Stargate ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film des deutschen Regisseurs Roland Emmerich aus dem Jahr 1994. Die Hauptrollen spielen Kurt Russell und James Spader. Im Film reisen eine Gruppe von Militärs und ein Archäologe mit Hilfe eines antiken Tores, das in Ägypten gefunden wurde, durch ein Wurmloch auf einen weit entfernten Planeten. Dort helfen sie, ein versklavtes Volk von einem falschen Gott zu befreien. Die Geschichte des Kinofilms wird in Stargate – Kommando SG-1 und weiteren Fernsehserien fortgeführt. Der Film startete am 9. März 1995 in den bundesdeutschen Kinos und wurde zu einem großen kommerziellen Erfolg.
Der Ägyptologe Dr. Daniel Jackson wird von der Fachwelt für seine Theorie, die ägyptischen Pyramiden seien erheblich älter als bisher angenommen, ausgelacht und gemieden. Er sitzt bereits ohne Lehrauftrag auf der Straße, als das US-Militär an ihn herantritt und ihn um Hilfe bittet. Jackson wird in eine geheime militärische Anlage gebracht, in der sich ein 1928 auf dem Gizeh-Plateau in Ägypten gefundenes Artefakt befindet. Wie sich bei der Übersetzung der Inschriften auf den Abdecksteinen herausstellt, handelt es sich um ein sogenanntes Stargate, offenbar ein von Außerirdischen erbautes Portal, das Reisen zu einem weiteren, in einer anderen Galaxie gelegenen Sternentor praktisch ohne Zeitverlust ermöglicht.
Bei seiner weiteren linguistischen Analyse der Abdecksteine kann Dr. Jackson weitere, bis dahin für nicht übersetzbar gehaltene Schriftzeichen als Sternenkonstellationen identifizieren, die dem Sternentor als Ausgangs- und Zieladresse dienen. Mit Hilfe dieser Adresse gelingt es, das Tor zu aktivieren und eine Verbindung zu einem Gegenstück auf einem Wüstenplaneten in dieser fremden Galaxie herzustellen.
Jackson und ein Militärteam unter dem Kommando des vom Unfalltod seines Sohnes traumatisierten Colonel Jack O’Neil werden durch das Sternentor auf eine Erkundungsmission zu dem Planeten geschickt. Für den Fall, dass sie dort eine Bedrohung entdecken, sollen sie das dortige Stargate mit einer mitgebrachten Atombombe zerstören. Bei der Kontaktaufnahme mit den Einheimischen erfährt das Team, dass das dort lebende Volk vom ägyptischen Sonnengott Ra unterdrückt und in Sklaverei gehalten wird. Wie Dr. Jackson herausfindet, war es Ra, ein Außerirdischer, der den primitiven Ägyptern der Vorzeit die Technologie und das Wissen um den Pyramidenbau und die Astronomie gab und sich zum Gott über sie erhob. Er benutzte das irdische Sternentor, um seine Minen mit Sklaven von der Erde zu versorgen – bis etwa 2000 v. Chr. die Menschen in Ägypten gegen ihn rebellierten. Sie töteten seine Aufseher und vergruben das Sternentor in der Wüste. Ra kehrte nie wieder zur Erde zurück.
Die Menschen von der Erde werden von den Einheimischen freundlich aufgenommen und freunden sich mit einigen von ihnen an. Als sie jedoch zum Sternentor zurückkehren, kommt es zu einer ersten Konfrontation mit Ra, bei der das Team gefangen genommen wird. Nachdem ihnen ihre neuen Freunde zur Flucht verholfen haben, gelingt es ihnen, eine Revolte anzuzetteln und den falschen Gott zu stürzen. Während Ra mit seinem Raumschiff in den Orbit zu flüchten versucht, können Jackson und O’Neil die Atombombe auf sein Schiff teleportieren, welche dieses samt Ra vernichtet.
Am Ende des Films fasst Dr. Jackson, der sich in Sha’uri, eine einheimische Frau, verliebt hat, den Entschluss, auf dem fremden Planeten zu bleiben. Die übrigen Mitglieder des Teams hingegen kehren zur Erde zurück.
Die ersten Skizzen zum Film schuf Roland Emmerich bereits 1983. Diese verschmolzen später mit Ideen des Produzenten und Schauspielers Dean Devlin, der daraus eine Art „Lawrence von Arabien im Weltraum“ machen wollte. Der Autor Kai Stellmann geht davon aus, dass das Drehbuch für Stargate maßgeblich von Hansrudi Wäschers Geschichten für die Comicserie Nick beeinflusst wurde.
James Spader gab später zu, dass er das Drehbuch schrecklich fand und nur des Geldes wegen mitgespielt habe. Er sagte: „Schauspielerei ist für mich eine Leidenschaft, aber es ist auch ein Beruf, und ich habe mich ihr immer als solcher genähert. Ich habe eine gewisse handwerkliche Auffassung von Schauspielerei. Es ist keine Schande, einen Film zu machen, weil du das verdammte Geld brauchst.“ Jaye Davidsons Abneigung gegen die Aufmerksamkeit, die er nach The Crying Game erhielt, ließ ihn die Rolle von Ra nur widerwillig annehmen. Er wollte das Angebot nicht einfach ablehnen und machte daher eine vermeintlich inakzeptable Forderung von einer Million Dollar. Diese wurde jedoch angenommen, und er trat die Rolle an. Stargate war das Debüt des Schauspielers French Stewart und der letzter Film mit Roger Til.
Für eine möglichst originalgetreue Wiedergabe der ägyptischen Sprache in den Dialogen wurde der Ägyptologe Stuart Tyson Smith engagiert. Die im Film benutzte Sprache ist eigentlich urkoptisch bzw. Proto-Koptisch, wobei die Aussprache der einzelnen Wörter bezweifelt werden muss. In der altägyptischen Hieroglyphenschrift wurden die Vokale nicht niedergeschrieben, weswegen der Klang der Sprache nur schwer rekonstruierbar ist. Die Sprache wurde daher mit rekonstruierten Vokalen (je nach Land a oder e, y oder i, j zu e oder i) aufgefüllt und unterscheidet sich in Deutsch, Englisch und ägyptischer Aussprache teilweise erheblich. Die Deutschen beziehen sich dabei auf Wolfgang Schenkel, die Engländer eher auf William Franklin Edgerton.
Das erste Design des Stargates war komplett schwarz. Dies hatte jedoch Roland Emmerich nicht gefallen, da er behauptete, es sehe aus wie ein großer Autoreifen. Also wurde es silber angesprüht und etwas umgestaltet, damit es einer riesigen Wählscheibe ähnelt. Der Glühende-Augen-Effekt, den Ra hat, wurde in der Postproduktion hinzugefügt, weil das Testpublikum ihn nicht als fremd genug empfand. Dieser Effekt wurde später in Stargate – Kommando SG-1 übernommen. Die pferdeähnlichen Kreaturen auf dem Planeten waren tatsächlich echte Pferde mit über sie gelegten äußeren Gewändern. Hunde wurden für die Aufnahmen in weiter Ferne benutzt.
Die Kritik war sich uneinig. Während die einen den Film als „Wir-tollen-Amerikaner-retten-Altägypter-aus-tyrannischer-Alien-Sklaverei“-Streifen abtaten, lobten andere die actiongeladene Umsetzung des Stoffs.
Der Filmdienst schrieb seinerzeit: „Ein mit großem technischem Aufwand und staunenswerten Spezialeffekten inszeniertes Science-Fiction-Abenteuer, dessen dünne Geschichte das Interesse aber bald erlahmen läßt.“
TV Spielfilm lobt die digitalen Effekte und die „perfekte Optik“.
In einer retrospektiven Kritik von 2026 lobte Prisma den Film als eine der faszinierendsten Science-Fiction-Storys seit Krieg der Sterne. Ohne in übertriebene Fiktion abzudriften, werde ein dramaturgisch exzellent gebautes Märchen erzählt. Mit bewundernswerter Leichtigkeit würden in den Konflikt der Kulturen auch die konträren Charaktere von zwei Menschen eingeflochten: der neugierige, visionäre, naive Archäologe Jackson und der verschlossene Soldat O’Neill, der nur von Pflichterfüllung und Realitätsbewusstsein angetrieben sei. Russell, der wie in Die Klapperschlange am stärksten sei, wenn er nicht lieben und lächeln müsse, und Spader erwiesen sich als perfekte Besetzung.
1994 wurde der Film für den Saturn Award in den Kategorien Best Science Fiction Film, Best Costumes und Best Special Effects nominiert, bekam aber nur den Award für Best Science Fiction Film. Die Auszeichnung für die besten Spezialeffekte ging hingegen an True Lies, jene für die Kostüme an Interview mit einem Vampir.
1995 wurde er mit dem BMI Film Music Award und der Goldenen Leinwand ausgezeichnet und bekam den Universe Reader’s Choice Award des Sci-Fi Universe Magazin für Best Science Fiction Film, Best Special Effects in a Genre Motion Picture und Best Supporting Actress in a Genre Motion Picture.
Außerdem wurde er für den Hugo in der Kategorie Best Dramatic Presentation und den International Fantasy Film Award in der Kategorie Best Film nominiert.
Aufgrund des Erfolgs wurde die Geschichte des Kinofilms in den Fernsehserien Stargate – Kommando SG-1 (1997–2007), Stargate Atlantis (2004–2009) und Stargate Universe (2009–2011) fortgeführt. Außerdem gibt es eine Zeichentrickserie namens Stargate Infinity (2002–2003).