Stuttgart (schwäbisch Schduágórd; um das Jahr 1160 Stuokarten; ursprüngliche Bedeutung Stutengarten) ist die Landeshauptstadt des Landes Baden-Württemberg und mit 609.365 Einwohnern (31. Dezember 2025) dessen bevölkerungsreichste Stadt. Die achtgrößte Stadt Deutschlands gehört mit 2939 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den am dichtesten bevölkerten Gemeinden Deutschlands. Die Stadt Stuttgart bildet das Zentrum des rund 2,8 Millionen Einwohner zählenden Verbands Region Stuttgart, einem der größten Ballungsräume Deutschlands. Zudem ist sie Kernstadt der europäischen Metropolregion Stuttgart (etwa 5,5 Millionen Einwohner), der fünftgrößten in Deutschland. Stuttgart hat den Status eines Stadtkreises und ist in 23 Stadtbezirke gegliedert.
Als Sitz der Landesregierung und des Landtags sowie zahlreicher Landes- und einiger Bundesbehörden ist Stuttgart das politische Zentrum des Landes. Es ist Sitz des Regierungspräsidiums Stuttgart, das den gleichnamigen Regierungsbezirk verwaltet. In Stuttgart-Mitte tagt das Regionalparlament der Region Stuttgart, einer der drei Regionen im Regierungsbezirk Stuttgart. Darüber hinaus ist Stuttgart Sitz des evangelischen Landesbischofs von Württemberg und Teil der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Stadt ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort und bedeutender Finanzplatz.
Das Stuttgarter Stadtbild wird durch viele Anhöhen, teilweise Weinberge, Täler wie den Stuttgarter Talkessel und das Neckartal, Grünanlagen wie den Rosensteinpark, Schlossgarten und Killesbergpark sowie eine dichte urbane Bebauung mit hohem Anteil von Nachkriegsbauten, Altbauvierteln aus der Gründerzeit, Fachwerkaltstädten wie Bad Cannstatt, diversen Baudenkmälern, Kirchbauten und einigen Hochhäusern geprägt.
Stuttgart liegt im Zentrum des Landes Baden-Württemberg. Die Kernstadt befindet sich „zwischen Wald und Reben“ im „Stuttgarter Kessel“, einem von Südwesten dem Neckar zufließenden Nesenbach und seinen Nebenbächen, vor allem dem Vogelsangbach, durchflossenen Talkessel. Die Stadtteile reichen im Norden bis in das Neckarbecken, im Westen bis in den Glemswald und auf das Gäu, im Osten bis zu den Ausläufern des Schurwaldes und im Süden bis auf die Filderebene und zu den Ausläufern des Schönbuchs. Im Südosten fließt der Neckar bei den Stadtbezirken Hedelfingen und Obertürkheim von Esslingen am Neckar kommend in das Stadtgebiet und verlässt es im Stadtbezirk Mühlhausen im Nordosten wieder.
Das Stadtgebiet erstreckt sich – ungewöhnlich für Großstädte – über eine Höhendifferenz von fast 350 Metern. Die Höhe reicht von 207 m ü. NN bei der Neckarschleuse Hofen bis 549 m auf der Bernhartshöhe nahe dem Autobahnkreuz Stuttgart. Zu den markantesten Erhebungen gehören der Birkenkopf (511 m) am Rand des Talkessels, der Württemberg (411 m) über dem Neckartal und der Grüne Heiner (395 m) an der nordwestlichen Stadtgrenze.
Die Stadt Stuttgart ist eines von 14 Oberzentren in Baden-Württemberg. Sie ist das Oberzentrum der Region Stuttgart, die ihrerseits mit der Stadt Stuttgart und ihren fünf Landkreisen insgesamt 2,8 Millionen Einwohner (31. Dezember 2025) beherbergt.
Im Bereich des Oberzentrums Stuttgart (Region Stuttgart) liegen folgende Mittelzentren: Backnang, Bietigheim-Bissingen/Besigheim, Böblingen/Sindelfingen, Esslingen am Neckar, Geislingen an der Steige, Göppingen, Herrenberg, Kirchheim unter Teck, Leonberg, Ludwigsburg/Kornwestheim, Nürtingen, Schorndorf, Vaihingen an der Enz und Waiblingen/Fellbach.
Die Stadt Stuttgart fungiert für die Städte Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt – beide im Landkreis Esslingen gelegen – sowie für die Städte Ditzingen, Gerlingen und Korntal-Münchingen – alle drei im Landkreis Ludwigsburg gelegen – als Mittelzentrum.
Die Stadt Stuttgart ist das Zentrum der Metropolregion Stuttgart und eines der drei Oberzentren innerhalb dieser. Die Metropolregion Stuttgart beherbergt insgesamt 5,5 Millionen Einwohner.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Landeshauptstadt Stuttgart. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten, genannt:
Fellbach, Kernen im Remstal (beide im Rems-Murr-Kreis), Esslingen am Neckar, Ostfildern, Neuhausen auf den Fildern, Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen (alle im Landkreis Esslingen), Sindelfingen und Leonberg (Landkreis Böblingen) sowie Gerlingen, Ditzingen, Korntal-Münchingen, Möglingen, Kornwestheim und Remseck am Neckar (alle im Landkreis Ludwigsburg). Somit grenzen vier der fünf Landkreise der Region Stuttgart an den Stadtkreis Stuttgart.
Das Stadtgebiet der Landeshauptstadt Stuttgart ist verwaltungsmäßig in 5 „innere“ und 18 „äußere“ Stadtbezirke aufgeteilt. Die Stadtbezirke haben einen Bezirksbeirat und einen Bezirksvorsteher, der in den inneren Stadtbezirken nur ehrenamtlich tätig ist.
Die Stadtbezirke gliedern sich weiter in Stadtteile. Die Zahl der Stadtteile wurde durch die Änderung der Hauptsatzung vom 1. Juli 2007 und 1. Januar 2009 vergrößert. Seitdem besteht das Stadtgebiet von Stuttgart aus 23 Stadtbezirken und 152 Stadtteilen.
Auf dem Stuttgarter Stadtgebiet lagen die abgegangenen Ortschaften Biberburg, Brie, Büsnauer Hof, Frankenbach, Hagenhof, Immenhofen, Immenrodt, Ittingshausen, Kienbach, Kleinaichen, Lehen, Neugart, Niederhofen, Owe, Schnaidt, Steinenhausen, Tunzhofen und Uffkirchen beim heutigen Uff-Kirchhof. Weiterhin die vollständig oder teilweise abgegangenen Befestigungsanlagen Alt-Dischingen, Altenburg, Burg Berg, Burg Brie, Burg Dischingen, die Engelburg, Burg Frauenberg, Burg Freienstein, die Gaisburg, Burg Haigst, Burg Hedelfingen, Burg Heslach, Burg Hofen, die Hohenburg, Burg Hohenheim, Burg Kaltental, Burg Möhringen, Burg Niederhofen (Seeburg), Burg Plieningen, die Reinsburg, Burg Rohreck, die Spielburg, Burg Stein, Burg Steinenhausen, Burg Stöckach, Burg Stuttgart, Burg Uffkirchen, Burg Wartenberg, die Weißenburg und die Burg Wirtenberg, der alte Stammsitz der Württemberger.
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.
Bedingt durch die Lage im breiten Stuttgarter Talkessel und die dichte Bebauung ergibt sich ein vergleichsweise warmes und zuweilen schwüles Klima. Die Höhenzüge Schwarzwald, Schwäbische Alb, Schurwald sowie die Schwäbisch-Fränkischen Waldberge schatten zusätzlich die gesamte Region von Winden ab. Aufgrund dessen ist an den Hängen Stuttgarts Weinbau möglich. Der Weinbau in Stuttgart umfasst mit 423 Hektar Rebfläche etwa zwei Prozent der Stadtfläche.
Die Jahresmitteltemperatur beträgt in Stuttgart 9,3 Grad Celsius (Wetterstation Schnarrenberg), in der Innenstadt und im Neckartal 10,6 Grad Celsius und auf den Fildern am Flughafen 8,5 Grad Celsius. Im Winter bleibt die im Talkessel liegende Innenstadt meist schnee- und eisfrei. Auch starke „gefühlte“ Winde sind in der Innenstadt wegen der dichten Bebauung eher selten. Um trotz der immer wieder auftretenden Inversionswetterlage dennoch genug Frischluft im Kessel zu haben, sind viele Stellen an den Hanglagen – vor allem in Stuttgart-West – unbebaut und dienen als Frischluftschneisen. Auch das im Westen auf der Höhe liegende Waldstück Rot- und Schwarzwildpark dient der tiefer liegenden Innenstadt als Frischluftquelle. Um die Luftreinhaltung zu verbessern und die Feinstaubwerte zu reduzieren, wurde 2005 ein Durchfahrtsverbot für Lastkraftwagen erlassen, das jedoch im Zusammenhang mit der Einführung der Feinstaub-Verordnung am 1. März 2008 aufgehoben wurde. Seit März 2010 ist ein neues Durchfahrtsverbot für Lastkraftwagen in Kraft.
Die Leelage der Region Stuttgart ist Ursache dafür, dass sie zu den niederschlagsarmen Regionen in Deutschland zählt. Die Wolken regnen sich an der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald ab, sodass nur relativ trockene Luft nach Stuttgart gelangt. Steigende Bevölkerungszahlen führten Anfang des 20. Jahrhunderts zu Trinkwassermangel, worauf 1917 die erste Fernleitung aus dem Donauried über die Alb in Betrieb ging (Landeswasserversorgung). 1959 folgte die Bodensee-Wasserversorgung.