Der Super Bowl XLVIII war der 48. Super Bowl, das Endspiel der Saison 2013 der National Football League (NFL) im American Football. Das Spiel wurde am 2. Februar 2014 im MetLife Stadium in East Rutherford (New Jersey), der Heimspielstätte der New York Giants sowie der New York Jets, ausgetragen. Anstoß war um 18:30 EST (3. Feb. 2014, 0:30 MEZ). Zur Halbzeit traten Bruno Mars und die Red Hot Chili Peppers auf.
Der Meister der National Football Conference (NFC), die Seattle Seahawks, gewannen den Super Bowl XLVIII mit 43:8 gegen den Meister der American Football Conference (AFC), die Denver Broncos. Zum Super Bowl MVP wurde der Linebacker Malcolm Smith gewählt.
Für die Austragung des Super Bowl XLVIII hatten sich drei Stadien beworben:
MetLife Stadium in East Rutherford – Heimstadion der New York Jets/New York Giants
Raymond James Stadium in Tampa – Heimstadion der Tampa Bay Buccaneers
Sun Life Stadium in Miami Gardens – Heimstadion der Miami Dolphins
Das Auswahlverfahren fand 2010 statt. Das Sun Life Stadium fiel bereits in der zweiten Auswahlrunde aus dem Rennen. Im direkten Duell überzeugte das MetLife Stadium in der vierten Auswahlrunde und wurde als Austragungsort für den Super Bowl ausgewählt. Da die Durchschnittstemperatur New Jerseys im Februar um die 0 Grad Celsius liegt und das Stadion nicht über ein Dach verfügt, kam rasch Kritik auf. Die Regel, den Super Bowl nur an Städte zu vergeben, die Anfang Februar über 10 Grad Durchschnittstemperatur oder ein geschlossenes Stadiondach verfügen, wurde für die Vergabe bewusst ausgesetzt.
Beim Kickoff zum Super Bowl XLVIII lag die Temperatur vor Ort bei 9 Grad Celsius. Der bislang kälteste Super Bowl der Geschichte war Super Bowl VI im Tulane Stadium, in New Orleans mit einer Temperatur von 4 Grad Celsius. Seit 1977 (Super Bowl XII) wurden alle weiteren Super Bowls in New Orleans in geschlossenen Stadien ausgetragen. Somit war es erst der zweite Super Bowl seit 1977, der in einem offenen Stadion außerhalb von Kalifornien oder Florida ausgetragen wird. Der andere, Super Bowl XXX, fand 1996 in Arizona statt.
Die Saison des AFC-Siegers Denver Broncos (Bilanz: 13-3) war von historischen Offensivleistungen geprägt. Sie durchbrachen als erstes Team der NFL-Historie die 600-Punkte-Grenze (606), stellten einen neuen Touchdown-Rekord auf (76) und wurden erst das fünfte Team, welches in drei Saisonspielen 50 und mehr Punkte erzielte. Der zum MVP gewählte Broncos-Quarterback Peyton Manning brach sowohl die NFL-Saisonrekorde für Touchdowns (55) als auch für Raumgewinn (5.477 Yards). Manning warf zudem beim Saisonauftakt gegen die Baltimore Ravens sieben Touchdowns und stellte eine NFL-Bestmarke ein. Ermöglicht wurden Mannings Rekorde u. a. durch die statistisch beste Offensive Line der NFL: die Mannen um Pro-Bowl-Guard Louis Vasquez ließen in der ganzen Saison lediglich 20 Quarterback Sacks zu (NFL-weit Platz 1). Unterstützt wurde Manning zudem von einer starken Offensive um Pro-Bowl-Wide Receiver Demaryius Thomas (92 Catches, 1.430 Yards, 14 Touchdowns), zwei zuverlässigen Zweit- und Dritt-Receiver mit Wes Welker und Eric Decker sowie Pro-Bowl-Tight End Julius Thomas. In der Defensive (399 gegnerische Punkte, NFL-weit Platz 22) waren die Broncos eher durchschnittlich. Bei den Special Teams glänzte vor allem Broncos-Pro-Bowl-Kicker Matt Prater, der u. a. ein Field Goal aus 64 Yards erzielte und die bisherige Bestmarke um einen Yard verbesserte. In den AFC-Play-offs wurden zunächst die San Diego Chargers mit 24:17 und dann die New England Patriots mit 26:16 besiegt. Für die Broncos war es die siebte Super-Bowl-Teilnahme, von den bisherigen sechs Finalspielen hatten sie zwei (Super Bowl XXXII und Super Bowl XXXIII) gewonnen.
Der Saison-Erfolg des NFC-Siegers Seattle Seahawks (Bilanz: 13-3) wurde von einer harten Verteidigung ermöglicht, die in der gesamten regulären Saison lediglich 231 Punkte durch den Gegner zuließen (NFL-weit Platz 1). Prunkstück waren ihre starken Defensive Backs um Pro-Bowl-Cornerback Richard Sherman sowie den beiden Pro-Bowl-Safetys Kam Chancellor (Strong Safety) und Earl Thomas (Free Safety). Die „Legion of Boom“ genannte Abwehrreihe erzwang 28 Interceptions (NFL-weit Platz 1). Doch auch die Offense (431 Punkte, NFL-weit Platz 8) war überdurchschnittlich. Pro-Bowl-Quarterback Russell Wilson erzielte 26 Touchdowns, Pro-Bowl-Runningback Marshawn Lynch erlief deren 12, und mit Pro-Bowl-Center Max Unger hatten die Seahawks einen der besten Offensive-Line-Spieler der Liga. In den NFC-Play-offs wurden zuerst die New Orleans Saints mit 23:15 und dann die San Francisco 49ers mit 23:17 besiegt. Für die Seahawks war es die zweite Super-Bowl-Teilnahme, den Super Bowl XL hatten sie gegen die Pittsburgh Steelers verloren.
Die Play-off-Spiele fanden vom 4. Januar bis zum 2. Februar 2014 statt.
Die Mannschaft mit der niedrigeren Setznummer hat Heimrecht.
Denvers erster Snap flog über den Kopf von Quarterback Peyton Manning. Runningback Knowshon Moreno konnte den Football in der Endzone sichern, wurde aber von Defensive End Cliff Avril für ein Safety getackelt (SEA – DEN 2:0). Nach zwei Field Goals von Kicker Steven Hauschka stand es 8:0, bevor Manning eine Interception zu Strong Safety Kam Chancellor warf. Wenige Spielzüge später lief der Runningback der Seahawks, Marshawn Lynch, den Football aus einem Yard zum ersten Touchdown in die Endzone (Extrapunkt Hauschka, SEA – DEN 15:0). Nur kurz danach warf Manning seine zweite Interception, diesmal auf den Linebacker Malcolm Smith, der mit dem Football aus 69 Yards in die Endzone lief (Extrapunkt Hauschka, SEA – DEN 22:0). Kurz vor Ende der Halbzeit führte Manning die Broncos an die Endzone der Seahawks, doch anstelle bei „4th and 2“ (d. h. noch zwei Yards Raumgewinn für ein neues erstes Down nötig) ein Field Goal zu versuchen, versuchte man, durch einen Pass die letzten beiden Yards zu erobern. Als Mannings Wurf scheiterte, bekam Seattle den Football als Turnover on Downs zurück.
Nach dem Kickoff durch Denver lief Returner Percy Harvin den Football aus 87 Yards in die Endzone (Extrapunkt Hauschka, SEA – DEN 29:0). Ein aussichtsreicher Drive der Broncos scheiterte, als Demaryius Thomas nach einem Fang den Football fumbelte und Malcolm Smith den freien Ball für Seattle eroberte. Kurz darauf warf der Quarterback der Seahawks, Russell Wilson, seinen ersten Touchdown aus 23 Yards auf Wide Receiver Jermaine Kearse, der auf dem Weg in die Endzone vier Verteidiger der Broncos aussteigen ließ (Extrapunkt Hauschka, SEA – DEN 36:0). Mit der Schlusssekunde des dritten Viertels warf Denvers Quarterback Manning einen Touchdown auf Wide Receiver Demaryius Thomas, und die anschließende Two-Point Conversion wurde von Wide Receiver Wes Welker verwertet (SEA – DEN 36:8). Um in Ballbesitz zu bleiben, versuchte Denver beim Kickoff einen Onside Kick, der allerdings von Seattles Tight End Zach Miller gefangen wurde. Den darauf folgenden Drive verwertete Wilson zu seinem zweiten Touchdownpass, diesmal auf Wide Receiver Doug Baldwin (Extrapunkt Hauschka, SEA – DEN 43:8). In der Schlussphase des Spiels neutralisierten sich beide Teams. Am Ende konnte es sich Seattle leisten, Wilson auszuwechseln und Ersatz-Quarterback Tarvaris Jackson die letzten Snaps spielen zu lassen.
SEA – Tackle von Cliff Avril an Knowshon Moreno in der Endzone für ein Safety, 14:48. Seahawks 2:0.
SEA – Steven Hauschka 31-Yard FG, 10:21. Seahawks 5:0. Drive: 9 Spielzüge, 51 Yards, 4:27 Minuten.
SEA – Steven Hauschka 33-Yard FG, 2:16. Seahawks 8:0. Drive: 13 Spielzüge, 58 Yards, 6:15 Minuten.
SEA – Marshawn Lynch 1-Yard TD-Lauf (Kick Steven Hauschka), 12:00. Seahawks 15:0. Drive: 7 Spielzüge, 37 Yards, 3:59 Minuten.