An diesem Tag

Staedtler

Hersteller von Schreibgeräten in Deutschland

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Die Staedtler SE (Eigenschreibweise STAEDTLER) mit Hauptsitz in Nürnberg ist eines der ältesten Industrieunternehmen und einer der ältesten Hersteller von Schreibgeräten in Deutschland.

Das Unternehmen ist europaweit einer der größten Hersteller für holzgefasste Stifte, Folienstifte, Radierer, Feinminen und Modelliermassen sowie Weltmarktführer für Industrieplastilin. Etwa zwei Drittel der Produkte werden in Deutschland hergestellt.

Das operative Geschäft der Unternehmensgruppe gliedert sich in die beiden Unternehmensbereiche Schreib- und Zeichengeräte sowie Industrial. Der internationale Vertrieb ist in 26 verbundenen Unternehmen organisiert. Für die nachhaltige Bewirtschaftung des Rohmaterials Holz unterhält Staedtler eine unternehmenseigene Plantage. Die 1997 gegründete Staedtler-Stiftung, eine öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts, hält sämtliche Anteile der Staedtler-Unternehmensgruppe.

Staedtler betreibt weltweit sechs Produktionsstätten. In Deutschland produziert das Unternehmen in Nürnberg, Sugenheim, Neumarkt in der Oberpfalz und Hengersberg. Hier beschäftigt das Unternehmen etwa die Hälfte seiner Mitarbeiter. Weitere Produktionsstandorte befinden sich in Peru.

Bis 1919 firmierte das 1835 gegründete Unternehmen nach seinem Gründer Johann Sebastian Staedtler als „J.S. Staedtler Bleistift-Fabrik“. 1919 band Inhaber Rudolf Kreutzer die Premiummarke Mars in den Firmennamen ein und nannte das Unternehmen in „J.S. Staedtler 'Mars' Schreibwarenfabrik“ um. Zusätzlich führte er die „marsblaue“ Farbe der Mars-Stiftpolitur als Markenfarbe ein. Um 1885 verwendete Staedtler als Fabrikmarke ein Posthorn. Ab spätestens 1890 bis 1947 wurde ein Halbmond geschütztes Logo des Unternehmens. Dann ersetzte der Marskopf schrittweise den Halbmond. Seit 1969 verwendet das Unternehmen nur noch den grafisch immer stärker stilisierten und abstrahierten Marskopf als Firmenlogo.

Im Unternehmensbereich Schreib- und Zeichengeräte werden rund 5000 Einzelprodukte hergestellt. Das Portfolio umfasst die Bereiche Malen, Marker, Schreibgeräte, Technisches Zeichnen, Bleistifte, Fimo Modelliermassen, edle Schreibgeräte und Künstlerbedarf.

Das Unternehmen führt zahlreiche geschützte Produktmarken. Einen hohen Bekanntheitsgrad bei den Endverbrauchern besitzen folgende eingeführte Marken.

Die Marke Mars meldete das Unternehmen am 19. Dezember 1900 beim Kaiserlichen Patentamt an. Erstmals 1901 erschienen, entwickelten sich die Mars Bleistifte zur Premiummarke der Firma. 1925 erhielt die Marke bzw. der Bleistift-Lack einen eigenen Farbton. Aus dem Mars Bleistift in „hellblauer Politur“ wurde die „marsblaue Politur“. Am 20. August 1930 meldete Staedtler die Wort-Bildmarke „Lumograph“ beim Patentamt an und der Bleistift wurde fortan unter diesem Markennamen produziert 2022 ist der Zeichenbleistift Mars Lumograph 100 in 24 verschiedenen Härtegraden von 12B bis 10H verfügbar.

1953 meldete das Unternehmen den Markennamen „Lumocolor“ beim Deutschen Patentamt für Foliendrehstifte und Minen an, die für farbige Tageslichtprojektionen einsetzbar waren. Am 30. April 1954 erfolgte der Eintrag des Warenzeichens. 1967 präsentierte Staedtler als erster Hersteller einen Foliendrehstift für die Tageslichtprojektion mit dem Namen „Lumocolor“. 1967/68 folgten die Lumocolor Overhead Faserschreiber 315 und 317 als erste nicht-permanente und permanente Lumocolor Faserstifte. Die Stifte werden seitdem als permanente und non-permanente Marker geführt. Sie eignen sich für die Beschriftung von Glas, Metall und sonstigen glatten Oberflächen. Ab 1974 wurde das Lumocolor-Sortiment um Overhead-Breitschreiber mit Keilspitze für die Overheadprojektion ergänzt. Staedtler hatte ab Ende der 1970er Jahre fünf verschiedene Spitzen sowie ein umfangreiches Sortiment an Folien entwickelt. Für den Lumocolor konstruierte das Unternehmen die Staedtler Box, eine patentierte Multifunktionspackung, die 2000 im Markt eingeführt wurde.

Die Markteinführung des Noris Bleistiftes mit der Artikelnummer 1100 erfolgte im Jahr 1934. Die Marke Noris selbst meldete das Unternehmen bereits 1901 beim Kaiserlichen Patentamt an. Vorläufermodelle vertrieb der Hersteller bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts unter anderen Artikelnummern. 1934 erscheint erstmals der Noris in gelb/orange mit dunkelbraunem Traditions-Streifenmuster. Drei Jahre später wurde das Design des Noris Bleistiftes um ein schwarzes Käppchen und einen weißen Zierring ergänzt. 1955 erhielten die Noris Bleistifte erstmals verschiedenfarbige Käppchen je nach Härtegrad. Bis 1966 vertrieb Staedtler den Noris Bleistift unter der Artikelnummer 1100. Seit dem 1. Januar 1967 trägt der Noris Bleistift seine bis heute genutzte Artikelnummer 120. Der Bleistift wird heute in fünf verschiedenen Härtegraden von 2B bis 2H angeboten.

Das Design des Noris Bleistifts besitzt einen hohen Bekanntheitsgrad. Bei einer Passanten-Umfrage in einer Einkaufsstraße in Großbritannien 2017 sollten die Teilnehmer einen Bleistift zeichnen. 28 der 63 Befragten zeichneten einen Bleistift mit gelb-schwarzen Streifen, der an den Noris Bleistift erinnert.

Am 10. Januar 1997 wurde die Wortmarke triplus als Markenzeichen von Staedtler in Deutschland eingetragen. Zunächst zielte das triplus-Sortiment mit einem holzgefassten Schreiblernstift, Farbstiften und Wachsmalkreiden auf den Schulmarkt ab. Ab der Jahrtausendwende baute Staedtler das triplus Sortiment mit Kugelschreibern, Fasermalern, Textmarkern, Gelrollern, Druckbleistiften und dem Fineliner weiter aus. Gemeinsam ist allen Stiften der namensgebende ergonomische Dreikantschaft. Den triplus fineliner brachte Staedtler 2003 auf den Markt, der mit einer Tinte auf Wasserbasis schreibt, die somit aus Textilien auswaschbar ist. Der Hersteller wirbt mit der dry safe-Eigenschaft, durch die die in Metall gefasste Spitze nicht austrocknet, auch wenn sie ohne Kappe abgelegt wird. Der triplus fineliner wird in 60 Farben hergestellt.

Eine Rezeptur für leicht formbare Modelliermassen wurde 1939 von Sophie Rehbinder-Kruse, der Tochter der Puppenmacherin Käthe Kruse, entwickelt. Aus der Masse, die erstmals wie Knetmasse verarbeitet und im hauseigenen Backofen gehärtet werden konnte, ließen sich etwa Vasen, Mosaike und andere Gegenstände herstellen. 1954 kam das über die Jahre weiter entwickelte Produkt unter dem Namen FIMOIK (ein Akronym des Spitznamens der Erfinderin Fifi, Modelliermasse und Mosaik) auf den Markt. 1964 kaufte die Firma Eberhard Faber die Rechte an dem Produkt. Das Unternehmen entwickelte die Modelliermasse weiter und vertrieb es ab 1966 unter dem neuen Namen FIMO auf dem internationalen Markt. Mit dem Kauf des Unternehmens Eberhard Faber durch Staedtler 1978 gingen die Rechte an FIMO an das Nürnberger Unternehmen über. Seit 2009 wird FIMO von Staedtler unter der eigenen Herstellermarke vertrieben.

Unternehmerische Sozialverantwortung

Ende des Zweiten Weltkrieges und dem damit verbundenen politischen und sozialen Zusammenbruch begann der damalige Geschäftsführer Rudolf Kreutzer nach neuen Wegen zur „Bildung einer echten Betriebsgemeinschaft“ zu suchen. 1947 nahm er etwa 20 langjährige Mitarbeiter als Stille Gesellschafter in die Kommanditgesellschaft auf. Sie sollten dadurch stärker am Ertrag des Unternehmens beteiligt werden. Kreutzer beabsichtigte, das Eigentum nicht nur breiter zu verteilen, sondern „auf Dauer zu neutralisieren“. Deshalb richtete er 1950 mit seiner Ehefrau die „Rudolf- und Clara-Kreutzer-Stiftung“ ein. Sie sollte als neutraler Eigentumsträger das Unternehmen besitzen. Die Einkünfte der Stiftung sollten zu drei Viertel dem Rudolf-Steiner-Schulwesen und zu einem Viertel dem Rudolf-Steiner-Fonds für wissenschaftliche Forschung zugutekommen.

1997 wurde die Staedtler-Stiftung errichtet. Sie sollte zukünftig die Funktion der Rudolf- und Clara-Kreutzer-Stiftung übernehmen und Eigentümerin der Unternehmensgruppe werden. Im August 2000 erfolgte die Trennung der stillen Beteiligung der Rudolf- und Clara-Kreutzer-Stiftung an der Unternehmensgruppe. Die Staedtler-Stiftung wurde zur Eigentümerin des Unternehmens. Sie ist dem Leitgedanken verpflichtet, dass „Ideen und Wissen das Kapital der Zukunft sind.“

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