Steven Frederic Seagal (russisch Стивен Фредерик Сигал, wiss. Transliteration Stiven Frederik Sigal; * 10. April 1952 in Lansing, Michigan) ist ein Filmschauspieler, Produzent, Drehbuchautor, Musiker, Kampfsportler und Politiker (Gerechtes Russland). Er besitzt die US-amerikanische sowie seit 2016 die serbische und die russische Staatsangehörigkeit, die ihm im November 2016 Präsident Wladimir Putin persönlich überreichte. Bekannt wurde Seagal vor allem durch seine Rollen in Martial-Arts-Filmen. Er trägt den 7. Dan in Aikidō (Aikikai Honbu Dōjō) und Aikidō-Shihan.
Nach seinem Schauspieldebüt Nico aus dem Jahr 1988 hatte er in den 90er Jahren mehrere Erfolge als Actionheld zu verbuchen, unter anderem Alarmstufe: Rot (1992).
Steven Seagal wurde als Sohn einer irischstämmigen Mutter und eines aschkenasischen Vaters geboren. Seine Großeltern väterlicherseits stammen nach seiner Aussage aus Wladiwostok und Sankt Petersburg.
Steven Seagal lebte zwischen 1973 und 1988 in Japan. Dort unterrichtete er Englisch und übte Zen, Aikidō, Kendō, Judo und Karate. Als erster Nichtasiate führte er in Japan eine Kampfkunst-Schule (in Osaka) und lehrte dort; ursprünglich war es die Kampfkunst-Schule seines Schwiegervaters.
Der 1,93 m große Seagal erreichte während seiner Zeit in Japan den sechsten Dan. Nach fünfzehn Jahren kehrte er in die USA zurück und eröffnete ein eigenes Aikidō-Dōjō im San Fernando Valley, einem nördlichen Vorort von Los Angeles. Inzwischen besitzt Seagal den siebten Dan und trägt den Titel eines Shihans (Lehrmeister oder Meister), der im Aikikai nur ehrenhalber vergeben wird.
Nach eigenen Angaben war er für 20 Jahre ehrenamtlich als Deputy Sheriff bzw. Reserve Deputy Chief Sheriff in Jefferson Parish (Louisiana) tätig, nahm dabei unter anderem an Patrouillen teil und erteilte Kollegen Schießunterricht. Dies dokumentiert die Reality-TV-Serie Steven Seagal: Lawman. Um einer internen Untersuchung wegen Menschenhandels und versuchter Vergewaltigung zu entgehen, beendete Steven Seagal 2010 seine Arbeit für das Jefferson Parish Sheriff’s Office.
Schauspieler, Produzent und Regisseur
Einer seiner Schüler war Michael Ovitz, ein Filmagent, der Seagal den Weg in die Filmbranche ebnete, indem er ihm die Hauptrolle in Nico verschaffte. In diesem Film spielt Seagal einen Polizisten, der sich mit der CIA anlegt und dabei seine ganz eigenen Ermittlungsmethoden anwendet. Seagals folgende Filme waren Hard to Kill, Zum Töten freigegeben und Deadly Revenge – Das Brooklyn-Massaker, welche alle Handlungsstränge nach ähnlichem Muster aufwiesen. 1990 kam Seagal der Gedanke, selbst Filme zu produzieren oder sich an Produktionen zu beteiligen. Zu diesem Zweck gründete er die Produktionsfirma Steamroller Productions, mit welcher er bis heute Filme produziert. Steven Seagals fünfter Film Alarmstufe: Rot wurde kommerziell ein Erfolg und ist einer seiner bekanntesten Filme. Drei Jahre später folgte Alarmstufe: Rot 2.
1994 gründete Seagal mit Julius R. Nasso zusammen eine weitere Produktionsfirma, über welche sein Regiedebüt Auf brennendem Eis und weitere Filme produziert werden sollten. Wenig später trennten sie sich wieder. 1995 wurde er für sein Regiedebüt mit der Goldenen Himbeere als Schlechtester Regisseur ausgezeichnet.
Ende der 1990er Jahre wurde es ruhig um Seagal, da seine letzten Filme Fire Down Below und The Patriot – Kampf ums Überleben an den Kinokassen keine großen Erfolge hatten. 2001 gelang ihm mit Exit Wounds – Die Copjäger ein Comeback. Seitdem dreht er wieder vermehrt B-Movies, die zum größten Teil direkt auf DVD erscheinen (Direct-to-Video). Für diese ist er oft auch als Drehbuchautor sowie als Produzent bzw. Executive Producer aktiv. 2010 spielte Seagal eine der Hauptrollen in Robert Rodriguez’ Machete, was gleichzeitig seine erste Rolle in einem Kinofilm seit fast zehn Jahren war.
Ein 2008 unter einem Pseudonym veröffentlichtes Buch namens Seagalogy setzt sich mit den verwendeten Motiven von Seagal-Filmen auseinander. So handelt es sich in seinen Produktionen bei der von ihm verkörperten Hauptfigur meist um einen (ehemaligen) CIA-Agenten oder Elitekämpfer, welcher sich mit Korruption innerhalb der Behörden oder der Politik auseinandersetzen muss. Des Weiteren werden Themen aufgegriffen, die für Seagal eine persönliche Bedeutung haben. Dazu zählen der Umweltschutz sowie die Auseinandersetzung mit Kulturen wie dem Buddhismus und den amerikanischen Urvölkern.
In vielen Filmen (bis 1994) wurde Steven Seagal von Kurt Goldstein synchronisiert. Nach Goldsteins Tod bis Mitte der 2000er wechselten die Synchronsprecher des Öfteren. Ab 2005 sprach Ekkehardt Belle Seagal ausnahmslos.
Neben seiner Karriere als Schauspieler versucht Steven Seagal, ebenfalls im Musikgeschäft Fuß zu fassen. Nachdem er einige einzelne Lieder, zumeist Countrysongs, veröffentlicht hatte, stellte er 2004 sein erstes vollständiges Album Songs from the Crystal Cave vor. Dieses Album wurde nicht in Deutschland veröffentlicht, war aber ein Erfolg in Frankreich. Der vorherrschende Musikstil auf diesem Album ist eine Art Mischung aus Country und Reggae. Am 26. Oktober 2005 stellte er sein neues Album vor, das vor allem aus Blues besteht. Gemeinsam mit der Gruppe Thunderbox erschien in Frankreich sein zweites Album Mojo Priest. Die Lizenz für den Vertrieb und Produktion besitzt die Firma EMI Music France, welche 2006 das Album veröffentlichte. Inzwischen (Januar 2007) ist auch in Deutschland die CD Mojo Priest mit anderem Cover/Artwork und einem zusätzlichen Titel erschienen. Neben drei Blues-Klassikern (Hoochie Coochie Man, Dust my Broom, Red Rooster) sind ausschließlich Eigenkompositionen von Steven Seagal (Gitarre und Gesang) enthalten. Die Begleitband besteht überwiegend aus Musikern der früheren Muddy Waters Band.
Im März 2013 wandte sich die russische Regierung an Seagal, um ihn als Lobbyisten für die russische Waffenindustrie zu gewinnen. Seagal sollte helfen, bislang untersagte Exporte russischer Waffen in die USA zu ermöglichen.
Anfang Juni 2013 führte Seagal eine Delegation der US-amerikanischen Republikaner unter der Leitung von Dana Rohrabacher bei einem Besuch des Schauplatzes der Geiselnahme von Beslan von 2004. Seagal hatte angeboten, die mitgereisten Abgeordneten auch zu einem Besuch bei Präsident Ramsan Kadyrow in der Provinz Tschetschenien zu begleiten, was diese aber wegen diverser Menschenrechtsverstöße, die Kadyrow zur Last gelegt werden, ablehnten.
Trotz der von den USA und anderen westlichen Ländern nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland und des russischen Kriegs in der Ukraine seit 2014 gegen Russland verhängten Sanktionen gab Seagal am 9. August 2014 zusammen mit einer Bluesband ein Konzert in Sewastopol. Zuvor hatte sich Seagal aufgrund seiner Herkunft bereit erklärt, Lobbyarbeit für russische Waffenhändler zu betreiben.
Im August 2016 traf er sich mit dem belarussischen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka an dessen Residenz.
2018 war er Ehrengast beim Amtsantritt Putins zu seiner vierten Präsidentschaft. 2021 kandidierte Seagal als Abgeordneter der Russischen Staatsduma für die regierungsnahe Partei Gerechtes Russland. Am 14. März 2023 war Seagal einer der prominenten ausländischen Teilnehmer des ersten sogenannten „Russophilen Kongresses“, der im Puschkin-Museum stattfand. Auf der Veranstaltung erklärte er »Ich bin 100 Prozent russophil. Und zu einer Million Prozent Russe.« Einige Tage später eröffnete er in Moskau ein Aikidō-Zentrum speziell für die Wehrertüchtigung der Jugend. Auch der Vereidigung Putins für seine fünfte Amtszeit wohnte Seagal im Mai 2024 in Moskau bei.