Take That ist eine britische Pop-Gruppe. Sie wurde 1990 als Boygroup in Manchester gegründet; 1996 trennte sich die Gruppe, 2005 kam sie wieder zusammen. Aktuell besteht die Band aus den drei Gründungsmitgliedern Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen, gelegentlich ergänzt durch Robbie Williams.
Bekannte Songs der Gruppe sind vor allem selbstgeschriebene Titel wie Back for Good und Patience sowie einige gecoverte Titel, darunter Relight My Fire und How Deep Is Your Love. Bereits vor ihrem Comeback im Jahr 2006 wurden sie mit 25 Millionen verkauften Alben und acht Nummer-eins-Hits als „eine der erfolgreichsten britischen Bands aller Zeiten“ und „Wegbereiter einer neuen Generation von Boy- und Girlgroups“ gewürdigt.
Neben Barlow, Donald und Owen zählen zu den Gründungsmitgliedern auch Jason Orange und Robbie Williams. Orange zog sich 2014 aus dem Rampenlicht zurück; der 2010 zurückgekehrte Williams trennte sich nicht erneut offiziell von der Gruppe, sondern pausiert seit 2012 und konzentriert sich auf Solokarriere, Familie und die nur gelegentliche Zusammenarbeit mit seinen Take-That-Kollegen.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 verkaufte die Band 48 Millionen Tonträger und über sieben Millionen Konzerttickets, konnte 20 Top-Ten-Hits und zwölf Nummer-eins-Singles verzeichnen. Sechs ihrer acht Studioalben sowie ein Kompilationsalbum erreichten ebenfalls die Spitze der Charts, nur ihr Debütalbum und das 2017 veröffentlichte Wonderland landeten auf Platz zwei.
Nach dem Ausstieg von Robbie Williams im Juli 1995 beendete die Gruppe ihre Welttournee und trennte sich im Februar 1996 offiziell. In den folgenden Jahren waren die Mitglieder als Solisten unterschiedlich erfolgreich, während in regelmäßigen Abständen inoffizielle Best-of-Alben, Filme und ein Musical (Never Forget: The Musical) erschienen. 2005 wurde mit dem Greatest-Hits-Album Never Forget – The Ultimate Collection zugleich eine Fernsehdokumentation mit dem Titel Take That: For the Record veröffentlicht. Die Ausstrahlung am 17. November 2005 zog überraschend sechs Millionen Zuschauer an. Never Forget – The Ultimate Collection landete noch in der gleichen Woche mit 90.000 verkauften Alben auf Platz zwei der britischen Charts. Seit November 2005 verkaufte sich das Album allein in Großbritannien über zwei Millionen Mal und verbrachte 218 Wochen (4 Jahre, 10 Wochen) in den Albumcharts (Stand September 2017). Nach diesem Überraschungserfolg erhielten die verbleibenden vier Gründungsmitglieder millionenschwere Angebote für eine Rückkehr in die britischen Stadien.
Auf die ausverkaufte Best-of-Tournee folgte schließlich ein erfolgreiches Comeback mit der Single Patience und dem Album Beautiful World. 2008 folgte mit The Circus ein weiterer Chart-Topper. Im Juli 2010 kehrte Williams offiziell zur Gruppe zurück, und sie veröffentlichte mit ihm das Album Progress mit der dazugehörigen ersten Single The Flood. Es folgte eine Tournee in kompletter Besetzung und kurz darauf die umfangreiche EP Progressed. Im September 2014 gab Jason Orange seinen Ausstieg aus der Band bekannt. Zwei Monate darauf veröffentlichte Take That als Trio (Williams pausierte) ihr Studioalbum III. Es folgte eine Europatournee, mit 51 Konzerten zwischen April und Oktober 2015 die bis dahin umfangreichste der Gruppe. Im Anschluss veröffentlichte sie zusammen mit der Tour-DVD ihre EP III – 2015 Edition.
Im März 2017 erschien das Album Wonderland. Bereits im Februar 2017 erschien die erste Single Giants, im April 2017 folgte New Day. Trotz exzellenter Verkaufszahlen erreichte die Band mit Wonderland erstmals seit ihrem Debütalbum 1992 lediglich Platz 2 der Charts. Die gleichnamige Tournee über 32 europäische Konzerte im Sommer 2017 war vollständig ausverkauft, zum Jahresende folgten Konzerte im Südpazifik. Im Herbst 2018 folgte anlässlich des anstehenden 30. Bandjubiläums das Doppelalbum Odyssey. Darauf finden sich neben 22 neu arrangierten/gemischten, umgeschriebenen und/oder neu aufgenommenen und durch archivierte Interviewausschnitte miteinander verbundenen Hits der vergangenen 30 Jahre Bandgeschichte auch fünf neue Stücke, zwei davon instrumental. Odyssey wurde ihr achtes Album an der Spitze der Charts und das am schnellsten verkaufte Album des Jahres (über 100.000 Exemplare allein in der Veröffentlichungswoche). Im Frühjahr und Sommer 2019 folgte eine weitere ausverkaufte Europatournee, die zum dritten Mal auch weltweit in ausgewählten Kinos übertragen wurde.
Im September 2017 wurde das Jukebox-Musical The Band im Manchester Opera House uraufgeführt. Dramatiker Tim Firth schrieb die Geschichte rund um die Musik von Take That und unter Mitarbeit aller fünf Mitglieder. In zwei Stunden wurden über 57.000 Tickets im Wert von zwei Millionen Pfund verkauft, das Stück wurde zur am schnellsten verkauften britischen Theaterproduktion überhaupt. In Deutschland wird es seit April 2019 mit deutschen Dialog-, aber Original-Liedtexten im Theater des Westens gezeigt. Im Juni 2023 kam das darauf basierende Filmmusical Greatest Days im Vereinigten Königreich und in Deutschland in die Kinos.
Gary Barlow (1989–1996, seit 2005)
Howard Donald (1989–1996, seit 2005)
Mark Owen (1989–1996, seit 2005)
Robbie Williams (1989–1995, 2009–2014, danach gelegentliche Auftritte)
Jason Orange (1989–1996, 2005–2014)
Gary Barlow, der schon seit seiner Kindheit Lieder geschrieben und als Teenager sein erstes Geld als Barpianist verdient hatte, wurde 1990 von Manager Nigel Martin-Smith entdeckt und unter Vertrag genommen. Bei gemeinsamen Studioaufnahmen, so die langjährige Darstellung, hätten sie Mark Owen kennengelernt, der im Studio als „Mädchen für alles“ gearbeitet habe. Bei verschiedenen Disco-Contests, auf denen Martin-Smith nach weiteren Mitgliedern gesucht hatte, seien die Breakdancer Howard Donald und Jason Orange dazugestoßen, die in konkurrierenden Tanzformationen arbeiteten. Da Martin-Smith noch ein fünftes Mitglied gewollt habe, habe er in Regionalzeitungen „Sänger gesucht“ annonciert und so unter anderem Robbie Williams getroffen, der ebenfalls Sänger werden wollte und eine Boygroup als gute Chance gesehen habe, erste Erfahrungen zu sammeln, ohne die volle Verantwortung zu tragen.
Diese Version der Entstehungsgeschichte wurde später in Barlows Autobiografie My Take und 2005 in der Dokumentation Take That: For the Record von den Bandmitgliedern revidiert. Tatsächlich seien 1990 alle fünf auf unterschiedlichen Wegen (unter anderem durch eine entsprechende Zeitungsanzeige) von Nigel Martin-Smith, der ein britisches Pendant zur international sehr erfolgreichen amerikanischen Boygroup New Kids on the Block schaffen wollte, angefragt worden und hätten sich erst bei einer Art Casting kennengelernt. Martin-Smith, der sich bereits durch ein heimproduziertes Demo-Tape (unter anderem mit A Million Love Songs) von Barlows musikalischem Talent hatte überzeugen können, habe ihn von Anfang an als kreativen Kopf der Gruppe eingeplant. Zudem habe Barlow ursprünglich bei allen Stücken als Hauptsänger fungieren sollen. Barlow trug für 31 der 44 in den 1990ern veröffentlichten Songs die alleinige musikalische Verantwortung und war bei weiteren acht Titeln zumindest Teil des Komponistenteams. Nur ein Titel wurde von Donald geschrieben, vier waren Coverversionen.
Zu Beginn ihrer Karriere trat Take That vor allem in Clubs der Homosexuellenszene auf, da aufgrund privater Kontakte des Managers dort gute Auftrittsmöglichkeiten gegeben waren. Breitere Bekanntheit erlangte die Band mit ihrem Cover von Barry Manilows Could It Be Magic, bei dem Williams die Hauptstimme sang. Den endgültigen Durchbruch schaffte Take That im Herbst 1993 mit den von Barlow komponierten Singles Pray (Hauptstimme Barlow) und Babe (Hauptstimme Owen) sowie dem dazugehörigen Album Everything Changes.
Im März 1995 erschien das Album Nobody Else, das R’n’B-Elemente enthielt, womit der Gruppe auch erstmals in den USA ein Erfolg gelang. Darauf enthalten war auch ihre bis heute erfolgreichste Single Back for Good. Dieses Lied erreichte in 47 verschiedenen Ländern (auch in Deutschland) die Spitze der Charts und in 25 weiteren die Top Ten, unter anderem in Österreich, der Schweiz und verschiedenen US-amerikanischen Charts (Billboard). Seither wurde es weltweit von 192 Interpreten gecovert (Stand: Oktober 2015). Mit über 1,08 Millionen verkauften Exemplaren allein im Vereinigten Königreich (Stand: Juni 2013) zählt es zu den 100 meistverkauften Singles der britischen Musikgeschichte, überhaupt überschritten dort bislang nur 164 Lieder die Millionenmarke (Stand: Februar 2016). Eine Woche lang führte Take That in Deutschland damit zeitgleich die Single- wie auch die Albumcharts an (siehe auch die Liste der Nummer-eins-Hits in Deutschland (1995)).