An diesem Tag

Sven Gabelbart

König von Dänemark, England und Norwegen

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Sven I. Gabelbart (dänisch Svend Tveskæg, manchmal auch Sven Haraldsson; englisch Swein Forkbeard; * 963; † 2. oder 3. Februar 1014 in Gainsborough) war etwa ab 986 König von Dänemark und 1013/14 der erste dänische König von England. Er nahm in den Jahren 994–995 an Raubzügen in England teil und unternahm als Wikingerführer ab 1003 einige groß angelegte Invasionsversuche. 1013 gelang es ihm, große Teile des Inselreichs zu erobern, den angelsächsischen König Æthelred II. zu vertreiben und zum Jahresende den englischen Thron zu besteigen. Er starb jedoch schon 40 Tage später. Sven war der Vater König Haralds II. von Dänemark, König Knuts des Großen von England und der Königin Estrid Svendsdatter.

Familie und Revolte gegen den Vater

Sven wurde 963 als Sohn des Königs Harald I. Blauzahn von Dänemark geboren. Svens Mutter soll keine Adelige gewesen sein; in der Jómsvíkinga saga wird sie als Dienstmagd beschrieben. Harald herrschte über ein Reich, das die Halbinsel Jütland, dänische Inseln wie Fünen und Seeland und Regionen im heutigen Schweden und Norwegen wie Halland, Schonen, Agder, Vestfold oder Raumariki umfasste. Er hatte während seiner Herrschaft auch einen wechselnden Einfluss über Teile Norwegens und unterhielt Bündnisse mit den Slawen an der südlichen Ostseeküste.

Sven soll im Jahr 985/986 an einer Revolte gegen seinen Vater Harald Blauzahn beteiligt gewesen sein, da Harald Sven nicht bei der Thronfolge berücksichtigen wollte. Angesichts der tendenziösen Berichte in den Quellen ist dies ungesichert. Haralds Truppen gewannen im Konflikt mit den Rebellen die Oberhand, aber Harald starb schließlich an Wunden, die er im Kampf erhalten hatte. Da Haralds legitime Söhne bereits verstorben waren, konnte sich Sven als König von Dänemark durchsetzen.

Mögliches Exil und Aktivitäten in England

Die Jahre von 990 bis 995 sind in den Quellen widersprüchlich belegt. Nach den Chronisten Adam von Bremen und Thietmar von Merseburg wurde Sven ins Exil getrieben. Ob Sven wirklich im Exil war, ist unter heutigen Historikern umstritten. Belegt ist aber über weitere Quellen wie die Angelsächsische Chronik und die Heimskringla, dass Sven von etwa 990 bis 995 Feldzüge in Altsachsen, Friesland und England durchführte. Der Historiker Ian Howard schätzt, dass Sven während dieser Abwesenheit wohl kaum in der Lage war, seine königliche Autorität in Dänemark durchzusetzen. Svens Abwesenheit ließ in Dänemark vermutlich ein Machtvakuum entstehen, wozu auch die Berichte von Adam von Bremen passen, dass König Erik Segersäll von Schweden die Situation ausnutzte, um die Vorherrschaft über Dänemark zu gewinnen.

Laut der angelsächsischen Chronik hatte sich Sven zusammen mit Olav Tryggvason spätestens 993 als einer der Hauptanführer der Wikingerangriffe auf England etabliert. 993 oder 994 waren Sven und Olav Führer einer Belagerung von London, nach deren erfolglosem Ende sie große Teile Südostenglands verwüsteten. Zur Beendigung der Angriffe auf England zahlte der König Æthelred dem skandinavischen Heer schließlich 994 ein Danegeld von 22.000 Pfund in Gold und Silber. Da der Vertrag und einige Versionen der angelsächsischen Chronik nur Olaf und nicht Sven erwähnen, war Sven zu diesem Zeitpunkt möglicherweise bereits wieder auf dem Weg zurück nach Dänemark.

König Erik Segersäll von Schweden war um 994 gestorben, so dass es denkbar ist, dass Sven dessen Tod nutzte, um seine Herrschaft über Dänemark spätestens im Jahr 995 wieder herzustellen. Es gibt einige Belege dafür, dass Svens Rückkehr in Dänemark auf Widerstand stieß und um Hedeby gekämpft wurde. Sven war jedoch letztlich siegreich und stabilisierte seine Herrschaft durch die Heirat mit der schwedischen Königswitwe Sigrid.

Sven war Christ und errichtete in Roskilde eine große Kathedrale, erkannte aber die Oberhoheit des Erzbischofs von Hamburg nicht an.

Eine Münze, die Sven Gabelbart um das Jahr 995 mit seinem Namen und dem seines Königreichs prägen ließ, ist die erste dänische Münze, die ihren Ursprung durch ihre Prägung präzise ausweist, und gilt als Beginn der dänischen Münzgeschichte.

Herrschaft über Norwegen und Eroberung von England

Die politische Situation im Ostseeraum änderte sich erneut mit der Seeschlacht von Svold am 9. September 1000. Die Schlacht fand zwischen dänischen Truppen unter König Sven Gabelbart gemeinsam mit schwedischen Truppen unter König Olof Skötkonung, unterstützt von abtrünnigen Norwegern unter Erik Håkonsson auf der einen und Norwegern unter König Olav Tryggvason auf der anderen Seite statt. Sie endete mit der Niederlage Olav Tryggvasons. Norwegen wurde zwischen Schweden und Dänemark aufgeteilt. Sven herrschte nunmehr auch über Norwegen mittels zweier Jarle.

Ab 1003 führte Sven einige groß angelegte Invasionsversuche gegen England durch (1003–1005, 1006–1007, 1009–1012 und 1013), die der englische König Æthelred zunächst durch Zahlungen großer Geldsummen zu beenden suchte. Als Auslöser für diese Invasionsversuche wird unter anderem das St.-Brice’s-Day-Massaker gesehen: Nachdem vertraglich vereinbarte Waffenstillstände mit Geldzahlungen immer wieder durch skandinavische Heere gebrochen worden waren, nahm das Vertrauen in die Loyalität der Skandinavier, die teils auch als Söldner und als Siedler auf englischem Boden weilten, erheblich ab. Am 13. November 1002 befahl der englische König Æthelred, dass alle dänischen Bewohner Englands getötet werden sollten, wobei auch Sven Gabelbarts Schwester Gunhilde ums Leben kam. Als Gründe für die Invasion Englands durch Sven wird unter anderem Rache für St.-Brice’s-Day-Massaker genannt, aber die Historiker Nicholas Higham und Martin Ryan halten es auch für möglich, dass Sven nur die Gelegenheit und seine reichlich zur Verfügung stehenden Truppen genutzt hat, um das wohlhabende England zu erobern.

1013 kam Sven mit einer Flotte nach England, wo er zunächst nach Sandwich segelte, dann den Humber und den Trent entlang bis nach Gainsborough in Lincolnshire. Uhtred, Earl von Nordhumbrien, unterwarf sich Sven, ebenso die Einwohner von Lindsey, der Five Boroughs des ehemaligen Danelag und alle Streitkräfte nördlich der Watling Street. Die Historiker Higham und Ryan vermuten, dass die rasche Unterwerfung dieser Gebiete unter Sven damit zusammenhing, dass diese Gebiete zum Herrschaftsbereich von Ealdorman Ælfhelm gehört hatten, den der englische König Æthelred 1006 töten ließ; Sven nutzte vermutlich Animositäten in diesen Gebieten gegen Æthelred. Durch die Heirat von Svens Sohn Knut mit Ælfgifu von Northampton, Ealdorman Ælfhelms Tochter, wurde Svens Position noch gestärkt. Sven zog weiter nach Süden, wo er die Unterwerfung der südlichen Gebiete Englands und schließlich auch Londons erreichte. Der englische König Æthelred floh ins Exil in die Normandie.

Am 25. Dezember 1013 wurde Sven zum König von England erklärt. Da er bereits vierzig Tage später starb, ist unsicher, ob er sich langfristig als erfolgreicher Herrscher in England hätte etablieren können.

Sven Gabelbart starb am 3. Februar 1014 in Gainsborough in der Grafschaft Lincolnshire, das er zu seiner Hauptstadt gemacht hatte, kurz vor seiner geplanten Krönung. Sein Leichnam wurde nach Dänemark überführt und im Dom zu Roskilde bestattet. Die Biographie eines flandrischen Mönches, König Knuts Taten oder eine Preisschrift für Königin Emma, berichtet allerdings, dass er „in der Kirche bestattet [wurde], die dieser König zu Ehren der Dreifaltigkeit hatte aufführen lassen, in dem Grab, das er sich eingerichtet hatte.“ Das wäre dann in Lund gewesen, dessen älteste Kirche von Sven aus Holz als Dreifaltigkeitskirche gebaut worden war. Bei den Ausgrabungen wurde unter dem Boden dieser Kirche eine grabförmige Grube gefunden. An solcher Stelle pflegten nur die Erbauer einer Kirche begraben zu werden, so dass es durchaus möglich ist, dass Sven zunächst dort beigesetzt wurde.

Nachfolger als König von Dänemark war zunächst sein Sohn Harald II. Sein Sohn Knut wurde im Danelag als König ausgerufen, aber von Æthelred nach dessen Rückkehr aus der Normandie aus England vertrieben. 1016 kehrte Knut zurück und wurde nach dem Tod von Æthelred und dessen Sohn Edmund Ironside König von ganz England. Nach dem Tod von Harald II. 1018 folgte Knut der Große seinem Bruder als König von Dänemark. Er herrschte schließlich über ein skandinavisches Reich, das neben England, Dänemark, Teilen Schwedens und der Ostseeküste zeitweise auch Norwegen umfasste.

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