Steffen Quasebarth (* 15. Juli 1970 in Erfurt) ist ein deutscher Politiker (Thüringen.Gerecht, bis September 2026 BSW), Journalist und ehemaliger Fernsehmoderator. Bei der Landtagswahl in Thüringen 2024 wurde er in den Thüringer Landtag gewählt. Seit September 2024 ist er, mit einer kurzen Unterbrechung von September bis Oktober 2026, Vizepräsident des Thüringer Landtags.
Nach Abschluss der Polytechnischen Oberschule 1987 in Erfurt lernte er Friseur und arbeitete bis 1990 in diesem Beruf.
Zum Journalismus kam er als Quereinsteiger. Von 1992 bis 2024 moderierte Quasebarth das Thüringen Journal im MDR. Von 1993 bis 1996 war er auch als Radiomoderator für den sächsischen Privatsender Antenne Sachsen tätig. Dort arbeitete er unter dem Pseudonym „Fabian Rößler“. Von 1999 bis 2024 arbeitete er auch als Station-Voice des KIKA/Kinderkanal von ARD und ZDF.
Im Jahr 2011 begann sich Quasebarth mit gewaltfreier Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg zu beschäftigen. Nach einer Ausbildung durch den Thüringer GFK-Trainer Roland Eggert arbeitete Quasebarth von 2013 bis 2024 freiberuflich als Trainer für gewaltfreie Kommunikation.
Im Mai 2024 verließ Quasebarth den MDR, um bei der Landtagswahl in Thüringen am 1. September 2024 für das Bündnis Sahra Wagenknecht zu kandidieren. Bei der Wahl zog Quasebarth über Listenplatz drei für das BSW in den Thüringer Landtag ein. Er wurde am 28. September 2024 zu einem der drei Vizepräsidenten des Thüringer Landtags gewählt.
Quasebarth ist Mitglied im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur, im Ausschuss für Europa, Medien, Ehrenamt und Sport und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Gleichstellung. Außerdem ist er Mitglied der Versammlung der Thüringer Landesmedienanstalt und des Kuratoriums der Landeszentrale für politische Bildung.
Im September 2026 verließ er mit den meisten seiner Fraktionskollegen das BSW und wechselte in die neu gegründete Partei Thüringen gerecht. Er trat daraufhin als Vizepräsident des Thüringer Landtags zurück, um sich anschließend erneut zur Wahl zu stellen. Zuvor hatte die AfD Thüringen argumentiert, mit der Auflösung der BSW-Fraktion sei die Grundlage entfallen, auf der Quasebarth Landtagsvizepräsident sei. Für die Nachbesetzung des durch seinen Rücktritt vakanten Amtes des Vizepräsidenten kandidierte Quasebarth am 8. Oktober 2026 als Kandidat der Regierungskoalition. Er scheiterte bei 41 Ja-, 41 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Bei einer weiteren Abstimmung am 9. Oktober 2026 wurde Quasebarth schließlich mit 45 Ja- gegen 38 Nein-Stimmen abermals zum Vizepräsidenten des Thüringer Landtages gewählt.
Im März 2025 nahm Quasebarth als Gast an einer Folge des Podcasts der Thüringer AfD-Fraktion teil. In der Sendung unter dem Titel „Horch ma! – Ab durch die Brandmauer mit Steffen Quasebarth“, moderiert von AfD-Abgeordneten Stefan Möller, diskutierte er über seinen Wechsel in die Politik, Medien und gesellschaftliche Themen. Quasebarth betonte, dass er nicht für die AfD-Funktionäre spreche, sondern den Dialog mit deren Wählern suche.
Insbesondere die SPD Thüringen, mit der Quasebarths BSW als Koalitionspartner zusammen mit der CDU regiert, kritisierte seine Teilnahme scharf.
Neben seinen politischen Ämtern engagiert sich Quasebarth ehrenamtlich im Verein Jugendweihe Thüringen e. V. Er ist Mitglied im Verein Mehr Demokratie e. V. und im Zentrum Gewaltfreie Kommunikation Thüringen e. V. Seit 2026 ist Quasebarth gemeinsam mit seinem Fraktionskollegen Ralph Hutschenreuther Host des Podcasts Politik von Daheme. Seit Juli 2025 ist Quasebarth stellvertretendes nicht stimmberechtigtes Mitglied im Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen.
Kurzbiografie auf der Website des Thüringer Landtags