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Stefan Raab

Deutscher Entertainer und Produzent

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Stefan Konrad Raab (* 20. Oktober 1966 in Köln) ist ein deutscher Entertainer, Fernseh- und Musikproduzent sowie Komponist, Musiker, Fernsehmoderator und Unternehmer. Er wurde ab 1993 als Moderator der Comedy-Musiksendung Vivasion bekannt. 1999 wechselte er zu ProSieben und entwickelte mit seiner Produktionsfirma RaabTV zahlreiche Unterhaltungsformate. Von 1999 bis 2015 präsentierte er als Moderator die Late-Night-Show TV total. Zwischen 1998 und 2012 sowie 2025 produzierte er mehrere deutsche Beiträge für den Eurovision Song Contest. Im Jahr 2000 trat er dort mit dem von ihm geschriebenen Lied Wadde hadde dudde da? als Sänger auf und belegte den fünften Platz. Von 2001 bis 2015 sowie seit 2024 ist er zudem regelmäßiger Kandidat in verschiedenen Spiel- und Quizshows und Veranstalter von Show-Events und Wettbewerben bei ProSieben und RTL.

Er ist Entdecker und Förderer von Musikern wie Max Mutzke, Stefanie Heinzmann, Lena Meyer-Landrut und Abor & Tynna sowie des Moderators Elton. Raab gilt als einer der erfolgreichsten Entertainer der 1990er und 2000er Jahre. Ab Dezember 2015 agierte er rund neun Jahre ausschließlich als Fernsehproduzent, ehe er 2024 offiziell zu RTL wechselte und seine Arbeit vor der Kamera mit der Show Du gewinnst hier nicht die Million wieder aufnahm. Seit September 2025 präsentiert er als Moderator Die Stefan Raab Show und seit März 2026 moderiert er gemeinsam mit Barbara Schöneberger die Samstagabendshow Wer weiß wie wann was war?.

Stefan Raab wurde 1966 in Köln geboren und wuchs zusammen mit einer Schwester im Stadtteil Sülz auf, wo seine Eltern unter Inhaberschaft seines Vaters eine Metzgerei betrieben. In seiner Schulzeit war er Ministrant. Nach eigener Aussage bekam er in der 6. Klasse von seinem Vater als erstes Instrument ein Schlagzeug geschenkt und spielte danach in verschiedenen Schülerbands, unter anderem bei der dreiköpfigen Gruppe Black Mollys. Obwohl er laut eigener Aussage keine Noten lesen kann, hat er seit frühen Jahren verschiedene weitere Instrumente zu spielen gelernt, u. a. Ukulele, Gitarre, Bass, Keyboard, Akkordeon und Saxophon.

Nach dem Abitur 1986 am Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg leistete er bis 1987 seinen Grundwehrdienst in der Flugbereitschaft BMVg in der Luftwaffenkaserne Wahn in Köln-Wahn. Anschließend studierte er fünf Semester Rechtswissenschaft. Parallel dazu absolvierte er eine Metzgerlehre im elterlichen Betrieb, die er im Juni 1990 als Bezirksbester der Handwerkskammer zu Köln mit der Gesellenprüfung abschloss.

Raab lebt im Kölner Stadtteil Hahnwald und hat mit seiner Lebensgefährtin zwei Töchter (* 2004 und 2006). Weitere Informationen aus dem Privatleben Raabs sind nicht bekannt, da er dieses konsequent von der Öffentlichkeit abschirmt und etwaige Berichterstattungen juristisch untersagen lässt, etwa über den Medienanwalt Heiko Klatt.

Die ersten Jahre im Unterhaltungsgeschäft (1990–1998)

Raab machte sich 1990 als Produzent von Werbejingles selbstständig; er erstellte Jingles und Spots für das ARD-Morgenmagazin, die Talkshows Bärbel Schäfer und Veronas Welt sowie für die Zahnpasta Blend-a-med. Außerdem produzierte er Musik unter anderem für Bürger Lars Dietrich, Die Prinzen und das RIAS-Rundfunkorchester. Raab betreibt einen eigenen Musikverlag, den Roof Groove Musikverlag Stefan Raab, der die Rechte seiner musikalischen Werke verwaltet. Der Name spielt auf den Ort des ersten Studios an, das sich in seiner Dachgeschosswohnung befand. Veröffentlicht wird unter dem Musiklabel RARE (= Raab Records). Ebenfalls 1990 erschien Raabs erstes Album The Best of Schäng and the Gäng Vol. 3, an dem der Jazz-Trompeter Till Brönner mitwirkte, 1993 folgte das Album Get Ready.

Im November 1993 bot Raab dem Musikfernsehsender VIVA selbstentworfene Programmjingles an. Nach einem Casting wurde ihm die Moderation der Sendung Vivasion angeboten, die er von Dezember 1993 bis Dezember 1998 moderierte. Außerdem moderierte er 1995 und 1996 monatlich die Sendung Ma’ kuck’n. Entdeckt wurde Raab von Aufnahmeleiter Marcus Wolter, der später auch die Fernsehshow TV total entwickelte. 1994 sang Raab in seiner Fernsehsendung Vivasion während der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft live einen Rap-Song über den damaligen deutschen Bundestrainer Berti Vogts. Kurz darauf veröffentlichten Stefan Raab & die Bekloppten dieses Lied unter dem Titel Böörti Böörti Vogts. Der Titel erreichte im Juli 1994 Platz vier der deutschen Hitparade. 1995 nahm Raab zusammen mit Bürger Lars Dietrich und Jürgen Drews eine Coverversion des Songs Ein Bett im Kornfeld auf. Diese Version erreichte Platz 27 der deutschen Singlehitparade.

Im März 1996 bekam Raab für das Lied Hier kommt die Maus, das zum 25. Geburtstag der Kinderfernsehsendung Die Sendung mit der Maus veröffentlicht wurde, eine Goldene Schallplatte. Das Lied stieg bis auf Platz zwei der deutschen Hitparade. Mit dem Echo 1997 erhielt er die Auszeichnung als bester nationaler Produzent des Jahres für sein Album Schlimmer Finger. Im gleichen Jahr moderierte Raab für den WDR/Eins Live regelmäßig die zweistündige Radio-Livesendung Raabio, eine Radio-Entertainment-Show mit Musik. Außerdem nahm Raab Telefon-Comedy-Folgen auf, bei denen er unter dem Pseudonym „Professor Hase“ Menschen anrief und hereinlegte.

Unter dem Pseudonym „Alf Igel“ – eine Anspielung auf Ralph Siegel – komponierte Raab im Frühjahr 1998 das Lied Guildo hat euch lieb! für Guildo Horn, der damit beim Eurovision Song Contest 1998 den siebten Platz von 25 Teilnehmern belegte. In der deutschen Singlehitparade erreichte der Song Platz vier. Im gleichen Jahr steuerte er die Titelmusik für die RTL-Talkshow Veronas Welt bei. Raabs 1998 gegründete Unternehmung Raab TV war von 1998 bis 2008 eine 50-Prozent-Tochter der Brainpool TV GmbH, mit der er an der ehemaligen Aktiengesellschaft VIVA Media beteiligt war und für die er mit TV total Produkte und Produktionen promotete. Seit dem 31. Dezember 2008 ist Raab TV eine 100-Prozent-Tochter von Brainpool. Sie produziert mehrere Unterhaltungs-Sendungen wie beispielsweise elton.tv und Schlag den Star.

TV total, Sondersendungen und Veranstaltung von Castingshows (1999–2015)

Von März 1999 bis Dezember 2015 moderierte Raab die Sendung TV total des Privatsenders ProSieben, die anfangs wöchentlich ausgestrahlt wurde und seit Frühjahr 2001 viermal pro Woche lief. Zudem organisierte und vermarktete Raab in unregelmäßigen Abständen Show-Veranstaltungen wie die Wok-Weltmeisterschaft, den Wettbewerb Schlag den Raab, das TV total Turmspringen, verschiedene Stockcar-Rennen, eine Reihe von Poker-Nächten, einen Eisfußball-Pokal und die Autoball-Europameisterschaft.

Nach dem Start von TV total benutzte Raab Samples verschiedener Fernsehausschnitte zur Komposition eigener Lieder. Zum Beispiel produzierte er im Sommer 1999 den Titel Ö La Palöma Blanca der Ö La Palöma Boys. Kurz danach folgte das Lied Maschen-Draht-Zaun, das mit Dreifach-Gold ausgezeichnet wurde. Im Mai 2000 nahm Raab mit dem Titel Wadde hadde dudde da? selbst am Eurovision Song Contest 2000 teil und erreichte Platz fünf. Im September 2000 produzierte er die Single Ho mir ma ne Flasche Bier, bei der ein Originalton des damaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder verwendet wurde. Im November 2001 komponierte, interpretierte und produzierte er den Song Wir kiffen. Im November 2002 schrieb er das Lied Gebt das Hanf frei!, bei dem er einen Ausspruch des deutschen Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele benutzte.

Raab machte für verschiedene Unternehmen Werbung, unter anderem 1996 für ültje, im Jahr 1999 für Katjes und 2001 für McDonald’s. Dabei warfen ihm Pressestimmen vor, er „verramsche“ sich, was Raab jedoch zurückwies. Im gleichen Jahr produzierte er unter dem Pseudonym Eddie Rodriguez für einen McDonald’s-Werbespot den Musiktitel Sensaçion, der Platz 30 in den deutschen Singlecharts erreichte.

Gemeinsam mit Michael „Bully“ Herbig kommentierte Raab am 9. November 2002 das Bundesliga-Spiel des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund. Ende 2003 bis Anfang 2004 veranstaltete Raab den Casting-Wettbewerb SSDSGPS – Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star –, mit dem er einen Kandidaten für die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2004 suchte. Der Gewinner dieses Wettbewerbs, Max Mutzke, gewann auch die deutsche Vorentscheidung, womit Raab zum dritten Mal an einem deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest beteiligt war. Unter 24 Teilnehmern erreichte Max Mutzke den achten Platz, in der deutschen Hitparade gelang ihm direkt der Sprung auf Platz eins. Für das Konzept von SSDSGPS erhielt Raab im darauffolgenden Jahr den Adolf-Grimme-Preis.

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