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Spanische Eroberung Perus

Peruanische Eroberung durch Francisco Pizarro über das Inkareich

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Die spanische Eroberung Perus beendete die Herrschaft des Reiches der Inka über große Teile des westlichen Südamerika und machte Spanien zusammen mit der Eroberung Mexikos endgültig zu einer Weltmacht der Frühen Neuzeit. Sie begann 1532/1533 mit der Gefangennahme des Inkaherrschers Atahualpa und der Einnahme der Hauptstadt Cusco durch Francisco Pizarro und wurde 1572 mit der Eroberung der Stadt Vilcabamba vollendet.

Das Reich der Inka, Tawantinsuyu genannt, erstreckte sich zum Beginn des 16. Jahrhunderts über die Küsten- und Andenregionen der heutigen Staaten Peru, Ecuador und Bolivien sowie kleinere Teile von Kolumbien, Chile und Argentinien. Es besaß durch sein Straßennetz eine hervorragende Infrastruktur und war straff organisiert. Allerdings war das Reich innerlich nicht gefestigt: Erst wenige Jahrzehnte zuvor waren weite Gebiete dem Reich angegliedert und die dort ansässigen Stämme und Völker unterworfen worden.

Alle Macht lag in den Händen des Herrschers, Sapa Inka genannt. Das gesamte Reich war auf seine Hauptstadt Cusco ausgerichtet, doch Huayna Cápac, der seit 1493 als Sapa Inka regierte, bevorzugte als seine Hauptresidenz das erst unter seinem Vorgänger eroberte Quito. Zur Jahreswende 1527/28 änderten sich die Dinge jedoch, denn eine Epidemie erfasste das Inkareich. Huayna Cápac erlag im Mai 1528 der Krankheit, ebenso sein Sohn und designierter Nachfolger Ninan Cuyochi. Der Adel der Hauptstadt Cusco bestimmte Huayna Cápacs Sohn Huáscar zum neuen Sapa Inka. Dessen Halbbruder Atahualpa, der in Quito residierte und sich auf Huayna Cápacs Generäle Quizquiz, Rumiñahui und Chalcuchímac stützen konnte, weigerte sich aber, ihm Gefolgschaft zu leisten. Die Folge war ein dreijähriger, erbittert geführter Bürgerkrieg, in den auch die unterworfenen Völker hineingezogen wurden.

Spanische Expansion in Amerika

In den zwanzig Jahren nach der Entdeckung Amerikas 1492 durch Christoph Kolumbus hatte das Königreich Spanien die großen Inseln der Karibik in Besitz genommen und begann nun seine Expansion auf dem Festland. Die bedeutendste Erwerbung war die Eroberung Mexikos (1519 bis 1521) mit seinen reichen Silberminen. Zeitgleich hatte die Erkundung des nordwestlichen Südamerika begonnen. Vasco Núñez de Balboa überquerte 1513 die Landenge von Panama und entdeckte als erster Europäer das Südmeer (Pazifik), das zunächst vor allem als möglicher Zugang nach Indien von Bedeutung war. 1519 wurde am Pazifik die Stadt Panama gegründet.

In Panama hörten die Spanier die ersten Gerüchte über ein goldreiches Land „Birú“ im Süden. Eine erste Expedition unter der Führung von Pascual de Andagoya gelangte 1522 bis zum Río San Juan in Kolumbien, musste dann aber die Reise beenden, da Andagoya ernsthaft erkrankte. Seine beiden kleinen Schiffe wurden 1524 von drei Bürgern der Stadt Panama gekauft: Francisco Pizarro, Diego de Almagro und dem Priester Hernando de Luque.

Francisco Pizarro stammte aus der Extremadura und war 1502 nach Amerika gekommen. Er hatte an Expeditionen zur Karibikküste Südamerikas teilgenommen und auch an Balboas Überquerung der Landenge von Panama. Die drei Männer taten sich zusammen, um das Land Birú zu finden. Pizarro sollte die Expedition leiten, Almagro die Logistik und de Luque die Finanzierung übernehmen.

Im November 1524 brach Pizarro mit ca. 100 Mann und vier Pferden auf zwei kleinen Brigantinen auf. Die Fahrt führte sie 1525 die kolumbianische Pazifikküste entlang bis an den Río San Juan. Man fand aber keine Reichtümer, nur Hunger, Krankheit und feindselige Indianer. Viele Männer kamen ums Leben, Pizarro wurde mehrfach im Kampf verletzt, und Almagro, der mit Verstärkung gefolgt war, verlor ein Auge.

Trotz dieses Fehlschlags waren die drei Partner entschlossen, die Unternehmung fortzuführen, und konnten mit Mühe den Gouverneur von Goldkastilien (Panama), Pedro Arias Dávila, dazu bewegen, eine zweite Fahrt zu gestatten. Die Partnerschaft von Pizarro, Almagro und de Luque wurde nun auch vertraglich fixiert.

Die zweite Expedition begann im März 1526. Beteiligt waren nun auch der Seekapitän Bartolomé Ruiz und der griechische Artillerist Pedro de Candía. Die Reise verlief zunächst wie die erste. Über hundert Spanier kamen durch Hunger, Krankheiten oder Kaimane um. Nachdem die Expedition über ein Jahr gedauert hatte, beschloss man im Mai 1527, dass Pizarro mit einem großen Teil der Männer auf der Hahneninsel in der Bucht von Tumaco warten sollte, während Almagro in Panama Nachschub besorgen würde. Gouverneur Dávila wollte jedoch keinen weiteren Aderlass seiner Kolonie. Er verbot Almagro, weitere Männer anzuwerben, und entsandte Kapitän Juan Tafur zur Hahneninsel mit dem Befehl, alle Männer zurückzuholen.

Die Dreizehn von der Hahneninsel

Als Tafur im August auf der Hahneninsel ankam, wurde er freudig als Retter begrüßt. Pizarro jedoch weigerte sich, geschlagen umzukehren, und überzeugte dreizehn weitere Männer, seinem Beispiel zu folgen. Diese wurden später als die „ruhmreichen Dreizehn“ (trece de la fama) bekannt.

Pizarro und die Dreizehn harrten weitere fünf Monate aus – zunächst auf der Hahneninsel und dann auf der weiter im Meer und damit geschützter gelegenen Insel Gorgona. Schließlich erschien Bartolomé Ruiz mit Verstärkung: Der Gouverneur hatte erlaubt, die Expedition noch sechs Monate fortzusetzen. Drei Spanier, die zu krank zum Reisen waren, blieben auf der Insel.

Erste Kontakte mit dem Inkareich

Die weitere Fahrt nach Süden war nun endlich erfolgreicher. Im April 1528 erreichten sie Tumbes im Norden des heutigen Peru, das wenige Jahre zuvor dem Inkareich einverleibt worden war. Nach jahrelanger Suche hatten sie die Hochkultur der Inkas entdeckt. Sie wurden freundlich empfangen und man tauschte Geschenke aus. Der dortige Statthalter schickte Boten zu Huayna Cápac, um ihn von der Begegnung mit den Gästen zu unterrichten. Doch als die Boten im Lager des Sapa Inka ankamen, war dieser bereits erkrankt.

Die Spanier fuhren mittlerweile weiter südwärts zum Río Santa und machten sich danach auf die Rückfahrt. Drei Spanier beschlossen, in Tumbes zu bleiben. Auf der Gorgoneninsel wurden die drei zurückgelassenen Männer mitgenommen, und mit Zeugnissen der Kultur von Tumbes – Keramik, Kleidungsstücken, metallenen Gefäßen – sowie zwei Indios, Felipillo und Martinillo, die zu Dolmetschern ausgebildet werden sollten, kehrten sie nach Panama zurück.

Da Pedro de los Ríos, der neue Gouverneur in Panama, dem Unternehmen ablehnend gegenüberstand, beschlossen die drei Partner, dass Pizarro nach Spanien reisen und sich direkt an König Karl wenden sollte. Im September 1528 brach Pizarro auf und traf sechs Monate später in Sevilla ein. In Toledo traf er Hernán Cortés, mit dem er entfernt verwandt war. Cortés hatte wenige Jahre zuvor das Aztekenreich in Mexiko erobert, indem er sich der Person des Herrschers bemächtigt und die Unterstützung von den Azteken unterworfener Stämme gewonnen hatte.

Nach langen Verhandlungen mit dem Indienrat schloss Pizarro einen Vertrag mit der Krone, die Capitulación von Toledo, die am 26. Juli 1529 in Abwesenheit des Königs von Königin Isabella unterzeichnet wurde. Hierin wurde Pizarro zur Erforschung und Eroberung der nun Neukastilien genannten Provinz Peru ermächtigt. Er wurde zum Generalkapitän der Provinz ernannt, sein Partner Almagro hingegen nur zum Gouverneur der Stadt Tumbes. Die Dreizehn von der Hahneninsel wurden zu Hidalgos ernannt. Pizarro wurde verpflichtet, in Spanien mindestens 150 Männer zu rekrutieren und binnen sechs Monaten nach Amerika aufzubrechen.

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