An diesem Tag

Stuart Sutcliffe

Schottischer Maler und Musiker, frühes Mitglied der Beatles (1940–1962)

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Stuart Fergusson Victor Sutcliffe (* 23. Juni 1940 in Edinburgh, Schottland; † 10. April 1962 in Hamburg) war ein britischer Musiker. Er war kurzzeitig Bassist der Band The Silver Beetles bzw. The Beatles und Maler, dessen Stil sich am abstrakten Expressionismus orientierte. Er und Pete Best gehörten zu denjenigen, die als fünfte Beatles bezeichnet werden und als Musiker in der Band aktiv waren.

Stuart Sutcliffe hatte früh Klavierunterricht und spielte etwas Gitarre. Er trat der Band The Silver Beetles im Januar 1960 (laut Erinnerung von Paul McCartney war es Weihnachten 1959) wegen seiner Freundschaft mit John Lennon bei, den er auf dem Liverpooler College of Art kennengelernt hatte. Lennon bewog ihn dazu, von einem Teil des Geldes, das er durch den Verkauf eines seiner Bilder bei einer Ausstellung von John Moores in Liverpool verdient hatte (oder von den 75 Pfund, die er als Kunstpreis gewonnen hatte), einen halbakustischen Höfner H500/5-Bass, auch „Reeperbahn“-Bass genannt, zu kaufen, obwohl Sutcliffe das Instrument gar nicht beherrschte.

Zu Beginn des Jahres 1960 bestand die Gruppe nun aus den vier festen Mitgliedern John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Stuart Sutcliffe sowie wechselnden Schlagzeugern. Auf der Bühne trugen sie überwiegend dunkle Kleidung oder Lederanzüge. Stuart Sutcliffe trug darüber hinaus eine dunkle Sonnenbrille und drehte sich oft vom Publikum bzw. der Kamera weg.

Im Mai 1960 begleiteten The Silver Beetles (ab Juli 1960 nannten sie sich Silver Beatles) den Sänger Johnny Gentle auf einer Schottland-Tournee, die durch die Vermittlung des Managers Larry Parnes zustande gekommen war. Sutcliffe gab sich den Künstlernamen Stuart de Staël, nach dem Maler Nicolas de Staël. Doch der erhoffte Durchbruch entwickelte sich zum Fiasko. Während der einwöchigen Reise musste sich die noch unbekannte Gruppe mit spärlichem Publikum, Hunger und Erschöpfung auseinandersetzen. Eines der zum Teil verwahrlosten Hotels musste wegen Geldmangels Hals über Kopf verlassen werden. Zudem wurde der damalige Schlagzeuger Tommy Moore bei einem Autounfall verletzt. Ab August 1960 verzichtete die Gruppe auf den Zusatz Silver im Namen und nannte sich fortan The Beatles.

Am 17. August 1960 gab die Gruppe im Hamburger Rotlichtviertel St. Pauli mit ihrem neuen Schlagzeuger Pete Best ihr erstes Konzert unter dem Namen The Beatles. Von nun an spielten sie täglich im Indra, einem Stripclub an der berüchtigten Großen Freiheit. Nach und nach passten sich die Gruppenmitglieder dem spannungsgeladenen Umfeld aus Gewalt, Alkohol, Drogen und Sex an. Durch die bis zu neun Stunden dauernden Arbeitstage wurden Repertoire, Spontaneität und Selbstbewusstsein vergrößert.

Die Aufforderung des Clubbesitzers Bruno Koschmider, eine „Schau“ zu machen, mündete in wüsten Bühnenauftritten, die das Publikum anlockten und die Band zum angesagtesten Geheimtipp der Großen Freiheit machten. Weil der Indra-Club wegen Ruhestörung geschlossen werden musste, zogen die Beatles am 4. Oktober 1960 in den Kaiserkeller um.

Sutcliffe schrieb in seinen Briefen: „Wir haben uns seit unserer Ankunft enorm verbessert.“ „Seit ich hier bin, ist mir eines klar geworden, ich hasse Brutalität. Es gibt so viel davon hier in dieser Gegend.“

Während des Hamburg-Aufenthalts lernte Stuart Sutcliffe die Studentin Astrid Kirchherr kennen, mit der er sich im November 1960 verlobte.

Am 30. November hatten die Beatles ihren letzten Auftritt im Kaiserkeller und kehrten anschließend nach Liverpool zurück. Sutcliffe beschloss, in Hamburg bei seiner Freundin Astrid Kirchherr zu bleiben, nachdem McCartney und Best eine Woche nach dem letzten Auftritt im Kaiserkeller abgeschoben worden waren, die Hamburger Polizei Lennon und Sutcliffe Arbeitsverbot erteilt hatte und Lennon nach England zurückgefahren war. Er selbst wurde verdächtigt, das Kino von Bruno Koschmider in Brand gesetzt zu haben.

Sutcliffe schrieb dazu: „Im Kaiserkeller war letzte Woche Schluss. Die Polizei schritt ein, weil wir keine Arbeitserlaubnis hatten. Paul und Pete, der Schlagzeuger, wurden in Handschellen zum Flughafen gebracht und abgeschoben. Ich wurde der Brandstiftung beschuldigt, ich soll das Kino, wo wir schliefen, in Brand gesetzt haben. […] Also stellte ich mich mit Astrid an meiner Seite lächelnd der Polizei. […] Alle meine Sachen, auch meine Brille, wurden mir abgenommen, und ich wurde in einer Zelle eingesperrt, wo ich sechs Stunden ohne Essen und Trinken auf einer Holzbank sitzen musste. Dann musste ich eine Aussage auf Deutsch unterschreiben, dass ich mit dem Feuer nichts zu tun hätte, und sie ließen mich frei. […] Am nächsten Tag fuhr John zurück […].“

Am 27. Dezember 1960 spielten die Beatles ein Konzert in der Liverpooler Litherland Town Hall, bei dem die Gruppe ihren Status als „beste Band der Stadt“ festigte und erste Anzeichen der aufkommenden Popularität zu spüren bekam. Bei diesem und drei weiteren Auftritten wurde Sutcliffe durch den Studenten Chas Newby am Bass vertreten, da er bis zum 20. Januar 1961 (andere Quellen: bis Ende Februar 1961) in Hamburg blieb. Vom 1. April bis zum 1. Juli 1961 hatten die Beatles ein erneutes Engagement in Hamburg, diesmal im Top Ten Club. Stuart Sutcliffe spielte mit den Beatles dort nur noch gelegentlich und verließ während ihres Hamburg-Aufenthalts die Gruppe und verblieb in Hamburg.

Ab Juni 1961 konzentrierte sich Sutcliffe auf sein Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, für das er vom Senat der Stadt Hamburg mit einem kleinen Stipendium unterstützt wurde, sein Professor war Eduardo Paolozzi.

Sutcliffe fühlte sich wegen seiner beschränkten musikalischen Fähigkeiten nicht sehr wohl auf der Bühne. Sein Höhepunkt bei jedem Auftritt war es, das Lied Love Me Tender zu singen. Bei den Aufnahmen mit Tony Sheridan (My Bonnie etc.) am 22. und 23. Juni 1961 wirkte er musikalisch nicht mit. Paul McCartney, anfangs einer von drei Gitarristen, löste Sutcliffe am Bass ab. Klaus Voormann, Freund der Band und späterer Coverdesigner des Albums Revolver, erwarb Sutcliffes Instrument mit der Absicht, selbst der Band beizutreten. Dies scheiterte aber daran, dass sich auch McCartney bereits eine Bassgitarre gekauft hatte.

So bestanden die Beatles von Januar 1960 bis Juni 1961 aus fünf Bandmitgliedern. Nach dem Weggang Sutcliffes blieben sie – einschließlich eines letzten Auswechselns im August 1962 (Pete Best durch Ringo Starr) – bis zu ihrer Auflösung 1970 vier Beatles.

Kurz vor seinem Tod trat er noch mit der Hamburger Band The Bats einige Male in Hamburg auf.

Sutcliffes Bedeutung für die Beatles lag weniger in seinem musikalischen Talent als in seiner Persönlichkeit. Er war der Erste, der die für die Beatles typische Pilzkopf-Frisur trug. Sein Stil, unterstützt durch seine Freundin Astrid Kirchherr, trug viel zum frühen „Beatles-Look“ bei.

Stuart Sutcliffe wurde auf dem Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Beatles neben diversen anderen Persönlichkeiten abgebildet.

Sutcliffes Zeit bei den Beatles und seine Beziehungen zu Kirchherr und Lennon sind Thema des Spielfilms Backbeat.

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