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Stefan Kießling (Fußballspieler)

Deutscher Fußballspieler

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Stefan Kießling (* 25. Januar 1984 in Lichtenfels) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.

Kießling begann seine Profikarriere 2002 beim 1. FC Nürnberg in der Bundesliga. Nach dem Abstieg im Jahr 2003 spielte er auch ein Jahr in der 2. Bundesliga, wo dem Verein als Zweitliga-Meister der direkte Wiederaufstieg gelang. Nach zwei weiteren Jahren in der Bundesliga wechselte Kießling zur Saison 2006/07 zu Bayer 04 Leverkusen. Dort spielte Kießling, der hauptsächlich als Mittelstürmer, aber auch als Flügelspieler zum Einsatz kam, zwölf Jahre bis zu seinem Karriereende 2018 und erarbeitete sich in seiner Zeit beim Verein und in der Anhängerschaft einen hohen Stellenwert. Mit 144 Toren in 403 Spielen belegt er den 17. Platz in der Liste der erfolgreichsten Torschützen der Fußball-Bundesliga. Außerdem ist er mit 131 Bundesliga-Toren der zweiterfolgreichste Torschütze von Bayer 04 Leverkusen hinter Ulf Kirsten (181) sowie neben ihm der einzige Spieler des Vereins, der Torschützenkönig der Bundesliga wurde. Nach dem Ende seiner Profikarriere Mitte 2018 nahm er zum Oktober des Jahres eine Tätigkeit in der Verwaltung von Bayer 04 Leverkusen auf. Seit August 2023 ist er Klub-Repräsentant von Bayer 04.

In der Nationalmannschaft kam Kießling zwischen 2007 und 2010 sechs Mal zum Einsatz. Er nahm an der Weltmeisterschaft 2010 teil und belegte mit der Mannschaft den dritten Platz des Turniers.

Kießling kam im oberfränkischen Lichtenfels zur Welt und wuchs im nahegelegenen Bamberg auf. Sein Vater Uwe war während der Saison 2006/07 Torwarttrainer des Bayernligisten 1. FC Eintracht Bamberg. Kießlings Großvater Herrmann Scheibe war 40 Jahre lang hauptverantwortlicher Kassierer und Ehrenmitglied von Eintracht Bamberg. Seine Lieblingsvereine waren der 1. FC Nürnberg und der FC Arsenal.

Kießling verfügt über einen qualifizierenden Hauptschulabschluss und eine Berufsausbildung zum Lageristen. 2017 schloss er einen einjährigen Bildungslehrgang in der Fachrichtung Sportmanagement an der European Sportsmanagement Academy in Nürnberg ab. Privat interessiert er sich fürs Kochen und wollte zunächst Koch werden, entschied sich aber für den Fußball. 2012 erschienen im Eigenverlag 500 Exemplare seines Kochbuches unter dem Titel Erfolgsrezepte. Obwohl dieses anfangs nicht in den freien Handel kommen sollte, sprach Kießling nach sehr großer Resonanz einen Verlag mit dem Ergebnis an, dass das Buch veröffentlicht wurde. Den Gewinn spendete er einer sozialen Einrichtung. Für dieses soziale Engagement durfte er sich 2013 ins Goldene Buch der Stadt Leverkusen eintragen.

Seit Dezember 2008 ist Kießling verheiratet und ist Vater eines Sohnes und einer Tochter. Sein Torjubel bestand darin, die eintätowierten Namen seiner Kinder auf seinem linken Arm zu küssen.

Jugend und Anfänge als Profi (bis 2006)

Kießlings erster Verein war der TSV Eintracht Bamberg, den Kießlings Großvater mitgegründet hatte und bei dem sein Vater als Torwart aktiv war. In dem Verein spielte er ab dem Alter von vier Jahren und durchlief sämtliche Jugendmannschaften. Anfangs agierte Kießling als Torwart, entwickelte sich aber nach und nach zum Stürmer. Wegen eines Wachstumsschubes im Jahr 1997 wuchs sein linkes Bein schneller als sein rechtes, weshalb Kießling ein Jahr der C-Jugend verpasste. Zur Saison 2001/02 wechselte er von der U17 von Eintracht Bamberg in die A-Jugend des 1. FC Nürnberg. Mit dessen U19 wurde Kießling in seiner ersten Saison Bayernliga-Meister und stieg in die Regionalliga Süd auf, damals die höchste A-Junioren-Spielklasse. Am Ende der Saison 2002/03 wurde man Fünfter, und qualifizierte sich für die neu gegründete A-Junioren-Bundesliga.

Für die Amateurmannschaft des 1. FC Nürnberg erzielte Kießling von 2002 bis 2005 in 21 Spielen 13 Tore. Im Jahr 2002 unterschrieb er einen Sechsjahresvertrag bei der ersten Mannschaft. Seinen ersten Bundesligaeinsatz hatte er in der Abstiegssaison 2002/03 am 26. April 2003 bei der 0:4-Auswärtsniederlage gegen den Hamburger SV. Sein erstes Tor für den 1. FC Nürnberg erzielte er in der 2. Liga am 7. März 2004 gegen die SpVgg Greuther Fürth zum 2:2-Endstand. In dieser Saison stieg man als Zweitliga-Meister auch wieder in die Bundesliga auf. Kießling erzielte am 32. Spieltag gegen den VfL Osnabrück den Siegtreffer zum 4:3-Endstand, was den direkten Wiederaufstieg bedeutete. In der Saison 2005/06 gelang ihm beim 1. FC Nürnberg der Durchbruch und er wurde zum Stammspieler; Kießling erzielte in 31 Spielen zehn Tore.

Wechsel und erste Jahre bei Bayer 04 Leverkusen (2006–2009)

Kießlings Leistungen beim 1. FC Nürnberg weckten u. a. das Interesse des FC Arsenal und des FC Bayern München, doch zur Saison 2006/07 wechselte er zu Bayer 04 Leverkusen. Er erhielt einen bis zum 30. Juni 2010 gültigen Vierjahresvertrag, den er am 5. März 2008 vorzeitig bis 2012 verlängerte. Am 12. August 2006, dem ersten Spieltag der Saison 2006/07, absolvierte er sein Debüt in der BayArena. Kießling bereitete im Spiel gegen Alemannia Aachen das Tor von Simon Rolfes zum 3:0-Endstand vor und wurde in der 78. Minute ausgewechselt. Den ersten Pflichtspieltreffer für seinen neuen Verein erzielte Kießling am 12. Spieltag im Spiel gegen den FC Bayern München. Am 28. September 2006 gab er seinen Einstand im Europacup, als er beim 3:1-Sieg im Erstrundenrückspiel des UEFA-Pokals gegen den FC Sion in der 89. Minute für Andrij Woronin eingewechselt wurde. Insgesamt bestritt er in der Saison 43 Pflichtspiele und erzielte acht Tore.

In der Saison 2007/08 erreichte Kießling in der Liga mit seinem Verein lediglich den siebten Platz, im DFB-Pokal schied man in der ersten Runde und im UEFA-Cup im Viertelfinale aus, sodass man sich für keinen internationalen Wettbewerb qualifizierte. Kießling erzielte in 44 Pflichtspielen 16 Tore, davon neun in der Liga und sieben im UEFA-Cup. In der Saison 2008/09 belegte Bayer Leverkusen am Ende der Saison den neunten Tabellenplatz der Bundesliga, und am 30. Mai 2009 erreichte Kießling das DFB-Pokal-Finale 2008/09, das mit 0:1 gegen Werder Bremen verloren wurde. Kießling erzielte in 40 Spielen zwölf Liga-Tore und zwei Tore im DFB-Pokal. Dabei kam er in dieser Saison häufig als Flügelspieler zum Einsatz, da Patrick Helmes zumeist die Rolle als Sturmspitze einnahm.

Topstürmer in der Bundesliga (2009–2015)

Vor der Saison 2009/10 wurde er per Internetabstimmung von Fans als Ersatzspieler in die Jahrhundert(+10)elf des 1. FC Nürnberg aufgenommen. Sein sportlicher Durchbruch in Leverkusen gelang Kießling in dieser Saison. Nachdem sich Helmes vor der Saison einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, ging Kießling wieder auf die Stürmerposition. Er erzielte an den ersten fünf Spieltagen fünf Tore. Außerdem wurde er zum Fußballer des Monats August 2009 gewählt. In der Hinrunde erzielte Kießling zwölf Treffer, darunter drei der vier Tore beim Spiel gegen den VfB Stuttgart am 14. Spieltag. Das war zuletzt Patrick Helmes am 5. Spieltag der Saison 2008/09 gelungen. Insgesamt markierte er in 33 Bundesligaspielen 21 Treffer und wurde damit hinter dem Wolfsburger Edin Džeko (22 Tore) Zweiter der Torschützenliste. Außerdem wurde er mit 19,5 Punkten der effizienteste Torjäger der Liga und wurde Sechster bei der Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres 2010. Trotz Angebote anderer Klubs verlängerte Kießling seinen Vertrag bei Bayer 04 Leverkusen am 16. März 2010 erneut vorzeitig bis zum 30. Juni 2015. Er machte klar, dass er diesen Vertrag auch erfüllen wolle.

In der 1. Runde des DFB-Pokals 2010/11 erzielte Kießling zwei Tore beim 11:1 gegen den FK Pirmasens. Sein erstes Saisontor machte er am 2. Spieltag im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, als er den 3:6-Endstand erzielte. Bei einem Foul des Nürnbergers Andreas Wolf am 4. Spieltag zog er sich einen Syndesmosebandriss zu, weshalb er für den fast kompletten Rest der Hinrunde ausfiel. Sein Comeback absolvierte Kießling am 16. Dezember 2010 im letzten Gruppenspiel der Europa League gegen Atlético Madrid, als er zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Sein Comeback in der Bundesliga fand am 19. Dezember 2010 am 17. Spieltag gegen den SC Freiburg statt. In der Rückrunde erzielte er sechs Treffer, darunter einen Doppelpack beim 4:2 gegen Stuttgart. Er war mit sieben Bundesligatreffern nach Arturo Vidal (zehn Tore) der zweitbeste Torschütze seiner Mannschaft, die Tabellenzweite wurde.

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