Sporting Clube de Portugal, oft nur als Sporting CP, im deutschsprachigen Raum als Sporting Lissabon bekannt und in Listen häufig als SCP aufgeführt, ist ein 1906 gegründeter Sportverein aus der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Nach dem Wappentier wird auf den Verein auch oft mit Löwen (portugiesisch Leões) Bezug genommen. Die Vereinsfarben sind Grün und Weiß.
Im Verein werden die Sportarten Fußball, Handball, Judo, Schwimmen, Rollhockey, Tauchen, Leichtathletik, Fechten, Basketball, Radsport und Volleyball angeboten; in den 1950er und 1960er Jahren gab es einen eigenen Rallye- und Motorrad-Rennstall. Sporting ist nach dem FC Barcelona – bezogen auf gewonnene Titel und Pokale aller Sportarten, an denen der Klub teilnimmt – die erfolgreichste Sportmannschaft in Europa. Der Klub besitzt mit der seit 1921 herausgegebenen wöchentlichen Sporting die älteste Sportvereinszeitung Europas.
Der Verein ging aus einer Initiative einer Personengruppe hervor, die ursprünglich 1902 den Klub Sport Club de Belas und 1904 den Campo Grande Sporting Club gründeten. 1906 schlossen sich diese Vereine offiziell unter dem Namen Sporting Clube de Portugal zusammen. Das erste Fußballspiel von Sporting war am 3. Februar 1907 gegen Cruz Negra und ging mit 1:5 verloren. Im ersten Duell mit dem künftigen Dauerrivalen Sport Lisboa, einem Vorgängerverein von Benfica, gelang ein 2:1-Sieg. In der Saison 1907/1908 wurde der Verein regionaler Vizemeister. 1910, im Jahr als José Alvalade Vereinspräsident wurde, holte Sporting den Meistertitel im Tennis, Stabhochsprung, Kugelstoßen und Weitsprung.
Der Verein gewann 1912 und 1915 die Lissabon-Meisterschaft im Fußball und den portugiesischen Supercup „Cândido de Oliveira“ mit einem 3:1-Sieg über SL Benfica. In der Sportart Radfahren gewann der Verein 1912 das Prestigerennen Lisboa-Porto, erreichte den dritten Platz bei der Tour de France und den zweiten Platz bei der Spanienrundfahrt.
In der Ära ab 1920 gewann Sporting im Fußball seine erste Portugiesische Meisterschaft in einem Finale gegen den Verein Académica Coimbra.
Im Jahr 1922 wurde die Rugby-Abteilung eröffnet. Im Jahr 1926 wurden die grün-weiß gestreiften Trikots zum ersten Mal getragen. Nach einem Sieg gegen den Rivalen Benfica 1928, bei dem die Spieler die Trikots in der Halbzeit gegen die neuen gestreiften Trikots wechselten, avancierten letztere endgültig zu den offiziellen Trikots des Vereins. Grün-weiß geteilte Trikots, die ab 1908 benutzt wurden, werden noch als Gala- bzw. Auswärts-Trikots benutzt.
Mit den grün-weiß-gestreiften Trikots gewann der SCP in den 1940er- und 1950er-Jahren 18 Fußball-Meistertitel und vier Pokalsiege. José Travassos von Sporting war 1955 der erste Spieler Portugals, der in eine Europaauswahl berufen wurde und gegen die Auswahl Großbritanniens in Belfast auflief. Am 10. Juni 1956 wurde das Estádio José Alvalade in der Freguesia Lumiar eingeweiht. 1956 und 1957 gewann der Läufer Manuel Faria den an Silvester stattfindenden Corrida Internacional de São Silvestre in São Paulo. 1964 gelang dem Verein im Fußball der größte bisherige Erfolg mit dem Gewinn des Europapokal der Pokalsieger gegen den ungarischen Verein MTK Budapest. Nach einem 3:3 im Brüsseler Heysel-Stadion musste ein Wiederholungsspiel angesetzt werden. Der SCP gewann dies im Bosuilstadion von Antwerpen durch einen von João Morais direkt verwandelten Eckstoß nach 20 Minuten mit 1:0. Auf dem Weg ins Finale erzielte SCP mit 16:1 gegen APOEL Nikosia aus Zypern den bis heute höchsten Sieg in einem Europacup-Spiel und gewann nach einer 1:4 Hinspiel-Niederlage gegen Manchester United zu Hause noch mit 5:0. Im Halbfinale war nach Ergebnissen von 1:1 und 0:0 auch gegen Olympique Lyon ein Entscheidungsspiel notwendig, dieses endete im Stadium Metropolitano mit 1:0 für Sporting. 1971 verpflichtete der Verein den argentinischen Fußballspieler Héctor Yazalde vom Bonarenser Vorstadtklub CA Independiente. Bereits in der Saison 1973/74 erzielte Yazalde 46 Treffer in 30 Spielen und hält damit noch heute den europäischen Rekord an meisten Toren in einer Saison.
In der Leichtathletik ist der Verein mit 215 nationalen und 89 internationalen Titeln national wie international sehr erfolgreich. Carlos Lopes gewann 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Goldmedaille im Marathonlauf und war damit der erste portugiesische Olympiasieger.
Der beste Profi-Radfahrer Portugals Joaquim Agostinho gehörte ebenfalls zum Verein. Er nahm 13-mal an der Tour de France teil und belegte in den Jahren 1978 und 1979 den dritten Platz.
Im Rollhockey war Sporting eine Zeit lang der beste Verein der Welt und gewann 1977 den Europapokal der Landesmeister, in den Jahren 1981, 1985 und 1991 drei Europapokale der Pokalsieger und 1984 den CERS-Pokal.
Auch der erfolgreichste portugiesische Billardspieler Jorge Theriaga gehört zum Verein.
Der Verein gehört mit 106.625 Mitgliedern (Stand 23. Juli 2020) zu den mitgliederstärksten Sportvereinen der Welt.
Im 2004 errichteten Stadion José Alvalade fand ein Halbfinal-Spiel der EM 2004 statt und 2005 das – gegen ZSKA Moskau verloren gegangene – UEFA-Pokal-Finale.
Entwicklung des Vereinswappens
Das Vereinswappen von Sporting zeigte schon immer einen Löwen. Jedoch änderte sich das Logo im Laufe der Zeit einige Male.
Die Fußballmannschaft von Sporting trägt ihre Heimspiele im Estádio José Alvalade aus, welches Platz für 50.095 Zuschauer bietet und eine der Spielstätten der Fußball-Europameisterschaft 2004 war. Die größten Erfolge der Mannschaft waren der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1964 sowie der Einzug in das UEFA-Pokalfinale 2005 im eigenen Stadion. Sporting spielt seit Einführung der Primeira Liga im Jahr 1934 ununterbrochen in der ersten portugiesischen Liga und liegt in der ewigen Tabelle dieser Liga auf Platz drei. Die Löwen gewannen 20 nationale Meisterschaften und 17-mal den portugiesischen Pokal, womit sie zu den drei erfolgreichsten Vereinen Portugals zählen. Ihr traditioneller Lokalrivale ist Benfica Lissabon. Der Verein ist für die hervorragende Jugendarbeit bekannt, zu der Spieler wie die Ballon-d’Or-Gewinner Cristiano Ronaldo und Luís Figo oder auch João Moutinho, Paulo Futre oder Rui Patrício gehören. Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016, bei der die Portugiesen Europameister wurden, kamen elf der 23 Spieler aus den Reihen von Sporting. Der teuerste Verkauf des Vereins für einen eigenen Jugendspieler beträgt 40 Millionen Euro im August 2016, als João Mário zu Inter Mailand wechselte.
Das wirtschaftliche Management der Profi-Fußballabteilung liegt in der Hand der börsennotierten Aktiengesellschaft Sporting Clube de Portugal Futebol SAD . Der umstrittene Geschäftsmann Álvaro Sobrinho ist mit 29,9 % größter Einzelaktionär.
Der Verein ist bekannt für seine ausgezeichnete Jugendarbeit auf dem Fußballsektor und brachte hier viele Top-Spieler der jüngeren Jahre hervor. Zu den international bereits berühmten gehören Paulo Futre, Luís Figo, Cristiano Ronaldo, Nani, João Moutinho, Ricardo Quaresma, Miguel Veloso und Simão. Sporting ist der einzige Verein der Welt, dessen Jugendarbeit mehr als einen Weltfußballer hervorgebracht hat: Figo und Ronaldo. Sporting hält auch den Rekord für den höchsten Sieg, der jemals bei einem Europacup-Spiel erreicht wurde. Im Jahre 1964 besiegte Sporting APOEL Nikosia aus Zypern mit 16:1. Im gleichen Match schoss der Spieler Mascarenhas sechs Tore und hält damit den Rekord der meisten in einem Spiel eines europäischen Wettbewerbs erzielten Treffer.