An diesem Tag

SpaceX

US-amerikanisches Raumfahrtunternehmen

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SpaceX (Space Exploration Technologies Corporation) ist ein US-amerikanisches Raumfahrt-, Telekommunikations- und KI-Unternehmen, das 2002 von Elon Musk gegründet wurde. Nach anfänglichen Fehlschlägen mit der Rakete Falcon 1 wurde die Firma innerhalb weniger Jahre mit der Falcon 9 und dem Raumschiff Dragon zu einem bedeutenden Versorger der Internationalen Raumstation (ISS). 2017 löste SpaceX Arianespace als weltweiten Marktführer für kommerzielle Satellitenstarts ab. Mit der 2018 erstmals gestarteten Falcon Heavy bietet das Unternehmen auch die stärkste kommerziell verfügbare Trägerrakete an. Unter anderem durch Pionierleistungen bei der Landung, Bergung und Wiederverwendung von Raketenteilen gelang eine Reduzierung der Kosten für Satellitenstarts um den Faktor 7. Mit dem Großraketenprojekt Starship möchte SpaceX die Startkosten nochmals auf einen Bruchteil senken und bemannte Flüge zum Mond und zum Mars ermöglichen.

Mit dem Raumschiff Dragon 2 führt SpaceX seit 2020 die bemannten Zubringerflüge der NASA zur ISS durch und seit 2021 touristische Raumflüge. Mit dem Starlink-Projekt für einen weltweiten Satelliten-Internetzugang ist das Unternehmen – gemessen an der Satellitenanzahl – der weltgrößte Satellitenhersteller und -betreiber. SpaceX betreibt Startanlagen und Landeplätze an der US-amerikanischen Ost- und Westküste sowie an der Golfküste von Texas, außerdem eine Flotte von Schiffen für die Bergung von Raumkapseln und Raketenteilen.

Durch die Übernahme von Musks Konzern xAI im Februar 2026 bietet SpaceX auch KI-Dienstleistungen an und betreibt den Microblogging-Dienst X.

SpaceX wurde im Juni 2002 von dem Unternehmer und autodidaktischen Ingenieur Elon Musk mit dem Ziel gegründet, Technologien zu entwickeln, die es der Menschheit ermöglichen sollen, den Mars zu kolonisieren und das Leben auf anderen Planeten zu verbreiten. Musk hatte seine Beteiligung an dem Bezahldienst PayPal für etwa 200 Millionen US-Dollar verkauft und investierte die Hälfte des Geldes in SpaceX. Bereits im Jahr zuvor hatte er sich für seine angedachte Mission Mars Oasis („Mars-Oase“) nach einer Rakete zum Kauf in Russland umgesehen. Die russischen Raketen kamen aber preislich nicht in Frage. Die Idee von Mars Oasis war, ein experimentelles Treibhaus zum Mars zu bringen. Mit Bildern von Pflanzen auf dem roten Planeten wollte Musk die Öffentlichkeit für sein Projekt der Marsbesiedlung begeistern.

Mit etwa 30 Angestellten – darunter die Ingenieure Tom Mueller und Hans Königsmann sowie die Ingenieurin und betriebswirtschaftliche Leiterin Gwynne Shotwell – begann Musk die Entwicklung der Kleinrakete Falcon 1. Die wesentlichen Bauteile dieser Rakete, wie die beiden Triebwerke Merlin und Kestrel, waren Neuentwicklungen. Im Juni 2005 waren bereits etwa 130 Mitarbeiter bei SpaceX angestellt, und am 24. März 2006 startete von der Insel Omelek im Pazifik die erste SpaceX-Rakete. Nachdem die ersten drei Flüge in Fehlschlägen endeten, erreichte die Falcon 1 am 28. September 2008 mit ihrem vierten und vorletzten Flug eine Erdumlaufbahn. Sie war die erste privat entwickelte und funktionsfähige orbitale Flüssigtreibstoffrakete.

2008 – NASA-Aufträge, Falcon 9 und Dragon

Im Rahmen des COTS-Programms der NASA erhielt SpaceX 2008 einen Auftrag im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar für zwölf Versorgungsflüge zur ISS. Insgesamt 20 Tonnen Fracht sollten mit dem in Entwicklung befindlichen SpaceX-Raumfrachter Dragon zu der Raumstation geliefert werden. Gestartet werden sollten die Raumschiffe mit der neuen, mittelschweren Trägerrakete Falcon 9. Pläne zur Entwicklung der kleineren Falcon 5 hatte SpaceX mittlerweile verworfen. Nach den ersten Falcon-9-Starts, die als Entwicklungs- und Demonstrationsflüge für den NASA-Auftrag dienten, begann SpaceX 2012 mit regelmäßigen Transportflügen zur ISS. Diese werden auch zum Rücktransport von Laborprodukten und zu reparierenden Ausrüstungsgegenständen genutzt. Seit Ende 2013 startet die Falcon 9 auch kommerzielle Satelliten für Kunden wie SES, AsiaSat und Iridium (→ Liste der Falcon-9-Starts).

2014 vergab die NASA einen mit 2,6 Milliarden US-Dollar dotierten Auftrag zur Realisierung des bemannten Raumschiffs Crew Dragon, einschließlich des Demonstrationsflugs SpX-DM2 mit zwei NASA-Astronauten. Nachdem die Crew Dragon einen unbemannten (SpX-DM1) und den bemannten Testflug erfolgreich absolviert hatte und durch die NASA zertifiziert worden war, begannen 2020 regelmäßige Zubringerflüge zur ISS. Die Finanzierung erfolgte im Rahmen des Commercial-Crew-Programms. Da das Raumschiff CST-100 Starliner des Konkurrenten Boeing von technischen Problemen geplagt war, übernahm SpaceX auch die für Boeing vorgesehenen Besatzungsflüge zur ISS. Auf der technischen Basis der Crew Dragon wurde der Frachter Cargo Dragon 2 entwickelt, der das ursprüngliche Dragon-Raumschiff ablöste.

Auf dem Weg zum weltweit erfolgreichsten Raumfahrtunternehmen hatte SpaceX einige Rückschläge zu überwinden. So brach im Juni 2015 die Falcon 9 des Dragon-Versorgungsflugs CRS-7 auf dem Weg zur ISS auseinander. Im September 2016 explodierte bei einem Betankungstest auf der Cape Canaveral Air Force Station die obere Stufe einer Falcon 9, wobei der israelische Kommunikationssatellit AMOS 6 zerstört wurde. Als wahrscheinlichste Ursache beider Unfälle wurden Probleme mit einem der heliumgefüllten Druckbehälter ermittelt, die im Sauerstofftank der oberen Raketenstufe angebracht sind und zur Druckbeaufschlagung des Tanks dienen. Beim CRS-7-Flug war demnach der Kopf einer Haltestrebe gebrochen, weshalb sich der damit befestigte Behälter gelöst und den Tank leckgeschlagen hatte. Beim AMOS-6-Probelauf hatte anscheinend eine geänderte Betankungsreihenfolge dazu geführt, dass flüssiger Sauerstoff unter die CFK-Ummantelung eines der Behälter drang und diese verformte, woraufhin sie sich durch Reibung entzündete. Fortan wurden Betankungstests der Falcon 9 nur noch ohne montierte Nutzlast durchgeführt.

Auch bei der Dragon 2 kam es während eines Testlaufs am Cape Canaveral zu einer Explosion. Die Dragon-Kapsel, die zuvor mit der Mission SpX-DM1 zur ISS geflogen war, wurde dadurch zerstört. Ursache war ein undichtes Ventil, durch das Treibstoff in eine Druckgasleitung geleckt war, wo er sich beim Triebwerksstart entzündet hatte. SpaceX ersetzte das Ventil durch eine Berstscheibe, die nach jedem Start erneuert wird.

2015 – Landung und Wiederverwendung von Orbitalraketen

Um die Kosten des Raumtransports zu senken, strebte SpaceX die Bergung und Wiederverwendung von Raketenteilen an. Bereits für die Falcon 5 war eine wiederverwendbare Erststufe geplant gewesen. 2013 begann man, mit einstufigen Experimentalraketen wie dem „Grasshopper“ (Grashüpfer) die kontrollierte Landung von Raketenstufen zu erproben. Anhand der Erkenntnisse aus diesen Experimenten wurde die erste Stufe der Falcon 9 weiterentwickelt; erste Landeversuche damit fanden aus Sicherheitsgründen zunächst über dem Ozean und dann auf einer unbemannten schwimmenden Plattform statt.

Am 22. Dezember 2015 gelang SpaceX die historisch erste Landung einer orbitalen Raketenstufe: Nach dem Start von elf Kommunikationssatelliten des Unternehmens Orbcomm flog die Falcon-9-Erststufe zurück zur Cape Canaveral Air Force Station, wo sie weich auf dem Landeplatz 1 aufsetzte. Am 30. März 2017 wurde auch das Ziel der Wiederverwendung erreicht: Für den Start des Kommunikationssatelliten SES-10 vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center wurde dieselbe Falcon-9-Erststufe verwendet, die im April 2016 bereits einen Dragon-Raumfrachter für den NASA-Flug CRS-8 befördert hatte. Nach dem CRS-8-Start hatte die Stufe die erste erfolgreiche Landung einer Raketenstufe auf einer schwimmenden Plattform absolviert.

Die Wiederverwendung der Falcon-9-Erststufen trug wesentlich dazu bei, dass SpaceX die Startkosten für Satelliten im Zeitraum von der Firmengründung bis 2019 um den Faktor 7 senken konnte. Um die Kosten noch weiter zu verringern, erwog Elon Musk auch die Landung und Wiederverwendung von Falcon-9-Zweitstufen, gab diese Idee jedoch bald wieder auf. Stattdessen konzentrierte man sich auf die Wiederverwendung der mehrere Millionen Dollar teuren Nutzlastverkleidungen. Dazu stattete SpaceX die Verkleidungshälften mit lenkbaren Fallschirmen aus und kaufte die beiden Schiffe Mr. Steven und Captain Elliott, die zu maritimen Nutzlastverkleidungsfängern umgebaut wurden. Trotz hartnäckiger Versuche erwies sich das Auffangen der Verkleidungshälften in aufgespannten Netzen als unpraktikabel, die meisten fielen neben den Schiffen ins Meer. So gab SpaceX auch dieses Projekt auf und begann, die an Fallschirmen gewasserten Verkleidungshälften aus dem Meer zu bergen und wiederaufzubereiten. Seit 2019 werden manche davon wiederverwendet, anfangs für den Start firmeneigener Starlink-Satelliten, mittlerweile auch für Kundenstarts.

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