Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran bestehen aus der regulären Armee Irans, der Artesch, und dem Korps der Islamischen Revolutionsgarde (den Pasdaran bzw. Sepah).
Das iranische Militär ist durch die seit 1979 mit unterschiedlicher Stärke bestehenden Ausfuhrverbote von Militärmaterial durch verschiedene Staaten sowie durch die bis heute nachwirkenden Verluste von Großwaffen im Ersten Golfkrieg beeinträchtigt. Das betrifft insbesondere Waffensysteme von Luftwaffe und Marine. Bei den bodengebundenen Waffensystemen sind die Verluste zumindest zahlenmäßig ausgeglichen. Allerdings gelten viele Waffen als überaltert und in einem technisch schlechten Zustand. Die Mannschaftsstärke ist US-Schätzungen zufolge nach einem Stand von 545.000 Soldaten im Jahr 2008 auf 523.000 im Jahr 2018, zuzüglich rund 250.000 Reservisten gesunken.
Ein Großteil der heute vorhandenen Waffensysteme stammt aus US-Waffenhilfen während der Herrschaft von Schah Mohammad Reza Pahlavi zwischen 1945 und 1979 sowie in neuerer Zeit aus Waffengeschäften mit Russland und der Volksrepublik China. Für das Jahr 2023 gibt das Sipri die Rüstungsausgaben mit 10,3 Mrd. US-Dollar an. Das entspricht 2,1 % des Bruttoinlandsprodukts.
Die Streitkräfte des heutigen Iran haben die Aufgabe, die territoriale Integrität des Staates Iran zu gewährleisten und zu verteidigen. Neben der klassischen Landesverteidigung erfüllen die Basidsch und die Islamische Revolutionsgarde auch eine innenpolitische Rolle, die Sicherung der Staatsform und -regierung sowie der geistlichen Führungselite.
Seit der Islamischen Revolution von 1979 versteht sich Iran gemäß seiner theokratischen Staatsform als das einzige Land, in dem ein auf den Islam ausgerichtetes religiöses und staatliches Gemeinwesen vollständig verwirklicht wird, im Gegensatz – wenn nicht gar in Opposition – zu allen anderen Staaten der Welt, die entweder nicht-islamisch sind oder in ihrer politischen und gesellschaftlichen Struktur nach iranischer Einschätzung dem Islam keine angemessene und maßgebliche Rolle zukommen lassen. Die Streitkräfte haben somit auch die Aufgabe, die besondere Staatsform Irans zu verteidigen. In den Jahren unmittelbar nach der Islamischen Revolution spielte der Export der Revolution vor allem für die Pasdaran und die von Iran unterstützten paramilitärischen Kräfte in der Region eine wichtige Rolle. Dieser Ansatz ist inzwischen aber weitgehend von der Realpolitik verdrängt worden.
Eine Konstante der iranischen Außenpolitik bleibt die Feindschaft zu Israel, dessen Vernichtung seit der Islamischen Revolution zwar mit schwankendem Nachdruck, aber dennoch ständig propagiert wurde. Die offizielle iranische Politik bezeichnet Israel als widerrechtlich errichtetes „zionistisches Regime“.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion war der Irak der einzige verbliebene potenzielle Gegner Irans, auf den sich die meisten Verteidigungs-Planspiele bezogen. Nach dem Dritten Golfkrieg verschwand dieses Feindbild weitgehend. An seine Stelle trat die militärische Präsenz der USA im Irak und in Afghanistan, die Iran als Bedrohung ansieht. Des Weiteren sieht sich Iran in seinen Nachbarstaaten von US-amerikanischen Luftwaffenbasen eingekesselt. Bei einem möglichen Angriff der USA wäre eine Luftüberlegenheit Irans, bedingt durch die schlechte Ausrüstung der iranischen Luftwaffe, nicht gegeben.
Seit der islamischen Revolution werden die USA sowie Israel als Feinde Irans dargestellt, die nach ihrer Darstellung eine Fremdherrschaft über die islamische Welt errichten wollen. Die Islamische Republik Iran sieht sich als Verteidiger und Befreier der islamischen Staatengemeinschaft, notfalls auch mit militärischen Mitteln.
Von zentraler geopolitischer Bedeutung für Iran ist der Persische Golf. Neben den klassischen Strategieproblemen, welche durch die lange Küstenlinie Irans bedingt sind, ist der Persische Golf für den vom Erdöl-Export abhängigen Staat die wichtigste Wasserstraße für den Erdöltransport. Eine Kontrolle über ihn wird als eines der bedeutendsten strategischen Ziele Irans angestrebt.
In den zurückliegenden Jahren wurden die Bürger- und Stellvertreterkriege in Syrien und im Jemen zu wichtigen Plattformen für die militärische Einflussnahme Irans, sowohl durch die Unterstützung von Kriegsparteien als auch durch den Einsatz iranischer Truppen.
Seit dem Ausgang des Ersten Golfkriegs wurde ab Ende der 1980er Jahre größerer Wert auf eine bessere technische Ausrüstung und intensivere Ausbildung der Truppen gelegt. Vor allem entwickelte sich die Iranische Revolutionsgarde zu einer traditionellen Militärorganisation mit qualitativ überdurchschnittlicher Bewaffnung. Das Element einer Massenarmee scheint auf Dauer nur in den Basidsch vorhanden zu bleiben, während Armee und Revolutionsgarde zumindest den Anspruch erheben, zu modernen, hoch technisierten Truppen zu werden. Die Handelssanktionen vieler Staaten gegen Iran machen es allerdings schwer, diesen Anspruch zu verwirklichen.
Die Möglichkeiten zur Projektion militärischer Macht über weite Entfernungen bleiben wegen fehlender Luft- und Seetransportfähigkeiten begrenzt, so dass Iran auf Operationen innerhalb der eigenen Grenzen und im grenznahen Raum beschränkt ist. Dabei spielen mögliche Operationen im Persischen Golf eine besondere Rolle. Zur unmittelbaren Projektion militärischer Stärke über weite Distanzen stehen Iran lediglich sein Raketenarsenal, die auf exterritoriale Einsätze ausgerichtete al-Quds-Einheit der Pasdaran sowie weitere exterritorial eingesetzte Truppen im syrischen Bürgerkrieg zur Verfügung. Aufgrund der materiellen Unterlegenheit gegenüber anderen Akteuren in der Region hat Iran seit den frühen 2000er Jahren sein Potenzial zur Asymmetrischen Kriegführung ausgebaut, insbesondere durch die Unterstützung irregulärer Kämpfer, beispielsweise in Palästina, Syrien und Jemen. Zu den von Iran finanziell, mit Ausrüstung, Informationen und Beratung unterstützten militärischen oder militanten Gruppen zählen die Streitkräfte Syriens, die libanesische Hisbollah (nach US-Schätzungen mit rund 700 Millionen US-Dollar im Jahr), die palästinensische Hamas, Islamischer Dschihad in Palästina, die Taliban in Afghanistan, Hisbollah-Brigaden und weitere schiitische Gruppen im Irak, die bahrainische Al-Ashtar-Brigaden und die jemenitischen Huthi. Die US-Regierung geht davon aus, dass Iran in großem Umfang Kämpfer im Irak ausgebildet und mit Waffen versorgt hat, die gegen dort stationierte US-Truppen sowie Einheiten der irakischen Regierung vorgehen.
Die wenigen bekannten iranischen Quellen lassen darauf schließen, dass Iran im Fall eines US-Angriffes mit einer Ausweitung des Kampfgebiets reagieren würde, was Raketenangriffe, möglicherweise mit B- und C-Waffen, auf US- und israelische Ziele, sowie eine Aktivierung irregulärer und terroristischer Verbündeter vor allem im Nahen Osten bedeuten würde.
Die Dienstgradstrukturen der Armee und der Revolutionsgarde entsprechen weitgehend der klassischen europäischen Rangordnung. Auch die Rangabzeichen ähneln stark westlichen Vorbildern, wobei sie auf Ornamente der islamischen Kunst zurückgreifen.
Der militärische Oberbefehl liegt beim Obersten Führer (oder Religionsführer). Er besitzt die Vollmacht, Krieg und Frieden zu erklären sowie den Generalstabschef und die Befehlshaber der Teilstreitkräfte zu berufen oder zu entlassen.
Oberstes sicherheitspolitisches Gremium ist der Nationale Sicherheitsrat. Dieser Rat arbeitet die Sicherheitspolitik und Militärstrategie im Rahmen der Vorgaben des Obersten Führers aus, befasst sich aber auch mit allen anderen Politikfeldern, die mittelbar oder unmittelbar mit Verteidigung und innerer Sicherheit zu tun haben. Der Oberste Führer ist darüber hinaus das zuständige Kontrollorgan des Nationalen Sicherheitsrats.
Das iranische Geheimdienst- und Sicherheitsministerium ist für die regulären Streitkräfte und seit einer grundlegenden Reform 1989 auch für die Pasdaran zuständig. Sein Aufgabenbereich beschränkt sich auf die Verwaltung der Streitkräfte. Es hat 15.000 zivile Angestellte. Strategische Entscheidungen liegen beim Nationalen Sicherheitsrat, operative Entscheidungen werden vom Generalstabschef und den nachgeordneten militärischen Befehlshabern getroffen.