An diesem Tag

Spice Girls

Britische Pop-Girlgroup

Anúncio

Die Spice Girls [spais gɜ:lz] sind eine fünfköpfige britische Pop-Girlgroup.

Die Band formierte sich 1994 in London und veröffentlichte 1996 bei Virgin Records ihre Debütsingle Wannabe, die in über 30 Ländern auf Platz 1 der Charts landete und der Band internationale Bekanntheit verschaffte. Die Band verkaufte in ihrer Karriere bisher mehr als 85 Millionen Tonträger.

Die Mitglieder der Band sind auch unter Spitznamen bekannt, die ihnen 1996 vom Top of the Pops Magazine gegeben und vom Management und den Medien aufgegriffen wurden: Melanie Brown (auch Melanie B oder Mel B) alias Scary Spice, Emma Bunton alias Baby Spice, Geri Halliwell alias Ginger Spice, Victoria Beckham alias Posh Spice und Melanie Chisholm (auch Melanie C oder Mel C) alias Sporty Spice.

Nach dem Ausstieg Halliwells 1998 und der Ankündigung einer Bandpause 2001 begannen die Mitglieder Solokarrieren. 2007 folgten eine letzte gemeinsame Welttournee in Originalbesetzung und ein Greatest-Hits-Album. Die Welttournee wurde ein Erfolg und spielte über 100 Millionen US-Dollar ein.

Die fünf Bandmitglieder fanden sich erneut im Juni 2012 zusammen, um ihr Musical Viva Forever! zu bewerben. Im August 2012 traten sie bei der Abschlussfeier der Olympischen Sommerspiele 2012 mit einem Medley auf. 2019 folgte eine weitere Tour im Vereinigten Königreich, welche zu viert, ohne Victoria Beckham stattfand.

Die Band wurde 1994 durch ein Inserat in der Zeitschrift The Stage von Bob Herbert und dessen Sohn Chris gegründet, den Betreibern der Management-Firma Safe, vormals Heart Management.

In den 1980er Jahren hatte Bob Herbert bereits die Boygroup Bros gegründet. Sie wollten eine reine Girlgroup gründen und erhielten daraufhin mehr als 600 Bewerbungen. 300 wurden am 4. März 1994 zu einem Casting im Dance Works Studio an der Londoner Oxford Street eingeladen. Ursprünglich bestand die Gruppe namens Touch am Ende aus Geri Halliwell, Victoria Adams (später Beckham), Lianne Morgan, Melanie Brown und Michelle Stephenson. Die Band zog in ein Reihenhaus in Maidenhead, dessen Besitzer Chic Murphy war, wo sie von Heart Management subventioniert wurden und jedes Mitglied Arbeitslosenunterstützung beanspruchte. Morgan wurde aufgrund ihres Alters nach einem Monat vom Management gegen die drei Jahre jüngere Melanie Chisholm ausgetauscht.

Während der nächsten zwei Monate arbeitete die Band an Demos und Tanzroutinen in den Trinity Studios in Woking, Surrey. Mitte Juli 1994 wurde das Team durch die Gesangslehrerin Pepi Lemer erweitert. Gemäß Stephenson war das Material, das der Gruppe gegeben wurde, „sehr, sehr junger Pop“ und enthielt das Lied We’re Gonna Make It Happen, das aber nie veröffentlicht wurde. Schnell stellte sich heraus, dass Stephenson mit der Energie der anderen vier nicht mithalten konnte. Bob Herbert erklärte, dass „sie einfach nicht reinpasste. Sie hätte sich niemals eingefügt, deshalb musste ich sie entlassen“. Stephenson erklärte, dass sie die Band wegen ihrer an Krebs erkrankten Mutter verlassen hatte. Dies wurde später von Victoria dementiert, welche meinte, Stephenson „sei einfach unfähig“ gewesen, die Arbeit in die Gruppe zu stecken, wie es der Rest machte.

Die Herberts suchten nach einem Ersatz und wollten zunächst Abigail Kas verpflichten. Man war mit ihr einverstanden, aber Kas sagte wegen Bedenken ihres Freundes einen Tag später wieder ab. Daraufhin wurde die 18-jährige Emma Bunton von der Gesangslehrerin Pepi Lemer vorgeschlagen. Sie beeindruckte die Herberts und traf im Juli 1994 auf die Band, die sie mit offenen Armen empfing: „Ich wusste sofort, sie war die Richtige“, meinte Halliwell.

Nachdem sich Bunton der Gruppe angeschlossen hatte, bauten sich Unzufriedenheiten zwischen der Gruppe und dem Management auf. Die Gruppe fühlte sich unsicher, weil sie keinen Vertrag hatte, und war von der Richtung frustriert, in welche sie Heart Management steuerte. Sie überzeugten Bob Herberts, einen Auftritt vor rund 100 geladenen Vertretern von Medien und Plattenindustrie, Musikverlagen und Showagenturen in den Momis Studios in Shepherd’s Bush zu organisieren, wo sie eine „überwältigend positive“ Reaktion erhielten. Wegen des großen Interesses an der Gruppe wollten die Herberts möglichst schnell einen verbindlichen Vertrag schaffen. Angespornt durch den beim Auftritt erzielten Erfolg verzögerten die Bandmitglieder aufgrund der Ratschläge von unter anderem Victorias Vater Tony Adams die Vertragsunterschrift. Im März 1995 verließ die Band Heart Management, da sie dort ihre Visionen und Ideen nicht verwirklichen konnten. Die Gruppe stahl die Master-Aufnahmen aus den Verwaltungsbüros, um sicherzustellen, dass sie die Kontrolle an ihrer eigenen Arbeit behielten. Am selben Tag machten die jungen Frauen den Produzenten Eliot Kennedy ausfindig, der ebenfalls bei ihrem Auftritt anwesend war, und überzeugten ihn davon, mit der Gruppe zusammenzuarbeiten.

Bewaffnet mit einem Katalog von Demos und Tanzroutinen begann die Band im Oktober 1994, Management-Agenturen abzuklappern. Die Gruppe wurde vom Musikproduzenten Absolute eingeladen, was ihr wiederum die Aufmerksamkeit von Simon Fuller brachte. Daraufhin begannen die fünf, mit Fuller zusammenzuarbeiten und unterzeichneten im März 1995 einen Vertrag mit ihm. Während des Sommers 1995 bereiste die Gruppe Plattenfirmen in London und Los Angeles und unterzeichnete schließlich im September 1995 einen Vertrag mit Virgin Records. Von da an bis zum Sommer 1996 schrieben und nahmen die Frauen Lieder für ihr Debüt-Album auf, während sie die Westküste von Amerika umfassend bereisten, wo sie einen Plattenvertrag mit Windswept Pacific unterzeichnet hatten.

1996–1997: Spice und der Durchbruch

Am 8. Juli 1996 veröffentlichten die Spice Girls ihre Debüt-Single Wannabe. Der Song wurde ein weltweiter Hit und erreichte in über 30 Ländern Platz 1 der Musik-Charts, darunter auch in Deutschland und der Schweiz. In den Wochen vor der Veröffentlichung hatte das Video die Musik-Kanäle dominiert. In Großbritannien stieg der Song auf Platz 3 der Hitparade ein, erreichte eine Woche später die Spitze und konnte sich dort sieben Wochen lang behaupten. Es wurde nicht nur die am meisten verkaufte Single einer Girlgroup, sondern auch die sich am schnellsten verkaufende Debüt-Single aller Zeiten. Mit Wannabe konnten die Spice Girls in den schwierigen US-amerikanischen Markt einbrechen und in den Hot 100 auf Platz 11 einsteigen. Die Platzierung war zu dieser Zeit der höchste Debüt-Einstieg eines britischen Acts. Zuvor hielten die Beatles mit I Want to Hold Your Hand auf Platz 12 den Rekord. Vier Wochen nach ihrem US-Einstieg landeten die Spice Girls auch dort auf Platz 1 der Charts.

Im November 1996 veröffentlichten die Spice Girls ihr Debüt-Album Spice in Europa. In Deutschland erreichten die Spice Girls damit Platz 6 der Charts. Der Erfolg war beispiellos und stellte aufgrund des großen Interesses an der Gruppe Vergleiche zur Beatlemania an (man sprach von „Spicemania“). In nur sieben Wochen verkaufte sich Spice allein in Großbritannien 1,8 Millionen Mal, was die Spice Girls zum sich am schnellsten verkaufenden Act seit den Beatles machte. Insgesamt wurde das erste Album Spice mit 23 Millionen verkauften Platten ein weltweiter Erfolg.

An diese Erfolge anknüpfend veröffentlichten die Spice Girls im Oktober und Dezember ihre nächsten Singles Say You’ll Be There und 2 Become 1. Die beiden Singles setzen die bemerkenswerten Verkäufe der Gruppe fort, indem sie in mehr als 53 Ländern in den Charts einstiegen und den Ruf der Gruppe als größter Pop Act auf dem Planeten festigten. Die letzte Veröffentlichung aus Spice war die Doppel-A-Seite Mama / Who Do You Think You Are, die in Deutschland Platz 4 der Charts erreichte.

1997–1998: Spiceworld und Halliwells Ausstieg

Im November 1997 veröffentlichten die Spice Girls ihr zweites Album mit dem Namen Spiceworld. Nach der vorausgegangenen Veröffentlichung der ersten Single-Auskopplung Spice Up Your Life erwies sich das Album als ein globaler Bestseller. Es stellte einen neuen Rekord als das am schnellsten verkaufte Album auf, da es innerhalb von zwei Wochen sieben Millionen Mal verkauft wurde. Dank positiver Rezensionen wurde das Album in Europa, Kanada und den USA mehr als zehn Millionen Mal verkauft. In Amerika wurde allerdings kritisiert, dass die Gruppe ihr zweites Album schon neun Monate nach ihrem Debüt veröffentlichte. Auch in Europa begannen sich die Folgen ihrer medialen Überpräsenz auszuwirken. Sie wurden vermehrt für ihre mehr als 20 Werbeverträge kritisiert. Dieser Umstand führte zu niedrigeren internationalen Chartpositionen, dennoch blieben die Spice Girls die am meisten verkaufende Popgruppe, sowohl 1997 als auch 1998.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Spice Girls | World in Stories