An diesem Tag

Teddy Sheringham

Englischer Fußballspieler

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Edward Paul „Teddy“ Sheringham MBE (* 2. April 1966 in Highams Park, London) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler. Der Stürmer bestritt zwischen 1984 und 2008 weit über 750 Ligaspiele und gehörte zu den wenigen Profifußballern, die ihren Beruf noch im Alter von über 40 Jahren ausübten. Seine titelreichste Zeit erlebte der Angreifer bei Manchester United, wo er drei englische Meisterschaften (1999, 2000, 2001), einmal den FA Cup (1999) und vor allem 1999 die Champions League gewann. Charakteristisch für seine Spielweise war die Fähigkeit, gleichsam in vorderster Front als torgefährlicher Mittelstürmer für Tore zu sorgen und als „hängende Spitze“ dem Mittelfeld eine zusätzliche Anspielstation im Kombinationsfußball anzubieten. Aufgrund seiner Verdienste für den Fußball ernannte ihn die britische Königin im Juni 2007 zum Member of the British Empire.

Die ersten Schritte: FC Millwall (1983–1986)

Nach vergeblichen Versuchen mittels Probetraining in der Jugendabteilung von Tottenham Hotspur, des FC Orient sowie von Crystal Palace unterzukommen, wurde der FC Millwall auf Sheringham aufmerksam, als dieser kurz vor seinem 16. Geburtstag für Leytonstone & Ilford gegen die „Nachwuchslöwen“ aus dem Osten Londons antrat. Chefscout Bob Pearson und Jugendtrainer Roger Cross luden ihre Entdeckung zu einer Probezeit im Rahmen von sechs Spielen ein. Nachdem diese erfolgreich bewältigt worden waren, erhielt Sheringham bei dem damaligen Drittligisten einen auf zwei Jahre befristeten Ausbildungsvertrag.

Erstmals auf sich aufmerksam machte Sheringham in Millwall bei einem in London ausgetragenen Five-a-side-Turnier – ähnlich der Hallensportart Futsal. Er gewann den Wettbewerb und durfte zur Belohnung am 20. April 1983 beim 3:2-Finalsieg gegen Lincoln City im Football League Group Cup, einem Vorgänger der Football League Trophy, erstmals auf der Ersatzbank der A-Mannschaft Platz nehmen. Nach einer weiteren Kaderberufung im November 1983 debütierte er am 15. Januar 1984 gegen den FC Brentford. Beim nächsten Auftritt gegen den AFC Bournemouth eine Woche später schoss er sein erstes Tor und die Saison 1983/84 beendete er mit sieben Ligaeinsätzen, davon vier von Beginn an. Ein sportlicher Durchbruch war damit jedoch nicht verbunden. Sheringham galt vor dem Tor als zu verspielt und Trainer George Graham als Anhänger der „alten Schule“ bevorzugte mehr einen Stürmer der klassischen Prägung, sprich physisch präsent und mit unkompliziertem Torabschluss. Als der FC Millwall in der Saison 1984/85 in die zweitklassige Second Division aufstieg, blieb Sheringham mit Ausnahme einer Einwechslung im Ligapokal vollständig außen vor und wurde gar für 5.000 Pfund dem FC Brentford angeboten. Nachdem dann auch noch eine kurze Leihphase beim Viertligisten FC Aldershot im Februar 1985 mit torlosen sechs Spielen geendet hatte, zweifelte er ernsthaft an seinen Perspektiven im Profifußball.

Sein nächster Weg führte ihn nach Schweden zum damaligen Zweitligisten Djurgårdens IF. Die Saison lief dort von April bis Oktober 1985 und in der Ferne fand Sheringham sein Vertrauen zurück. Er schoss 13 Tore in 21 Ligapartien und verhalf dem Klub nach einem Play-off-Erfolg gegen GAIS Göteborg zum Aufstieg in die schwedische Eliteklasse. Nach eigenen Angaben hatte diese Zeit Schlüsselcharakter für den anschließenden Karriereverlauf, da Sheringham lernte, seine Verantwortung als Profifußballer für die Mannschaftskameraden wahrzunehmen. In einer Mannschaft, die streng erfolgsabhängig entlohnt wurde, verstand der Engländer, dass die Schönheit eines selbst erzielten Treffers unerheblich ist. Auch in Millwall hatte man auf diese Positiventwicklung reagiert und zum Ende der Saison 1985/86 ließ ihn Graham in 18 Partien – davon neunmal in der Startelf – antreten.

Sportlicher Durchbruch: FC Millwall (1986–1991)

Die Spielzeit 1986/87 war sowohl für den FC Millwall als auch für Teddy Sheringham selbst richtungsweisend. Im Sommer hatte George Graham den Verein in Richtung des FC Arsenal verlassen und der Verkauf des Klubs an ein von Reg Burr geführtes Konsortium führte zu weitgehenden Einschnitten. Zahlreiche Stammspieler wie John Fashanu, Steve Lowndes und Robert Wilson wurden verkauft und auch Sheringham sollte den Verein ablösefrei verlassen, bevor er nach einer Fürsprache von Bob Pearson ins Team den neuen Trainers John Docherty zurückkehrte. Mit deutlich abgespecktem Kader rangierte der Klub nach neun Partien auf dem letzten Rang, bevor das junge Sturmduo, das neben Sheringham den erst 18-jährigen Michael Marks aufbot, mit insgesamt 23 Ligatoren (Sheringham: 13, Marks: 10) entscheidend zum Klassenerhalt beitrug. Ermuntert durch diesen Teilerfolg, investierte der Verein zur Saison 1987/88 wieder in neue Spieler und vor allem die Verpflichtung von Sheringhams künftigem Sturmpartner Tony Cascarino sollte sich als Volltreffer erweisen. Gemeinsam schossen die beiden Angreifer 47 Ligatore – Sheringham entschied die interne Wertung zum Topscorer mit 24 Treffern knapp für sich – und führten den Verein erstmals in seiner Geschichte zum Aufstieg in die höchste englische Spielklasse. Charakteristisch für das Angriffsspiel der FC Millwall waren lange Bälle auf die beiden Sturmspitzen, die in der Lage waren durch gewonnene Kopfballduelle den Ball in der gegnerischen Zone zu halten.

Das nur um Neil Ruddock verstärkte Team des FC Millwall beeindruckte auch in der Erstligasaison 1988/89 und führte zwischenzeitlich gar die Tabelle an, bevor es nach nur fünf Punkten in den letzten zehn Spielen noch etwas enttäuschend auf den zehnten Platz zurückfiel. Obwohl Cascarino die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog, war Sheringham gemeinsam mit seinem Sturmpartner mit 15 Toren erneut bester Torschütze seines Klubs gewesen. Nach dieser Überraschungssaison wartete eine ernüchternde Spielzeit 1989/90 auf die „Löwen“, die am Ende als Tabellenletzter den Weg zurück in die zweite Liga gehen mussten. Ein nicht unwesentlicher Faktor war dabei großes Verletzungspech, von dem auch Sheringham im November 1989 nicht verschont blieb. Die vorherige Offensivstärke war verloren gegangen, Cascarino hatte im März 1990 den Verein in Richtung Aston Villa verlassen und auch die Entlassung von Trainer Docherty hatte nichts daran geändert, dass Millwall in den letzten sieglosen 20 Ligapartien nur 13 Tore geschossen hatte, dabei niemals mehr als einen Treffer pro Spiel – Sheringhams Ausbeute lag in der Saison bei zwölf Pflichtspieltreffern.

Im letzten Jahr für den FC Millwall fand Sheringham in der zweiten Liga unter dem neuen Trainer Bruce Rioch zu alter Leistungsstärke zurück. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren war die Spielweise nicht mehr durch Kick and Rush, sondern durch Ballbesitz und Spielkontrolle auszeichnete. Vor allem mit einer Serie von 20 Toren in 23 Spielen war Sheringham, dem insgesamt 38 Pflichtspieltreffer gelangen, gemeinsam mit dem Talent Jon Goodman maßgeblich für das Erreichen der Play-off-Spiele verantwortlich. Mit der Niederlage gegen Brighton & Hove Albion zerplatzte jedoch der Traum vom direkten Wiederaufstieg in die First Division. Sheringham, der nicht nur Spieler des Jahres und Torschützenkönig in der zweiten Liga geworden war, lehnte anschließend eine Vertragsverlängerung in Millwall ab. Da er sich mittlerweile in den Fokus der englischen Nationalmannschaft gespielt hatte, empfand er ein weiteres Jahr in der Unterklassigkeit als karriereschädlich und lehnte aus diesem Grund auch ein Angebot des Ligakonkurrenten Blackburn Rovers ab. Die Wahl fiel im Juli 1991 auf das von Brian Clough trainierte Nottingham Forest, das sich die Dienste des Londoners die damalige vereinsinterne Rekordablösesumme von zwei Millionen Pfund kosten ließ.

An der Seite von Nigel Clough, dem Sohn von Trainer Brian, brachte sich Sheringham gut in der neuen Umgebung ein und führte den Klub in der Saison 1991/92 nicht nur mit 13 Ligatoren auf einen respektablen achten Platz. Mit der Mannschaft, in der er weiter seine spielerischen Fähigkeiten kultivieren konnte, zog er zudem ins Ligapokalendspiel ein, wo er jedoch Manchester United mit 0:1 unterlag. Im August 1992 schoss er gegen den FC Liverpool sein erstes Tor in der neu geschaffenen Premier League, aber nur eine Woche später verließ er Nottingham, um in seine Londoner Heimat zurückzukehren. Terry Venables als Trainer von Tottenham Hotspur hatte ihm ein Angebot gemacht und da Sheringham den „Spurs“ von Kindesbeinen an angehangen hatte, fiel ihm die Wahl nicht schwer. Die Ablösesumme betrug 2,1 Millionen Pfund und „Forest“ gelang es anschließend nicht, einen adäquaten Stürmerersatz zu finden; am Ende der Saison 1992/93 ging es für den Verein als Tabellenletzter abwärts in die nun First Division genannte zweite Liga.

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