An diesem Tag

Tecumseh

Politischer und militärischer Führer der nordamerikanischen Indianer vom Volk der Shawnee

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Tecumseh (eigentlich Tecumtha oder Tikamthi ‚Der sich duckende Berglöwe‘; * 1768 in Ohio; † 5. Oktober 1813 in Moraviantown, Ontario) war ein bekannter politischer und militärischer Führer der nordamerikanischen Indianer vom Stamm der Shawnee, der schon zu Lebzeiten ein sehr hohes Ansehen unter seinen Mitmenschen genoss und noch heute eine breite Rezeption erfährt. Sein ganzes Leben lang verfolgte er den Traum, eine große indianische Allianz zu bilden, die stark genug wäre, den weißen Siedlern die Stirn zu bieten und sie so zum Frieden zwingen zu können.

Das exakte Geburtsdatum von Tecumseh ist unbekannt, vermutlich wurde er im Jahr 1768 in einem Dorf am Scioto-Fluss in Ohio geboren.

Der Name Tecumseh lässt sich sowohl mit „Der zum Sprung sich duckende Berglöwe“ als auch mit „Ich überquere den Weg“ übersetzen und ist ein Hinweis auf seine von seinem Vater Pukeshinwah geerbte Zugehörigkeit zum Panther-Clan der Shawnee. Pukeshinwah wurde 1774 in der Schlacht von Point Pleasant zwischen den Shawnee und der Virginia-Miliz getötet. Tecumsehs Mutter Methoataaskee, vielleicht eine Muskogee oder Cherokee, emigrierte fünf Jahre später nach Spanisch-Louisiana.

Erziehung und erste kriegerische Erfahrungen

Tecumsehs Erziehung wurde nach dem Tod seines Vaters von seinem Bruder Cheeseekau (Chiksika) und dem fähigen Shawnee-Häuptling Black Fish übernommen, dem Tecumseh vermutlich seine außergewöhnlich humanen Überzeugungen verdankte. Großen Einfluss auf ihn hatte auch seine Schwester Tecumapease, eine ungewöhnliche Frau. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges waren die Shawnee mit den Briten verbündet, Tecumsehs Dorf wurde mehrfach von amerikanischen Truppen angegriffen. Der Stamm musste nach Verbrennung seiner Häuser und der Ernten mehrfach fliehen und gründete neue Orte – immer weiter weg von den expandierenden Siedlungen der weißen Siedler.

In den 1790er Jahren kam es zu großen militärischen Auseinandersetzungen zwischen den europäischstämmigen Kolonisten und einer Föderation von Stämmen unter Führung der Miamis und ihres Häuptlings Me-She-Kin-No-Qua – Little Turtle. Die Indianer unter Führung von Little Turtle, Blue Jacket und des mit den Shawnee kämpfenden Weißen Simon Girty besiegten die Weißen in zwei Schlachten unter den Generälen Josiah Harmar (1790) und Arthur St. Clair.

Tecumseh nahm an diesen Kämpfen als junger Mann teil. In der Funktion eines Spähers berichtete er über Bewegungen der feindlichen Armeen, war aber bei St. Clairs Niederlage nicht persönlich beteiligt, jedenfalls wird darüber nichts berichtet.

Die fast vollständige Vernichtung der Armee General St. Clairs in der Schlacht am Wabash River 1791 war in der gesamten Geschichte der größte Sieg, den Indianer jemals über eine europäische oder amerikanische Armee errungen hatten. Der Schock darüber bei den Weißen saß tief, der Ruf nach Rache führte dazu, dass die Regierung der jungen USA schon bald eine neue Armee aufstellen ließ.

Teilnahme Tecumsehs in der Schlacht von Fallen Timbers

In der Entscheidungsschlacht von Fallen Timbers, im August 1794, kämpfte Tecumseh als Führer einer kleinen Schar Shawnee, zu der auch sein jüngerer Bruder Lalawethika gehörte. Die indianische Koalition wurde von General Anthony Wayne (genannt „Mad Anthony“) vernichtend geschlagen, Rettung kam auch nicht von dem britischen Fort Miami, zu dem sich die Indianer Schutz suchend geflüchtet hatten. Die Briten ließen die mit ihnen verbündeten Indianer nicht herein. In der Konsequenz der Niederlage mussten die Indianer erneut große Gebiete Ohios und des Nordwestens aufgeben; der entsprechende Friedensvertrag sah weiteren Landgewinn für die nachrückenden weißen Siedler vor.

In den folgenden Jahren lebte Tecumseh als Anführer einer kleinen Schar von Indianern, die mehreren Stämmen angehörten, in der Nähe des heutigen Piqua in Ohio. Später wanderten er und seine Gruppe zum westlichen Arm des White River weiter.

1799 nahm er an einer Ratsversammlung in der Nähe des heutigen Urbana, Ohio, teil, um Konflikte zwischen Indianern und europäischstämmigen Amerikanern zu schlichten. Dort sprach er mit solcher Eloquenz und Eindringlichkeit, dass der Übersetzer Mühe hatte, ihm zu folgen; das weiße Publikum war fasziniert, und Zeugen seiner Rede beschrieben ihn als äußerst eindrucksvolle Persönlichkeit. Im Jahre 1803 wiederholte er sein Friedensversprechen in Chillicothe, Ohio, wo gerade ein weißer Siedler getötet worden war.

Wirken als Prophet in Greenville

1805 ließ sich Tecumseh, auf Drängen seines jüngeren Bruders Lalawethika (später Tenskwatawa), in der Nähe von Greenville nieder. Dort führte Tenskwatawa als Prophet eine religiöse Erneuerungsbewegung an, die auf Distanz zu den US-Amerikanern ging. Diese Bewegung fand auch Anhänger außerhalb ihrer eigenen Siedlung. Die entscheidende Persönlichkeit im Hintergrund war allerdings stets Tecumseh, der sich seines eitlen jüngeren Bruders als „Prophet“ bediente, um den Geisterglauben seiner indianischen Brüder für Zwecke seiner Einigungsbemühungen zu nutzen.

Vermittlung einer neuen Angehörigkeit

Ab 1807 gelang es Tecumseh, die religiöse Bewegung in eine politische umzuwandeln, in der er nun auch offen seine Führungsrolle einnahm. Kernpunkte der Bewegung waren indianisches – und eben nicht stammeszugehöriges – Gemeineigentum an Land und der Stopp der Landverkäufe an weiße Siedler durch einzelne Häuptlinge. Tecumseh versuchte, den indianischen Stämmen klarzumachen, dass sie in erster Linie Indianer und erst danach Angehörige eines bestimmten Stammes seien. Diese Sichtweise überforderte allerdings die meisten Häuptlinge.

Tecumsehs Anwerbung für eine Konföderation

Die kommenden Jahre warb er in Ohio, Michigan, Indiana und Illinois bei den dort ansässigen Stämmen für seine Konföderation und ersuchte die Briten in Kanada um politische und logistische Unterstützung. Im August 1810 erklärte er sich gegenüber William Henry Harrison, dem Gouverneur des Indiana-Territoriums, als anerkannter Führer aller Indianer. Im kommenden Jahr besuchte er die Cherokee, Muskogee, Choctaw, Chickasaw und Seminolen im Südosten des Kontinents, hatte jedoch nur bei den Muskogee Erfolg. Insgesamt scheiterte sein Vorhaben an der Uneinigkeit der Stämme und ihrer Unfähigkeit einzusehen, dass nur ein gemeinsamer Kampf aller Indianer langfristig die Perspektive bot, den Landraub der weißen Siedler aufzuhalten und ein indianisches Territorium zu sichern.

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