können diese zur Anzeige auf alten TV-Geräten wieder in die Austastlücke eines analogen Signals aufmodulieren.
Ein analoges Fernsehbild nach mitteleuropäischer Fernsehnorm hat 625 Bildzeilen. Davon werden aber nur 576 Zeilen für die Übertragung eines Bildinhalts benutzt, wobei der Rest die Austastlücke ist, während der sich das Fernsehgerät auf den Empfang des nächsten Bildes vorbereitet. So kamen Anfang der 1970er Jahre Fernsehtechniker der BBC auf die Idee, Zusatzinformationen in diesem ungenutzten Bereich zu übertragen. Daraus entstand 1974 die erste Spezifikation des U. K. Teletext Standard. Dessen Textdaten sind seitenweise organisiert und bieten Platz für 25 Zeilen zu je 40 Zeichen Text (23 Zeilen sind frei editierbar, die anderen für Kopf- und Fußzeilen reserviert). Die Seiten können mit 96 verschiedenen Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen sowie 128 Grafikzeichen gestaltet werden. Dies entspricht dem Stand der Technik zur Zeit der Einführung des Teletexts. Der Hintergrund kann üblicherweise zwischen deckend (zur besseren Lesbarkeit) und transparent (zur Verfolgung des Programms) umgeschaltet werden. Jeder Tafel ist eine Sprache zugeordnet, die in drei Bit kodiert ist und grundsätzlich alle westeuropäischen Sprachen per Zeichenersetzung nach ISO 646 abdeckt. Zusätzlich gab es in der Sowjetunion Videotext mit kyrillischer und in Nahost mit arabischer Schrift.
Ältere Fernseher bauen jede Seite einzeln aus dem Datenstrom auf, was zu langen Wartezeiten führen kann. Da nicht alle Seiten gleichzeitig in der Austastlücke kodiert werden, müssen diese Geräte warten, bis die angeforderte Seite ausgestrahlt wird. Die heute üblichen Seitenspeicher in Fernsehgeräten waren trotz des geringen Umfangs der Daten in der Anfangszeit des Teletextsystems aus Herstellersicht zu teuer. In älteren Geräten konnten einzelne Seiten bestimmt werden, welche im Seitenspeicher gespeichert werden sollten und dadurch schneller verfügbar waren. Bei einfachen Dekodern waren das standardmäßig immer die laufende Folgeseite und oft noch die Magazinseiten 100, 200, 300… Da jedoch heutzutage die Preise für Speicherchips stark gefallen sind, verfügen aktuelle Geräte meist über einen Speicher mit einem Umfang von zehn bis mehr als 2000 Seiten (vermarktet unter Begriffen wie MegaText oder TOP-Text), aus dem die gewünschte Seite abgerufen werden kann.
Obwohl Teletext nur Seitennummern von 100 bis 899 (Kodierung s. u.) haben kann, ist ein Speicher von mehr als 800 Seiten sinnvoll: Diese Speicher können auch noch die Unterseiten einzelner Tafeln (also vollständige Rollseiten) speichern.
Obwohl der Teletext immer mit dem aktuellen Fernsehbild übertragen wird, war eine Aufzeichnung des Textes mit dem Programm mit analogen Videorecordern (VHS) normalerweise aufgrund der zu geringen Bandbreite kaum möglich, dazu waren S-VHS- oder professionelle Systeme (z. B. Betacam SP) erforderlich. Mit dem PC unter Windows im Format .wtv aufgezeichnete Sendungen beinhalten die Teletext-Daten des jeweiligen Kanals zum Zeitpunkt der Aufzeichnung vollständig.
Zur Übertragung werden die Zeilen 7–15, 20–21 im ersten Halbbild und 320–328, 333–334 im zweiten Halbbild benutzt.
Die in ETSI EN 300 706 definierten Zeichensätze des in Europa verwendeten Teletext-Standards sind auf der Seite Teletext-Zeichensätze (ETSI EN 300 706) beschrieben.
Die einzelnen Seiten oder Tafeln werden über einen dreistelligen Code ausgewählt. Die erste Ziffer der Seitennummer, das so genannte Magazin, ist mit 3 Bit codiert und kann nur die Werte 1–8 annehmen (0 wird als 8 interpretiert), die zweite und dritte Ziffer sind mit 4 Bit codiert, wodurch auch Hexadezimalzahlen möglich sind, die man allerdings mit normalen Fernsehgeräten nicht aufrufen kann. Adressen wie 1F6 oder 8AA werden jedoch teilweise für Testseiten, Steuerseiten für den TOP-Text oder gebührenpflichtige Teletextangebote genutzt.
Die Seiten werden nacheinander in einer Endlosschleife, dem sogenannten Karussell, übertragen; da in jede einzelne Austastlücke nur wenige Daten passen, dauert es nach der Wahl einer Seite eine Zeit lang, bis diese wieder gesendet wird. Die Hauptseite 100 und oft auch die übrigen Magazinseiten 200, 300, … können sehr häufig in das Karussell eingespeist werden, sodass diese Seiten sehr schnell angezeigt werden. Die angewählte Seite wird im Empfänger gespeichert, damit sie in Ruhe betrachtet werden kann. Untertafeln von Rollseiten werden im fest definierten Zeitabstand (bei umfangreichen Textangeboten optional häufiger) wiederholt. Heutige Fernsehgeräte besitzen genügend Speicher, in dem viele (typischerweise 10 bis 2000) oder alle Seiten einschließlich Unterseiten gleichzeitig gespeichert werden können. Somit stehen diese dann bei Anwahl sofort zur Verfügung. Nur nach einem Senderwechsel dauert es immer noch einige Zeit (ein bis zwei Minuten), bis die Seiten des neuen Senders gespeichert sind.
Inhalt des Teletextes sind meist programmbezogene Zusatzinformationen, das Fernsehprogramm oder Nachrichten. Viele Privatsender senden außerdem Werbung, überwiegend für gebührenpflichtige Telefon-Hotlines, Gewinnspiele oder Erotik-Angebote. Vereinzelt wurde auch mit interaktiven Teletextseiten experimentiert, bei der ein Anrufer über ein Telefon mit Tonwahl beispielsweise Kleinanzeigen aufgeben konnte, die Bedeutung dieser Angebote ist jedoch durch das Internet zurückgegangen. Dagegen sind bei den deutschen Privatsendern inzwischen SMS-basierte interaktive Angebote (SMS-Chat, auch Kleinanzeigen) recht verbreitet.
Bei den deutschen, österreichischen und Schweizer Vollprogrammen (Das Erste, ZDF, RTL, Sat.1, ProSieben, VOX, Kabel eins, RTL II, ORF eins, ORF 2, ORF III, ORF SPORT +, SRF 1, SRF zwei und SRF info) ergibt sich folgende Aufteilung der Inhalte:
Seite 101 ff. Nachrichten (Schweizer Radio und Fernsehen: Seite 110 ff.)
Seite 111 für die „letzte Meldung“
Seite 200 ff. Sport (Schweizer Radio und Fernsehen: Seite 180 ff.)
Seite 222 für die „letzte“ Sportmeldung
Seite 333 Name der aktuell ausgestrahlten Sendung (transparent)
In der Schweiz gilt unabhängig der Sprache bei den landesweiten Service-Public-Sendern per 2022 folgende Aufteilung (SRF 1, SRF zwei, SRF info, RTS 1, RTS 2, RSI LA 1, RSI LA 2):
Seite 180 bis 199 für Sportnachrichten