Sven Tode (* 14. Dezember 1964 in Hamburg) ist ein deutscher Historiker, Autor, Politiker (SPD) und Hochschullehrer. Er war von 2011 bis 2025 Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft.
Herkunft und beruflicher Werdegang
Tode wurde in Hamburg-Langenhorn als Sohn einer Artistin und eines Kaufmanns geboren. Nach dem Abitur studierte er in den Jahren 1984 bis 1989 in Hamburg und Norwich Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Geografie. Im Jahr 1993 wurde mit der von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderten Arbeit Die Stadt im Bauernkrieg. Strukturanalytische Untersuchungen zur Stadt im Raum anhand der Beispiele Erfurt, Mühlhausen/Thüringen, Langensalza und Thamsbrück promoviert. Nach seiner Promotion war er zunächst als Lehrer an Hamburger Gymnasien sowie als Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten tätig. In den Jahren 2002 bis 2006 lehrte er an der Universität Ermland-Masuren in Olsztyn (Polen) deutsche Landeskunde; in den Jahren 2008 und 2009 vertrat er die Professur für Geschichtsdidaktik an der Universität Kassel. Seit Juli 2015 ist Tode habilitiert mit einer Arbeit über Evangelische und katholische Gemeindeseelsorger in Preußen 1520–1772; er erhielt die venia legendi für Neuere und Neueste Geschichte und Didaktik der Geschichte. Er ist apl. Professor an der Europa-Universität Flensburg. Darüber hinaus ist er Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Tode ist Mitglied im Kuratorium der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Er ist zudem Vorsitzender der Copernicus Vereinigung für Geschichte und Landeskunde Westpreußens e.V.
Tode war vom 1. Februar 2024 bis zum 17. Dezember 2025 Präsident der Hochschule Flensburg. Er wurde am 17. Dezember 2025 einstimmig vom Senat der Hochschule abgewählt.
Tode trat im Jahr 1980 als 16-Jähriger in die SPD ein. Von 2008 bis 2025 war er Vorsitzender des Ortsvereins Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde. In den Jahren 2008 bis 2011 war er Mitglied des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg, ab August 2011 Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, in der er im Regionalausschuss sowie im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport mitarbeitete. Zudem war er von 2008 bis 2011 Deputierter in der Behörde für Wissenschaft und Forschung.
Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft (2011 bis 2025)
Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2011 wurde Tode im Wahlkreis Barmbek – Uhlenhorst – Dulsberg direkt in die 20. Bürgerschaft gewählt. Dort saß er im Haushaltsausschuss, im Wissenschaftsausschuss, im Europaausschuss, im Ausschuss für Öffentliche Unternehmen sowie im Unterausschuss Personalwirtschaft und öffentlicher Dienst und im Unterausschuss IUK – Technik- und Verwaltungsmodernisierung.
Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2015 erlangte er in seinem Wahlkreis erneut ein Direktmandat und zog in die 21. Bürgerschaft ein. Dort war er Mitglied im Haushalts-, Wissenschafts- und Europaausschuss. Tode war Vorsitzender des Unterausschusses Personalwirtschaft und öffentlicher Dienst. Zudem war er bis zum Jahr 2020 Fachsprecher der SPD-Fraktion für Wissenschaft und Forschung.
Mit über 31.000 Stimmen gelang Tode bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2020 erneut der Einzug als direkt gewählter Abgeordneter in die 22. Hamburgische Bürgerschaft. In dieser Legislatur fungierte er als Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses sowie des Unterausschusses für Personal und öffentliche Verwaltung. Außerdem wirkte im Haushalts- und Europaausschuss mit.
Bei der Bürgerschaftswahl 2025 kandidierte er nicht erneut.
Gottes Wort und Volkes Stimme: Katholische und Evangelische Gemeindeseelsorger im urbanen und ländlichen Raum Preußen 1520–1772. (Habilitationsschrift).
Eine Welt in Glas, 1866–2016: 150 Jahre Noelle + von Campe Glashütte. Hamburg 2016.
Zusammen mit Marco Hölscher: Unvergleichlich präzise. 100 Jahre Aluminiumwerk Unna. Hamburg 2014.
Zusammen mit Beate John und Marco Hölscher: 50 Jahre Weltblick. GIGA German Institute of Global and Area Studies. Hamburg 2014.
Zusammen mit Beate John und Marco Hölscher: Innovation Motor. Vier Takte bewegen die Welt. 150 Jahre Deutz. Köln 2014.
Zusammen mit Sandra Engel und Beate John, 175 years of Borsig: technology for a changing world, 1837–2012, Hamburg 2012.
Zusammen mit Sandra Engel, The history of Plath: 1954–2012, Hamburg 2012.