An diesem Tag

TV total

Deutsche Fernsehsendung (1999–2015, 2021–)

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TV total ist eine Comedy-Show auf ProSieben, die von Stefan Raab entwickelt und von 1999 bis 2015, dem vorläufigen Ende der Sendung, auch moderiert wurde. Im November 2021 wurde die Sendung unter der Moderation von Sebastian Pufpaff neu aufgelegt, Raab agierte bis Ende 2023 weiterhin als Produzent im Hintergrund, ehe er mit Du gewinnst hier nicht die Million und Die Stefan Raab Show beim Sender RTL in Teilen inoffizielle stilistische Ableger der Sendung ins Leben rief. TV total wird in Köln-Mülheim produziert und gilt als eine der langlebigsten Late-Night-Shows im deutschen Fernsehen.

1997 produzierte Raab die Sendung Das kann ja mal passieren. Mit dieser Sendung, die erstmals auf der DVD Best of TV total Vol. 2 in voller Länge zu sehen war, versuchte er, die Sender von seinem Konzept zu überzeugen. Es dauerte jedoch einige Zeit, bis ProSieben ihm seine eigene Sendung gab, die dann als TV total ausgestrahlt wurde. Der Fernsehproduzent Marcus Wolter wirkte bei der Konzeption der Sendung mit. Viele Elemente der Urversion, bei der Karl Dall, Verona Pooth und Rudolph Moshammer zu Gast waren, wurden auch später noch verwendet, wie der Schreibtisch mit den „Nippeln“ und Einspieler wie Raab in Gefahr. Das Quiz mit den zusammengesetzten Melodien wurde in ähnlicher Form in den ersten Ausgaben von Schlag den Raab gespielt.

Die Sendung wird seit ihrem Bestehen von der Produktionsgesellschaft Brainpool und wurde zusätzlich bis 2023 von der Produktionsfirma Raab TV produziert, die Teil von Brainpool unter der Führung von Banijay gewesen war.

Nachdem Harald Schmidt Brainpool verlassen hatte, bot sich Raab die Chance, diese Vakanz zu füllen. TV total wurde zunächst im "Theater am Rudolfplatz", einem ehemaligen Kino in der Kölner Innenstadt, produziert, ehe die Sendung 2001 in das ehemalige Capitol Theater am Ring umzog, das Harald Schmidt bis zu seinem Abgang von Brainpool als Studio gedient hatte. Es gab zu Beginn Ähnlichkeiten mit Schmidts Late-Night-Show: „Das Raab-Produkt ist ein in seiner Wirkung professionell durchkalkuliertes Spin-off der Harald-Schmidt-Show: Schon dort war die Lust, in dem Meer von Medienprodukten zielsicher das Absurde, Banale, Verquere herauszufinden, der Motor vieler Gags.“

Anfang 2003 zog die Show zum zweiten Mal um, diesmal in ein eigenes Studio von Brainpool an der Schanzenstraße in Köln-Mülheim. Es gibt einen Schreibtisch, der seit 2003 auf einem fahrbaren Podest steht. Für die Neuauflage 2021 wurde ein Studio in modernisiertem Design gebaut. Neben einer etwas dunkleren Farbgestaltung und einem veränderten Treppenaufgang wurde eine Rutschstange installiert, an der Pufpaff von einer Empore in das Studio gleitet.

2024 bis 2025 moderierte Raab bei RTL die Sendung Du gewinnst hier nicht die Million, die als Hybrid aus TV total und Schlag den Raab angesehen werden konnte, die einige Zeit in direkter Konkurrenz zu TV total mittwochs zur Primetime auf RTL+ veröffentlicht wurde, ehe ProSieben später den Sendeplatz wechselte, um dem Konkurrieren um Einschaltquoten aus dem Weg zu gehen. Im September 2025 folgte Die Stefan Raab Show, in der Raab erneut zahlreiche Showelemente von TV total aufgreift.

Sendungskonzept und Ausstrahlung

TV total hat starke Ähnlichkeit mit einer Late-Night-Show. Die Sendung wird mit einem Stand-up-Monolog eröffnet, in dem kuriose Szenen aus anderen Fernsehsendungen und aktuelle Schlagzeilen gezeigt werden. Neben Talkgästen gibt es diverse Einspieler (siehe unten) sowie Auftritte von Comedians und Musikern. Letztere wurden oft von der Showband Heavytones begleitet, die auch die ganze Sendung bis 2024 musikalisch untermalt hatten. Nach den schlechten Erfahrungen mit Gottschalk Late Night und um eine Konkurrenz zur Harald Schmidt Show zu vermeiden, wurde das Konzept an ein jüngeres Publikum angepasst und erweitert.

Die respektlose Auseinandersetzung mit Pannen und fragwürdigen Entwicklungen im deutschen Fernsehen war eine zentrale Komponente (wie zuvor schon bei Kalkofes Mattscheibe), was auch in Name und Logo (Fernsehapparat mit Teufelshörnern) der Sendung zum Ausdruck kommt. Im Verlauf der Jahre war dieser Aspekt aber zugunsten einmaliger oder wiederkehrender Sonderrubriken etwas zurückgedrängt worden.

Die erste Ausgabe wurde am 8. März 1999 ausgestrahlt. Für knapp zwei Jahre gab es eine Ausgabe pro Woche (montags). Ab Februar 2001 lief die Sendung zumeist viermal wöchentlich, jeweils eine Sendung pro Tag von Montag bis Donnerstag. In den Sommermonaten pausierte TV total in der Regel für mehrere Wochen. Am 16. Dezember 2015 wurde die Sendung nach 2303 Ausgaben wegen Raabs Karriereende bei ProSieben und seinem darauffolgenden etwa neunjährigen Rückzug aus dem Fernsehen als Moderator vorerst eingestellt.

Die am 10. November 2021 gestartete Neuauflage der Sendung ist im Gegensatz zur ursprünglichen Version keine Late-Night-Show mehr, sondern wird mittwochs zur Primetime (20:15 Uhr) ausgestrahlt. Die Sendungen sind überwiegend Live-on-Tape produziert. Produktionen wie die Wok-WM, die Stock Car Crash Challenge, aber auch Sonderausgaben wie die Übertragungen aus Oslo und New York waren Liveübertragungen.

Die Wiederholungen der Episoden wurden auf ProSieben Fun ausgestrahlt; außerdem ist ein Großteil der Folgen online bei MySpass.de verfügbar. Seit 2026 werden die Staffeln der Sendung unter Raabs Moderation zudem auf RTL+ veröffentlicht.

Am 25. November 2024 startete montags eine weitere Primetime-Ausgabe unter dem Titel TV total – Aber mit Gast, vorgesehen für die Wintermonate. Im ersten Drittel nimmt Pufpaff den jeweiligen prominenten Gast mit Einspielern aus dessen Vergangenheit auf die Schippe, während dieser hinter der Bühne und hinter Glas beiwohnt. Nach einer Unterhaltung zu Tisch wird gemeinsam gespielt.

Die Auseinandersetzung mit der aktuellen Fernsehlandschaft findet hauptsächlich über das Einspielen der lustigsten Szenen am Anfang der Sendung statt. Einige kurze Ausschnitte, die auch oder gerade außerhalb des ursprünglichen Kontextes komisch sind, werden über spezielle Knöpfe (sogenannte „Nippel“) an dem Schreibtisch während der Sendung eingespielt, wenn es in die Situation passt oder auch nur eine ungewollte Pause entsteht. Zum Beispiel wurde 1999 ein Ausschnitt von der Gerichtsshow Richterin Barbara Salesch über die Verhandlung Zindler gegen Trommer gezeigt, daraus entstand das Lied Maschen-Draht-Zaun. In der Anfangszeit gab es noch einige spezielle fernsehbezogene Rubriken. Mangels Material oder Resonanz wurden diese aber später aus der Sendung entfernt.

Als Auszeichnung wurde der Raab der Woche verliehen. Das Publikum wählte aus mehreren Kandidaten, die durch eine unfreiwillig komische Szene aufgefallen sind, den Sieger. Die Trophäe (ein kniender Athlet schultert einen stilisierten Fernseher) ist auf dem Bildschirm hinter dem Schreibtisch und als Statue neben der Showtreppe zu sehen, obwohl der „Raab der Woche“ ab 2010 nicht mehr verliehen wurde. Am 6. September 2010 kündigte Raab in seiner Sendung jedoch an, diesen für ein spezielles Ereignis wieder einzuführen. Bei Spielen der Fußball-Bundesliga müsste dafür einer der Spieler beim Aufwärmen einen live moderierenden Moderator von hinten mit dem Ball am Kopf treffen, wie es bereits wenige Wochen zuvor passiert war. Dies geschah 2014. Bereits am 23. Februar 2012 verkündete Raab, dass er den Preis an einen Kellner verleihen möchte, der am Politischen Aschermittwoch der CDU aus Versehen hinter Angela Merkel Biergläser verschüttet. Ab 2021 verlieh Sebastian Pufpaff die von nun an als Deutscher Bundesbewegtbildpreis bezeichnete Auszeichnung erneut, wobei die Abstimmung mit der ProSieben-App möglich war. Einige Monate nach Beginn der Neuauflage wurde er nicht mehr verliehen.

Die Rubrik Schocker der Woche zeigte eine Auswahl schockierender oder ekelhafter Szenen. Den vermeintlichen Höhepunkt bildete eine harmlose Szene (z. B. aus der Volksmusik).

Mit den in Raabs Tisch eingebauten „Pfui“- und „Respekt“-Kellen signalisierte der Moderator moralische Entrüstung bzw. Anerkennung. Die Kellen konnten mit den Zusätzen „Extra-Gold-2000“ oder „mein lieber – Herr Gesangsverein“ erweitert werden.

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