An diesem Tag

Taty Almeida

Argentinische Aktivistin für Menschenrechte (1930–2026)

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Taty Almeida (geborene Lydia Estela Mercedes Miy Uranga, geboren am 28. Juli 1930 in Buenos Aires; gestorben am 14. Juni 2026 ebenda) war eine argentinische Menschenrechtsaktivistin. Sie war Vorsitzende der Línea Fundadora (Gründerinnenlinie) der argentinischen Menschenrechtsorganisation Madres de Plaza de Mayo (Mütter des Platzes der Mairevolution). Nach dem Tod von Nora Cortiñas hatte sie die Leitung der Gruppe übernommen.

Almeida wurde im Stadtteil Belgrano von Buenos Aires geboren. Sie stammte aus einer Familie von Militärangehörigen. Ihre Mutter war Hausfrau. Ihr Vater war Oberstleutnant, ihr Bruder wurde Oberst, und drei ihrer Schwestern heirateten Angehörige der Luftwaffe. Die Familie lebte in Buenos Aires, wo sie das Lehramtsdiplom erhielt und als Lehrerin arbeitete. Im Alter von 21 Jahren heiratete sie den Lehrer Jorge Almeida, dessen Familie ebenfalls zum Kreis der Militärs gehörte. Das Paar hatte drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Die Ehe wurde 1970 geschieden.

Almeida arbeitete nach der Scheidung als Sekretärin in einer Arztpraxis, ihr Sohn Alejandro studierte Medizin an der Universität Buenos Aires und jobte bei der Nachrichtenagentur Télam und beim Militärgeografischen Institut.

Alejandro, damals 20 Jahre alt, wurde am 17. Juni 1975 von der regierungsnahen paramilitärischen Terrorgruppe Triple A (Alianza Anticomunista Argentina) verschleppt. Er gehörte damit zu den Menschen, die bereits vor dem

Militärputsch 1976 verschleppt worden waren. Seine Mutter erfuhr erst später, dass er der Guerillagruppe Ejército Revolucionario del Pueblo (Revolutionäre Volksarmee) angehört hatte. Auf der – erfolglosen – Suche nach ihm schloss sie sich 1979 den Madres de Plaza de Mayo an. Sie galt als prägende Person der Gruppe, für die sie bis kurz vor ihrem Tod tätig war.

Alejandro, por siempre … amor. 2008

2011: Ehrung der Stadt Buenos Aires als Persönlichkeit der Menschenrechte

2026: Ehrendoktorat der Universidad de Buenos Aires

Jürgen Vogt: Argentiniens oberste Mutter ist tot. In: die tageszeitung. 16. Juni 2026, S. 2.

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