Harold Stanley Kalms, Baron Kalms, Kt (* 21. November 1931 in London; † 30. März 2025) war ein britischer Unternehmer und Life Peer. Er war Präsident auf Lebenszeit und zuvor Vorsitzender (Chairman) der DSG International, ehemals Dixons Group. DSG ist Eigentümer von Dixons.com, Currys, The Link und PC World-Outlets. Er verbrachte seine gesamte Karriere von 1948 bei Dixons, das 1937 von seinem Vater Charles Kalms gegründet wurde. Als Life Peer war er Mitglied des House of Lords.
Kalms besuchte das Christ's College in Finchley. Im Alter von 16 Jahren fing er 1948 bei Dixons an und baute das Unternehmen von einem Eingeschäftsunternehmen zu Europas führendem spezialisiertem Elektro-Einzelhändler aus.
Kalms wurde 1971 (bis 2002) zum Vorsitzenden (Chairman) der Dixons Group plc ernannt. Seit 2002 war er dort Präsident. Er war auch Leiter (Governor) der Dixons City Academy in Bradford, West Yorkshire, wo der moderne Theaterkomplex nach ihm benannt wurde. Er war Director of Business für Sterling und Direktor des National Institute of Economic and Social Research.
Von 1987 bis 1997 war er Non-Executive Director der British Gas plc, später BG plc. Kalms war von 1993 bis 1996 Vorsitzender des King's Healthcare National Health Service Trust. Von 1994 bis 1997 war er Mitglied der Funding Agency for Schools, dort war er im gleichen Zeitraum Vorsitzender (Chairman) des Financial Committee.
Von 1991 bis 2001 war er Non-Executive Director des Centre for Policy Studies. 1991 war er Gastprofessor der Business School der University of North London. Er war Leiter des Dixons Bradford City Technology College der National Institute of Economic and Social Research von 1995 bis 2003.
Kalms war Mitglied des Treuhandrates (Trustee) der Industry in Education Ltd von 1993 bis 2002 und beim The Economic Education Trust ebenfalls von 1993 bis 2002. Von 1998 bis 2001 war er Direktor von Business for Sterling. Bei der Conservative Party war er von 2001 bis 2003 Schatzmeister (Treasurer).
Er war auch bei zahlreichen privaten Wohltätigkeitsaktivitäten engagiert, dazu gehört die Gründung der Stanley Kalms Foundation in London und die Stanley Kalms Readership in Business Ethics and Strategic Management an der University of North London. Er stand auch mit dem King's Hospital ISLET Diabetes Research Program in Verbindung.
Kalms hat enge Verbindungen zur University of Buckingham. Er erhielt dort 2002 einen Ehrentitel und Chris Woodhead ist der Inhaber der Sir Stanley Kalms Professur of Education.
Kalms schrieb in der Presse über die Europäische Währungsunion, sowie über Corporate Governance und ein Buch – A Time to Change –, einem Überblick über die Aktivitäten der United Synagogue, welches 1992 erschien.
Später war er Vorsitzender von Volvere plc.
Mitgliedschaft im House of Lords
Kalms wurde am 1. Juni 2004 zum Life Peer als Baron Kalms, of Edgware in the London Borough of Barnet ernannt.
Seine Antrittsrede im House of Lords hielt er am 16. Juli 2004 zum Thema der Christmas Day (Trading) Bill.
Noch im selben Jahr meldete er sich zweimal zum Gesetzentwurf zur Europäischen Verfassung zu Wort. Im folgenden Jahr sprach er zur Niedrigsteuer-Wirtschaft und zur Prevention of Terrorism Bill. 2009 meldete er sich wieder zu Wort und sprach zur Lage im Gazastreifen und der Companies' Remuneration Reports Bill. Erst im Oktober 2012 sprach er dort wieder, zur zweiten Lesung der Arbitration and Mediation Services (Equality) Bill.
Als seine politischen Interessen gab er Islamismus und die Erhaltung des britischen Pfundes an. Als Staaten von besonderem Interesse nannte er Israel und die Staaten Europas.
Kalms war von 2001 bis 2003 Schatzmeister der Conservative Party. Wie viele in seiner Partei war er gegen den Euro. Er war Mitglied der Conservative Friends of Israel.
Im Juni 2009 stand sein Ausschluss aus der Partei wegen seiner Unterstützung der UK Independence Party (UKIP) bevor. Zuletzt saß er im Oberhaus als Unabhängiger (Non-Affiliated).
Im Sommer 2006 griff Kalms, der jüdischen Glaubens und überzeugter Unterstützer Israels war, William Hague wegen dessen Kritik an dem israelischen Angriff auf den Libanon an. Er nannte ihn einen „ignoranten Sesselkritiker“ und sagte, dass dessen Kommentare „geradezu gefährlich“ seien.