An diesem Tag

Ted Ligety

US-amerikanischer Skirennläufer

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Theodore Sharp („Ted“) Ligety (* 31. August 1984 in Salt Lake City, Utah) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Skirennläufer. Im Laufe seiner Karriere fuhr er erfolgreich in allen Disziplinen, ist aber vor allem einer der besten Riesenslalom-Läufer der Geschichte. In dieser Disziplin ist er mit fünf gewonnenen Disziplinenwertungen und 24 Rennsiegen der vierterfolgreichste Läufer hinter Ingemar Stenmark, Marcel Hirscher und Marco Odermatt. Er wurde zudem als einziger Läufer dreimal Weltmeister und einmal Olympiasieger im Riesenslalom. Dazu kommen je ein WM-Titel und Olympiasieg in der Kombination und ein WM-Titel im Super-G. Damit ist er der erfolgreichste außereuropäische Skirennläufer sowohl bei Weltmeisterschaften als auch (nach Goldmedaillen) bei Olympischen Spielen.

Ligety hat ungarische Vorfahren und wuchs in Park City auf. Dort erlernte er als Zweijähriger das Skifahren und nahm im Alter von elf Jahren erstmals an Skirennen teil. Ab April 2000 fuhr er FIS-Rennen, der erste Einsatz im Nor-Am Cup folgte im Februar 2001. Die alpinen Skirennen der Olympischen Winterspiele 2002 fanden in Ligetys Wohnort Park City statt, so dass er sich freiwillig als Vorfahrer für den Slalom der Männer meldete. Zwar schied er bei den Juniorenweltmeisterschaften 2003 sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom aus, doch der amerikanische Skiverband würdigte sein Talent und nahm ihn kurze Zeit später in das Development Team auf.

Die zusätzliche Förderung bewirkte eine Steigerung von Ligetys Leistungen. Am 22. November 2003 debütierte er im Weltcup, konnte sich aber im Riesenslalom von Park City nicht für den zweiten Lauf qualifizieren. Drei Monate später, am 29. Februar 2004, holte er mit Platz 23 im Slalom von Kranjska Gora die ersten Weltcuppunkte. Besonders erfolgreich war er im Nor-Am Cup: Mit je zwei ersten und dritten Plätzen entschied er die Slalomwertung für sich und klassierte sich in der Gesamtwertung als Zweiter. Hinzu kam der Gewinn der Slalom-Silbermedaille bei den Juniorenweltmeisterschaften 2004 in Maribor. In der Saison 2004/05 konzentrierte sich Ligety im Weltcup auf den Slalom und erreichte sechsmal eine Platzierung in den Punkterängen. Ende Februar 2005 stieß er in Kranjska Gora erstmals unter die besten zehn vor. Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Bormio blieb Platz 12 in der Kombination sein einziges zählbares Ergebnis.

Durchbruch und Olympiasieg 2006

Am 4. Dezember 2005 erzielte Ligety mit Platz drei im Riesenslalom von Beaver Creek die erste Podestplatzierung im Weltcup. Im weiteren Verlauf der Saison 2005/06 kamen je ein zweiter und dritter Platz hinzu, womit er sich endgültig an der Weltspitze etablierte. Für eine Überraschung sorgte er bei den Olympischen Winterspielen 2006, als er entgegen allen Erwartungen die Goldmedaille in der Kombination gewann, vor Ivica Kostelić und Rainer Schönfelder. Dieser Erfolg war deshalb bemerkenswert, weil er nach der Kombi-Abfahrt nur auf dem 32. Platz gelegen hatte, im Kombi-Slalom jedoch die klare Bestzeit erzielte. In den olympischen Riesenslalom- und Slalomrennen schied er hingegen aus. Drei Wochen nach dem Olympiasieg gelang ihm am 5. März 2006 beim Riesenslalom von Yongpyong der erste Weltcupsieg.

Im Winter 2006/07 bestritt Ligety Weltcuprennen in allen fünf Disziplinen. Vor dem Jahresende konnte er zwar zwei weitere Podestplatzierungen erzielen, doch insgesamt verlief die Saison für ihn leicht enttäuschend. Bei Weltcuprennen wurde er dreimal Vierter, ebenso im Riesenslalom der Weltmeisterschaften 2007 in Åre, wo er eine weitere Medaille um sieben Hundertstelsekunden verpasste. Überraschend war sein vierter Platz in der Abfahrt in Lenzerheide am 14. März 2007, sein erstes Top-10-Ergebnis in einer Weltcup-Abfahrt überhaupt. Vom Winter 2007/08 an verzichtete Ligety auf die Teilnahme an Abfahrtsrennen (außer im Rahmen von Kombinationen). Gegen Saisonende konnte er in Kranjska Gora und Bormio zwei weitere Siege feiern. Zusammen mit zwei dritten Plätzen war dies ausreichend für den erstmaligen Gewinn der Riesenslalom-Disziplinenwertung; im Gesamtweltcup wurde er Fünfter.

Ein weiterer Riesenslalom-Weltcupsieg kam in der Saison 2008/09 hinzu, wiederum in Kranjska Gora. Zwar konnte Ligety drei zusätzliche Podestplätze verbuchen, doch reichte dies in der Disziplinenwertung nur zum dritten Platz, wenn auch der Rückstand zu Sieger Didier Cuche relativ gering war. Höchst unterschiedlich waren seine Leistungen bei den Weltmeisterschaften 2009 in Val-d’Isère: Dem Gewinn der Bronzemedaille im Riesenslalom standen drei Ausfälle in den übrigen Rennen gegenüber. Anfang April 2009 erlitt Ligety beim Abfahrtstraining zu den amerikanischen Meisterschaften eine Knieverletzung, eine Operation war allerdings nicht erforderlich.

Am 29. Januar 2010 gewann Ligety sein fünftes Weltcuprennen; es war dies sein dritter Sieg in Folge auf der Podkoren-Piste in Kranjska Gora, die zu den anspruchsvollsten Riesenslalomstrecken der Welt gehört. Mit drei weiteren Podestplätzen entschied er zum zweiten Mal die Riesenslalom-Disziplinenwertung für sich. Hinzu kam in Val-d’Isère der erste Podestplatz in einem Super-G. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver war ein fünfter Platz in der Super-Kombination sein bestes Ergebnis. Die Weltcupsaison 2010/11 begann Ligety mit drei Riesenslalomsiegen in Folge (Beaver Creek, Val-d’Isère, Alta Badia). Aus diesem Grund gehörte er vor den Weltmeisterschaften 2011 zu den meistgenannten Favoriten. In Garmisch-Partenkirchen bestätigte er die Erwartungen und gewann die Goldmedaille im Riesenslalom, nachdem er zuvor im Super-G und in der Super-Kombination ausgeschieden war. Zum Ende der Saison entschied er zum dritten Mal die Riesenslalom-Disziplinenwertung des Weltcups für sich.

Zu Beginn der Weltcup-Saison 2011/12 am 23. Oktober 2011 in Sölden gewann Ligety den Riesenslalom. Am 6. Dezember 2011 folgte in Beaver Creek sein insgesamt zehnter Weltcupsieg. Mit einem weiteren Sieg in Kranjska Gora, dem insgesamt vierten an diesem Ort, belegte er in der Riesenslalom-Disziplinenwertung schließlich den zweiten Platz hinter Marcel Hirscher. Daneben feierte er bei der zweiten Ausgabe des Alpine Rockfest, einem international besetzten Einladungsrennen im italienischen Andalo, seinen ersten von zwei Siegen in diesem Wettbewerb.

Vor der Saison 2012/13 führte der Weltskiverband FIS ein neues Materialreglement ein. Unter anderem sollte mit einer schmaleren Taillierung der Carving-Skis das Verletzungsrisiko insbesondere im Riesenslalom verringert werden. Ligety gehörte zu den schärfsten Kritikern der neuen Regelung und sprach sich mehrmals öffentlich dagegen aus. Die Änderung sei ohne Rücksprache mit den Athleten erfolgt und werfe die technische Entwicklung um Jahrzehnte zurück. Allerdings gelang Ligety die erzwungene Umstellung auf das neue Material weitaus am besten. Zum Saisonauftakt entschied er den Riesenslalom von Sölden mit einem Vorsprung von 2,75 Sekunden für sich – seit 1979 hatte kein Skirennläufer in dieser Disziplin derart deutlich gewonnen. Ähnlich deutlich dominierte er die Konkurrenz Mitte Dezember auf der Gran Risa in Alta Badia, die als anspruchsvollste Strecke der Welt gilt, wo er im ersten Durchgang 2,40 Sekunden schneller war als der Zweitplatzierte.

Von den acht Weltcup-Riesenslaloms der Saison gewann Ligety sechs (darunter erstmals in Adelboden und Lenzerheide); zweimal wurde er Dritter. Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Schladming gewann er die Goldmedaille im Super-G und in der Super-Kombination; in diesen beiden Disziplinen hatte er noch keinen Weltcupsieg vorzuweisen. Auch seinen 2011 errungenen Weltmeistertitel im Riesenslalom verteidigte er erfolgreich. Ligety ist erst der fünfte Skirennläufer, der bei denselben Weltmeisterschaften dreimal die Goldmedaille gewinnen konnte. Vor ihm war dies nur Émile Allais (1937), Stein Eriksen (1954), Toni Sailer (1956, 1958) und Jean-Claude Killy (1968) gelungen. Mit dem Sieg im zweitletzten Rennen der Saison in Kranjska Gora sicherte er sich vorzeitig zum insgesamt vierten Mal die Riesenslalom-Disziplinenwertung.

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