Der Tag der offenen Moschee in Deutschland ist ein seit 1997 bestehender, jährlich fest terminierter Veranstaltungstag, der am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit stattfindet. Das Datum wurde nach Angaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland bewusst gewählt, um das Ziel einer interreligiösen und interkulturellen Verständigung zu fördern. Zudem soll das Selbstverständnis der Muslime, Teil des 1990 wiedervereinigten deutschen Staates zu sein, und die Verbundenheit mit allen nicht-muslimischen Bewohnern Deutschlands zum Ausdruck gebracht werden.
Die Moscheegemeinden bieten an diesem Tag den überwiegend nichtmuslimischen Besuchern Moscheeführungen, Podiumsdiskussionen und Buch- und Kunstausstellungen an. Traditionen, Tee, Kaffee und Gebäck gehören auch oft zum Rahmenprogramm. Mit Begegnungen und Gesprächen sollen mögliche Vorbehalte und Ängste abgebaut werden.
Im Jahr 2021 feierte der Tag der offenen Moschee während der Corona-Pandemie sein 25-jähriges Bestehen.
Der Tag der offenen Moschee (TOM) geht auf eine 1997 in Köln entstandene Initiative des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zurück, an der sich weitere muslimische Dachorganisationen beteiligten. Anlass hierfür war auch das Europäische Jahr gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (1997) und die Interkulturelle Woche – Woche der ausländischen Bürger vom 28. September bis 4. Oktober 1997. Die Interkulturelle Woche findet jährlich Ende September, von Sonntag bis Samstag vor dem Erntedankfest statt.
Am ersten Tag der offenen Moschee am 3. und 4. Oktober 1997 beteiligten sich bundesweit 600 Moscheen. In ganz Deutschland öffnen seitdem jährlich etwa 1.000 Moscheen verschiedener Islamverbände ihre Tore für über 100.000 Besucher.
Seit 2007 wird Tag der offenen Moschee durch den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) geleitet. Der KRM ist der Spitzenverband der vier größten islamischen Organisationen in Deutschland: der Diyanet İşleri Türk İslam Birliği (DİTİB), dem Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (Islamrat), dem Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Gegründet wurde der KRM während der Deutschen Islamkonferenz 2007.
Jedes Jahr wirbt der Koordinationsrat mit einem Motto für den Tag der offenen Moschee, an dem sich über 1.000 Moscheegemeinden beteiligen:
2007: Moscheen – Brücken für eine gemeinsame Zukunft
2008: Moscheen – Orte der Besinnung und des Feierns
2009: Moscheen – Ein fester Teil der Gesellschaft / 60 Jahre Bundesrepublik und ihre Muslime
2010: Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben
2011: Muhammad – Prophet der Barmherzigkeit
2012: Islamische Kunst und Kultur
2013: Umweltschutz – Moscheen setzen sich ein
2014: Soziale Verantwortung – Muslime für die Gesellschaft
2015: Junge Muslime in Deutschland – Motiviert, Engagiert, Aktiv
2016: Hidschra – Migration als Herausforderung und Chance
2017: Gute Nachbarschaft – Bessere Gesellschaft