Die Stiftung für das sorbische Volk (sorbisch ) unterstützt als gemeinsames Instrument des Bundes und der beiden Länder Brandenburg und Sachsen die Bewahrung und Entwicklung, Förderung und Verbreitung der sorbischen Sprache, Kultur und Traditionen als Ausdruck der Identität des sorbischen Volkes.
Die Stiftung hat ihren Sitz im Haus der Sorben in Bautzen und unterhält eine Außenstelle in Cottbus. Als Stiftung stellt sie die finanzielle Basis der sorbischen Institutionenlandschaft dar. Sie wurde am 19. Oktober 1991 in der evangelischen Kirche von Lohsa gegründet.
Der Bund und die Länder Sachsen und Brandenburg fördern die Stiftung auf der Grundlage eines jeweils fünfjährigen Finanzierungsabkommens. Die bis 2013 festgelegte Zuwendungssumme betrug 16,8 Millionen Euro. Sie setzte sich wie folgt zusammen: Bund 8,2 Millionen Euro, Sachsen 5,85 Millionen Euro, Brandenburg 2,77 Millionen Euro. Um die absolute Fördermenge und die Verteilung für einzelne Institutionen und Projekte gab es immer wieder öffentliche Kontroversen, die in einigen Fällen zu Demonstrationen führten.
Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dietmar Woidke und der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Michael Kretschmer unterschrieben am 20. Juli 2021 das gemeinsame Finanzierungsabkommen für die nächste Förderperiode. Der Beschluss sah eine finanzielle Förderung in den Jahren 2021 bis 2025 mit einer Jahressumme von 23,916 Millionen Euro vor. Zu den geförderten Institutionen gehören unter anderem das Sorbische National-Ensemble, die Domowina mit dem Witaj-Sprachzentrum, der Domowina-Verlag, das Sorbische Institut, das Deutsch-Sorbische Volkstheater, das Wendische Museum Cottbus und das Sorbische Museum Bautzen sowie die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur.
Im April 2026 wurde das fünfte Finanzierungsabkommen von den beiden Ministerpräsidenten sowie Bundesinnenminister Dobrindt unterschrieben. Es sieht eine Förderung für die Jahre 2026 bis 2030 vor, die von jährlich 29,256 Millionen 2026 auf 32,928 Millionen im Jahr 2030 ansteigt. Die relativen Anteile von Brandenburg, Sachsen und Bund bleiben unverändert.
Stiftungsdirektor war von 1992 bis 2015 Marko Suchy; vom 21. Dezember 2015 an führte Michaela Moosche die Geschäfte der Stiftung. Am 12. April 2016 wurde Jan Budar zum neuen Stiftungsdirektor gewählt. Er trat sein Amt am 1. Oktober 2016 an.
Das bestimmende Gremium der Stiftung ist der Stiftungsrat, der aus 15 Mitgliedern besteht, darunter sechs sorbische Vertreter (vier aus Sachsen und zwei aus Brandenburg). Seit dem 23. Mai 2023 ist Marko Kowar als Nachfolger von Susann Schenk Vorsitzender des Stiftungsrates.
Vertreter des sorbischen Volkes
Marko Kowar, ehemaliger Geschäftsführer der Domowina
Marlis Müller (Marlis Młynkowa), Sorbischer Schulverein
Susanne Hose (Susanne Hozyna), Sorbisches Institut
Marcus Koinzer (Marcus Końcaŕ)
Angela Schurmann (Angela Šurmanowa)
Vertreter des Freistaates Sachsen
Franziska Brech, Leiterin des Geschäftsbereiches Kultur und Tourismus im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
Kay-Uwe Voß, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium der Finanzen
Vertreter des Landes Brandenburg
Tobias Dünow, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur