Steve Austin (* 18. Dezember 1964 in Austin, Texas als Steven James Anderson), häufig auch Stone Cold Steve Austin, ist ein ehemaliger US-amerikanischer Wrestler und Schauspieler.
Nach Engagements für World Championship Wrestling (WCW) und Extreme Championship Wrestling (ECW) stand er ab 1995 bei World Wrestling Federation (WWF, heute WWE) unter Vertrag. Er wurde zu einem der erfolgreichsten und populärsten Akteure der Attitude-Ära, die für den Sieg der WWF im Quotenkrieg gegen die WCW sorgte. Er ist sechsfacher WWE Champion und gewann als einziger Wrestler drei Mal den Royal Rumble (1997, 1998, 2001). 2009 wurde er in die WWE Hall of Fame aufgenommen. Als Schauspieler wirkte er in einigen bekannten Film- und Fernsehproduktionen mit. Mehrfach wurde Austin Gewalt gegen Frauen vorgeworfen, 2002 wurde er wegen häuslicher Gewalt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Steven James Anderson wuchs bei seinen Adoptiveltern in Jackson County (Texas) in der Kleinstadt Edna auf. Von ihnen übernahm er zeitweise den Familiennamen Williams. In der Highschool war er Mitglied der National Honor Society und erhielt später ein Stipendium im Bereich Football für die Universität von Austin.
1987 brach er das College schließlich ab und begann bei einem Verladedock in der Nähe des Houstoner Hafens zu arbeiten.
Austin hat viermal geheiratet und ist mehrfacher Vater. Seine erste Frau war Kathryn Burrhus, von der er sich im August 1992 nach fast zwei Jahren Ehe scheiden ließ, um seine Ringbegleiterin Jeannie Clark („Lady Blossom“) im Dezember desselben Jahres heiraten zu können. Im Jahr 2000 heiratete er die ebenfalls aus dem Wrestlinggeschäft bekannte Debra McMichael, die Ex-Frau des Footballers und Wrestlers Steve McMichael. Die Trennung erfolgte 2003 und entwickelte sich zu einer „Schlammschlacht“ auf Grund angeblicher Brutalität Austins. Debra warf ihrem Ex-Mann den Missbrauch von Anabolika vor. Auch seine nächste Beziehung mit Tess Broussard endete unglücklich. Seit 2009 ist er erneut verheiratet.
Da Austin selbst ein Adoptivkind ist und seine leiblichen Eltern nie kennengelernt hat, macht er sich für Kinder stark, die auf fremde Hilfe angewiesen oder schwer erkrankt sind. Sein Adoptivvater, Ken Williams, unterstützt ihn dabei. Im Dezember 2007 nahm er seinen Ringnamen Steve Austin als bürgerlichen Namen an. Austins größte private Leidenschaft ist die Rotwildjagd, für die er sich teilweise tagelang in die Wildnis zurückzieht.
Austin begann 1989 seine Karriere. Es folgten Auftritte bei der United States Wrestling Association und der World Class Wrestling Association.
World Championship Wrestling (1991–1995)
1991 wechselte Austin zu World Championship Wrestling (WCW). Da es bereits einen Wrestler namens Steve Williams aka Dr. Death gab, änderte er seinen Namen in den seiner Heimatstadt, Austin. Als „Stunning“ Steve Austin gewann er am 3. Juni 1991 seinen ersten Titel, die WCW World Television Championship. Den Titel hielt er 329 Tage und gab ihm am 27. April 1992 an Barry Windham ab. Am 23. Mai 1992 konnte Austin den Titel jedoch wieder gewinnen.
1992 bildete Austin mit Flyin’ Brian das Tag Team Hollywood Blondes. Mit diesem gewann er 1993 zwei Mal die NWA World Tag Team Championship. Außerdem fehdete Austin mit Flyin’ Brian, Barry Windham und Lord Steven Regal gegen Ric Flair, Arn Anderson und Paul Roma. Mitte 1995 wurde Austin von der WCW entlassen. Der damalige Vize-Präsident der WCW, Eric Bischoff, bezeichnete Austin als „nicht vermarktungsfähig“.
Extreme Championship Wrestling (1995)
Nach seiner Entlassung verschlug es Austin durch seinen ehemaligen WCW-Manager Paul Heyman (der nun einer der Geschäftsführer war) zu Extreme Championship Wrestling (ECW). Er wurde von der ECW direkt nach dem Auslaufen des WCW-Vertrages angerufen und unterschrieb etwas später einen kurzfristigen Vertrag bis zum Jahresende. Nach Vertragsablauf sollte über eine längerfristige Verpflichtung entschieden werden. Anfänglich nannte er sich Extreme Superstar Steve Austin und begann eine Fehde mit The Sandman. In dieser kurzen ECW-Zeit wurde sein Alter Ego des „Extreme Superstars“ zu „Stone Cold“ weiterentwickelt. Vom Sandman übernahm Austin auch das Biertrinken im Ring und der Halle, das später in der WWF typisch für ihn wurde.
Austin teilte immer wieder öffentliche Seitenhiebe gegen die WCW und ihre Führungsetage aus. Einen besonderen Groll hegte er gegen Bischoff, den er auch mehrfach persönlich erwähnte. Trotz seines nur kurzen Engagements gehörte Austin zu den Top-Superstars der ECW. Bei der ECW Großveranstaltung November to Remember 1995 verlor er das Match um den Titel gegen den Sandman und Mikey Whipwreck. Ein wenig später verließ er diese Liga in Richtung WWF.
World Wrestling Federation/Entertainment (seit 1995)
The Million Dollar Corporation und Austin 3:16 (1995–1997)
Nach Ablauf des Vertrages mit der ECW ging Austin Ende 1995 zur World Wrestling Federation (WWF). Dort trat er zuerst unter dem Namen „The Ringmaster“ auf und wurde von Ted DiBiase gemanagt.
Ab dem Frühjahr 1996 trat er wieder als Steve Austin auf. Im Juni 1996 gewann er das King of the Ring Turnier. Im Finale besiegte er Jake „The Snake“ Roberts.
Im Herbst 1996 kehrte Bret „The Hitman“ Hart nach einer längeren Auszeit in die WWF zurück. Bald darauf kam es zu einer Fehde zwischen Austin und Hart sowie dessen Stable Hart Foundation (bestehend aus Bret Hart, Owen Hart, Jim Neidhart, The British Bulldog und Brian Pillman). Während der Fehde gewann Austin am 19. Januar 1997 das Royal Rumble, wobei er Bret Hart als Letzten eliminierte. Dies führte zu einem Match zwischen Austin und Hart bei WrestleMania 13, welches Hart gewann. Die Fehde endete am 3. August 1997 beim Summer Slam, als Austin Owen Hart besiegte und die WWF Intercontinental Championship gewann.