An diesem Tag

Sven Hannawald

Deutscher Skispringer

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Sven Hannawald (* 9. November 1974 in Erlabrunn als Sven Pöhler) ist ein ehemaliger deutscher Skispringer und heutiger TV-Experte bei der ARD sowie Unternehmensberater. Hannawald gewann 2002 als erster Sportler die Vierschanzentournee mit Siegen in allen vier Wettbewerben. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City, USA, holte er mit der Mannschaft Gold. Zuvor wurde er 2000 und 2002 zweimal hintereinander Skiflug-Weltmeister. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1999 und 2001 war er mit vier Medaillen erfolgreich, darunter zweimal Gold mit dem Team. 2002 wurde Sven Hannawald als Deutschlands Sportler des Jahres geehrt.

In Erlabrunn als Sven Pöhler (seine Eltern heirateten erst nach seiner Geburt) geboren, wuchs Sven Hannawald in der Nachbarstadt Johanngeorgenstadt im Erzgebirge auf. Mit zwölf Jahren wechselte er auf die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Klingenthal und trainierte beim SC Dynamo Klingenthal. Als seine Eltern und die sechs Jahre jüngere Schwester 1991 aus dem Erzgebirge nach Jettingen-Scheppach im Landkreis Günzburg (Bayerisch Schwaben) umzogen, wechselte er an das Skiinternat Furtwangen im Schwarzwald, wo er nach der Schule (Mittlere Reife) eine Lehre als Kommunikationselektroniker absolvierte. Anschließend verpflichtete er sich bei der Bundeswehr und trainierte bis 2001 als Sportsoldat in einer Sportfördergruppe der Bundeswehr in Todtnau-Fahl.

Sven Hannawald wohnt in Gauting und ist Mitglied des Ski-Clubs in Hinterzarten. Im November 2016 heiratete er die Fußballerin Melissa Thiem. Im Februar 2017 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Im Mai 2019 kam das zweite gemeinsame Kind, eine Tochter, zur Welt. Sven Hannawald hat darüber hinaus einen weiteren Sohn (* 2006) aus einer früheren Beziehung.

Hannawald nahm bereits mit sieben Jahren an einem Skisprunglehrgang teil. Er betrieb zunächst die Nordische Kombination, doch bald war klar, dass seine Stärken eindeutig beim Skispringen lagen. Um bessere Trainingsmöglichkeiten zu haben, wechselte er auf die KJS. Er wurde DDR-Schülermeister im Skispringen und gewann bei der Kinder- und Jugendspartakiade in den Wintersportarten 1987 in Oberwiesenthal in drei Disziplinen, davon zwei Springen und einmal die Nordische Kombination.

Nach seinem Wechsel nach Hinterzarten wurde er 1992 Dritter im Mannschaftswettbewerb der Juniorenweltmeisterschaften und 1994 mit seiner Klubmannschaft Deutscher Meister im Mannschaftsspringen.

1998 gewann Hannawald bei der Skiflug-WM in Oberstdorf Silber sowie bei den Olympischen Spielen in Nagano Silber im Mannschaftsspringen.

Hannawald gewann außerdem als erster Skispringer überhaupt alle vier Teilwettbewerbe der Vierschanzentournee.

In der Saison 1998/99 belegte er im Gesamtweltcup der Skispringer den fünften Platz. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1999 in Ramsau gewann er im Einzelwettbewerb von der Großschanze Silber hinter Martin Schmitt sowie beim Mannschaftsspringen von der Großschanze Gold.

Vom 12. bis 14. Februar 2000 wurde in Vikersund (Norwegen) die Skiflug-Weltmeisterschaft ausgetragen, die durch chaotische Witterungsverhältnisse nicht wie geplant am Wochenende mit jeweils zwei Durchgängen an zwei Tagen, sondern am darauffolgenden Montag mit drei Durchgängen an nur einem Tag entschieden wurde. Mit Sprüngen auf 179,5, 188 und 196,5 Meter sowie 536,8 Punkten wurde Hannawald zum ersten Mal Skiflugweltmeister.

Das Mannschaftsspringen von der Großschanze bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2001 musste wegen schlechter Bedingungen um drei Tage verschoben werden und wurde erst am 24. Februar ausgetragen. Hannawald zeigte mit 120 Metern einen der besten Sprünge des gesamten ersten Durchgangs. Mit 110,5 Metern war er im zweiten Durchgang bester Springer in seiner Startergruppe und dort nur einer von zwei Athleten, dem ein Sprung über 100 Meter gelang. Die deutsche Mannschaft verteidigte in der Besetzung Hannawald, Michael Uhrmann, Alexander Herr und Martin Schmitt den zwei Jahre zuvor errungenen Weltmeistertitel und setzte sich am Ende mit fast 40 Punkten Vorsprung gegen Finnland und Österreich durch. Von der Normalschanze gewann die deutsche Mannschaft in gleicher Besetzung zudem die Bronzemedaille.

Der darauffolgende Winter 2001/02 war der erfolgreichste in der Karriere von Sven Hannawald.

Triumph bei der Vierschanzentournee

Durch die guten Platzierungen im Vorfeld der Vierschanzentournee mit dem Sieg in Titisee-Neustadt Anfang Dezember gehörte Hannawald zu den besten 15 Springern der Gesamtwertung, die zum damaligen Zeitpunkt für den Wettkampf automatisch qualifiziert waren. Hannawald ließ daraufhin alle vier Qualifikationsspringen aus und musste, da bei der Vierschanzentournee im ersten Durchgang im K.-o.-Modus gesprungen wird und das Ergebnis der Qualifikation über die entsprechenden Springerpaarungen entscheidet, jeweils gegen die Sieger der Qualifikation antreten.

Beim ersten Springen am 30. Dezember in Oberstdorf setzte er sich mit 122 Metern deutlich gegen den Österreicher Andreas Widhölzl durch und lag nach dem ersten Durchgang mit fast 10 Punkten vor dem Schweizer Simon Ammann in Führung. Mit abermals 122 Metern musste er sich im zweiten Durchgang zwar dem Österreicher Martin Höllwarth geschlagen geben, der sieben Meter weiter sprang. Aufgrund der besseren Haltungsnoten und dem Vorsprung aus dem ersten Durchgang gewann Hannawald dennoch mit acht Punkten Vorsprung vor Höllwarth das erste Springen der Tournee.

Beim zweiten Springen, dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, wiederholte sich im ersten Durchgang das Duell zwischen Hannawald und Widhölzl. Mit 122,5 Metern sprang Hannawald einen halben Meter weiter als der Österreicher, der sich jedoch durch die etwas besseren Haltungsnoten mit 0,6 Punkten Vorsprung durchsetzte. Hannawald kam als Zweitbester des ersten Durchgangs über die Wertung der fünf besten Verlierer weiter. Mit der Bestweite von 125 Metern im zweiten Durchgang gelang ihm dann im zweiten Springen der zweite Sieg mit einem knappen Vorsprung von 1,7 Punkten vor Widhölzl.

Beim dritten Springen am 4. Januar in Innsbruck setzte sich Hannawald im ersten Durchgang nicht nur deutlich gegen Martin Höllwarth durch, der als Zweitplatzierter acht Meter kürzer gesprungen war. Er stellte mit 134,5 Metern auch einen neuen Schanzenrekord auf, der bis 2015 gültig war. Im zweiten Durchgang gelang ihm mit 128 Metern erneut die Bestweite und mit dem Vorsprung von 23 Punkten vor dem Polen Adam Małysz baute er seine Führung in der Gesamtwertung der Tournee deutlich auf über 40 Punkte aus.

Im abschließenden Dreikönigsspringen in Bischofshofen verbesserte Hannawald mit 139 Metern den von ihm drei Jahre zuvor selbst aufgestellten Schanzenrekord um zwei Meter und behauptete sich damit im Duell gegen den Finnen Matti Hautamäki. Obwohl er fünf Meter weiter gesprungen war, lag er durch schlechtere Haltungsnoten nur knapp vor dem Slowenen Robert Kranjec und Hautamäki. Mit 131,5 Metern im abschließenden Sprung und 2,5 Punkten Vorsprung vor Hautamäki feierte Hannawald seinen vierten Sieg im vierten Springen.

Hannawald gewann damit als erster Skispringer alle vier Teilwettbewerbe der Vierschanzentournee in einer Saison und ist der zehnte deutsche Tourneesieger. Mit den erreichten 1077,6 Gesamtpunkten stellte er damals auch eine neue Bestmarke auf, die in den Folgejahren jedoch noch übertroffen wurde.

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