An diesem Tag

T. V. Smith

Englischer Musiker

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T. V. Smith (auch TV Smith; * 5. April 1956 in Hornchurch, Essex als Timothy Smith) ist ein britischer Musiker und Singer-Songwriter. Weil Smith der häufigste Nachname in Großbritannien ist und das Fernsehgerät den meist genutzten Haushaltsgegenstand darstellt, nennt er sich im Vornamen seit Gründung der Adverts nach der Abkürzung für Television.

1956 bis 1979: Jugend und frühe Erfolge mit den Adverts

T. V. Smith wurde in Hornchurch geboren. Er lebte seit seinem neunten Lebensjahr in North Tawton, in der Grafschaft Devon, und besuchte das College in Torquay. Bereits in der Schulzeit wurde er bei einigen nationalen Schreibwettbewerben für seine Lyrik ausgezeichnet. 1973 spielte er in der Schülerband „Slaby Witness“, für die er eigene Texte verfasste. Gleichzeitig versuchte er sich darin, kurze surrealistische Filme zu drehen. Mit achtzehn Jahren besuchte er die Kunstschule in Bideford und gründete dort die Band Sleaze. Das gleichnamige Album der fünfköpfigen Schülerband entstand innerhalb von zwei Stunden, kostete £ 38,88 inklusive Studiomiete und es wurden 50 Stück davon gepresst.

Musikalisch beeinflusst von Iggy Pop, The Velvet Underground, New York Dolls und den Sex Pistols zog er 1976 nach London, wo er sich der Punkszene anschloss und 1977 zusammen mit seiner Lebensgefährtin Gaye Advert die Band The Adverts gründete. Als Sänger der Punkband, für die er sämtliche Texte schrieb, erlebte er einen schnellen Erfolg in den Britischen Charts durch die Singles One Chord Wonders und Gary Gilmore’s Eyes und dem Album Crossing the Red Sea with The Adverts.

Ende der 1970er-Jahre arbeitete Smith mit Richard Strange zusammen, der zudem auf dem zweiten Album Cast of Thousands von The Adverts als Gastmusiker zu hören ist. Die fünfzehn Musikstücke, die beide Musiker zusammen schrieben, wurden lange nicht verlegt; sieben davon waren seit dem Jahr 2005 über Stranges Webseite unter dem Titel Raw Meet for the Missionaries als Download zu erhalten.

Erst im Jahr 2021 erschien bei Mirage Music Management Ltd. ein limitiertes Vinylalbum mit dem Titel TV Smith and Richard Strange 1978 mit acht Musikstücken aus der Zusammenarbeit der beiden Musiker.

Nach der Auflösung der Adverts im Herbst 1979 verbuchte Smith mit seiner nächsten Formation 1980 den T. V. Smith’s Explorers, deren Stilrichtung eine Mischung aus Pop- und Punkmusik war, zunächst einen geringen Erfolg mit dem Song Tomahawk Cruise, dessen Text sich auf den Marschflugkörper BGM-109 Tomahawk bezieht. Die Band löste sich jedoch wegen finanzieller Schwierigkeiten nach knapp zwei Jahren wieder auf.

Smith versuchte sich als Solokünstler. Da das Schallplattenunternehmen Expulsion unmittelbar nach Fertigstellung seines Albums Channel 5 Insolvenz anmelden musste, konnten nur 2.000 Kopien der Schallplatte ausgeliefert werden und war somit kommerziell erfolglos.

1984 gründete Smith, unter anderem mit Tim Cross, die Band T. V. Smith’s Cheap, mit der er bis 1989, größtenteils ohne Gage, durch die Clubs tingelte. Die Band hatte zwar ein Album aufgenommen, aber es fand sich kein Label, das es veröffentlichen wollte, und der kommerzielle Erfolg blieb gänzlich aus. Erst nachdem sich die Formation längst aufgelöst und Smith inzwischen 1992 sein erstes Soloalbum March of the Giants veröffentlicht hatte, kam schließlich 1994 RIP… Everything Must Go der Gruppe Cheap auf den Markt.

Einen weiteren Teil der von 1979 bis 1983 entstandenen Songs brachte T. V. Smith, hauptsächlich auf Drängen seines Fanclubs, den TUTS (T.V. Smith United Tour Supporters), unter dem Titel Sparkle in the Mud im Mai 2010 als Album heraus.

In den 1980er Jahren lebte T. V. Smith, der diese Dekade persönlich als andauernde Krise empfand, zeitweise von Sozialhilfe.

Seit den 1990er-Jahren widmet sich T. V. Smith seiner Solokarriere, tritt überwiegend mit Akustikgitarre oder kleiner Begleitung auf und verzichtet auf feste Bandmitglieder. Mit Attila the Stockbroker, im Vorprogramm von Tom Robinson, mit Punk Lurex O. K., UK Subs oder der Münchner Band Garden Gang, reist er durch Großbritannien, die USA, Finnland, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Österreich und die Schweiz. T. V. Smith hat keinen Manager, organisiert seine Touren selbst und ist dabei auf die Hilfe von Freunden angewiesen. Unterwegs ist er mit kleinem Gepäck, seiner Gitarre und einem Sequenzer, der ihm auf der Bühne als Begleitung dient. Insbesondere in Deutschland traf der Punk-Rock-Musiker während seiner Solo-Tourneen vermehrt auf ein interessiertes Publikum, was T.V. Smith motivierte, die deutsche Sprache zu erlernen. Seine Erlebnisse während zahlreicher Konzertreisen veröffentlichte T. V. Smith seit dem Jahr 2006 beim Arima-Verlag in vier Büchern.

Die Toten Hosen nahmen über einen gemeinsamen Bekannten Arturo Bassick von den Lurkers Kontakt zu Smith auf, um ihn für ihr Albenprojekt Learning English Lesson One zu gewinnen. Hierfür coverten sie 1991 schließlich gemeinsam den Adverts-Klassiker Gary Gilmore’s Eyes.

Smiths Album Immortal Rich erschien 1994 in Großbritannien bei Humbug Records und 1996 in den USA beim Label 2-13-61 seines langjährigen Fans Henry Rollins. Ein weiteres Soloalbum Smiths Generation Y brachte 1998 JKP, die Plattenfirma der Toten Hosen, auf den Markt, bevor Smith 2001 das Album Useless zusammen mit der deutschen Band aufnahm.

Im Frühjahr 2003 stellte er auf seiner Homepage das Antikriegslied Not in My Name zur freien Verfügung, welches mehr als 7000 Mal heruntergeladen wurde. Den Titel findet man als Hidden Track auf dem Album Not a Bad Day wieder, das er Ende 2003 gemeinsam mit Tim Cross produzierte. Vom Ritchie spielte bei den Aufnahmen Schlagzeug, Happi Mueller Bass, Tim Renwick Akustik- und E-Gitarre und Tim Cross Keyboard. Smith war maßgeblich an einigen Songs der Toten Hosen beteiligt, wie zum Beispiel Pushed Again, Daydreaming, How Do You Feel?, Call of the Wild oder am Soundtrack zum gleichnamigen Film You Are Dead!. 2004 wurde seine Komposition Expensive Being Poor Teil des Soundtracks von Wim Wenders’ Film Land of Plenty.

Smith hat sich in den letzten Jahren selbst Deutsch beigebracht und erklärt dem Publikum im deutschsprachigen Raum in den Ansagen die Hintergründe seiner englischen Texte.

Auf dem Album Misinformation Overload, das 2006 Wolfgang Rohdes Label Goldene Zeiten verlegte, befindet sich erstmals ein deutschsprachiges Lied Es stört mich nicht. Auch auf diesem Album begleiteten Smith die Musiker Vom Ritchie, Tim Cross und Happi Müller.

Im neuen Jahrtausend tourte Smith ohne Unterbrechung durch die USA, Australien, England, Deutschland, Österreich, Schweiz, Tschechien, Spanien, Italien, Norwegen und Finnland. Er stand neben Mick Jones, Glen Matlock und Robbie Williams auf der Bühne. 2006 war Smith Gast auf dem Jubiläumsalbum 26½ der Fehlfarben und interpretierte zusammen mit Peter Hein den Song Ein Jahr (es geht voran).

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T. V. Smith | World in Stories